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Frauen-Gottesdienste am Sonntag Rogate


04. Mai 2021

DRESDEN - Am Sonntag Rogate (9. Mai) wird in verschiedenen sächsischen Kirchgemeinden zu Frauen-Gottesdiensten eingeladen. Traditionell werden diese Gottesdienste in Sachsen seit vielen Jahrzehnten mit Frauentreffen der Kirchenbezirke verbunden. Im letzten Jahr konnte bedingt durch die Corona-Pandemie nur ein Livestream-Gottesdienst gefeiert werden, und auch in diesem Jahr werden über die Gottesdienste hinaus keine weiteren Begegnungen stattfinden. „Dennoch sind die Rogate-Gottesdienste gerade jetzt wichtig.“, sagt die Landesleiterin der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, Kathrin Pflicke. „Frauen sind seit einem Jahr durch die Corona-Pandemie besonderen Belastungen ausgesetzt: Sie schultern die Hauptlast bei der Betreuung von Kindern zu Hause, sie versuchen Beruf und Familie in dieser Situation zu vereinbaren, sie arbeiten häufig in pädagogischen und pflegenden Berufen und sind damit aktuell besonderen Belastungen ausgesetzt – oder ihnen fehlen die Einkünfte durch die Schließung von Einzelhandel, Gastronomie und vielen anderen Bereichen. Frauen stemmen gerade viel und meistern die Herausforderungen mit großer Ausdauer, Geduld, Kraft und Kreativität. Gerade deshalb sind sie erschöpft und abgearbeitet. Der Rogate-Sonntag will Frauen stärken, ermutigen und verbinden!“ Dies sei auch das ursprüngliche Anliegen der Rogate-Frauentreffen in der Nachkriegszeit gewesen, als viele Frauen durch den Krieg verwitwet und durch die harte Arbeit erschöpft waren, erinnert Kathrin Pflicke.

Auch in diesem Jahr wurde die Liturgie für die Rogate-Gottesdienste von einem Team unter dem Dach der Frauenarbeit der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens erarbeitet. Das Thema des Gottesdienstes „Kriegerinnen – Richterinnen – Prophetinnen“ bezieht sich auf das biblische Buch Richter 4 und 5. Dort kommen verschiedene Frauen vor – die Richterin und Prophetin Debora, die Keniterin Jael sowie die Mutter eines Heerführers – die verstrickt sind in kriegerische Auseinandersetzungen zwischen dem Volks Gottes und den mit ihn lebenden anderen Völkern. Der Gottesdienst thematisiert, wie jede der Frauen mit ihrer Persönlichkeit und in unterschiedlicher Form zum Ausgang des Geschehens beiträgt.

In einem 17-minütigen Andachtsformat teilen drei Frauen aus dem Vorbereitungsteam ihre Gedanken zum Text und zu den dort auftretenden Frauen mit.

Eine Liste der Orte, an denen Frauen-Gottesdienste stattfinden, sowie die jeweilige Uhrzeit finden Sie auf der Homepage der Frauenarbeit.

Zum Hintergrund:

Entstanden sind die Rogate-Treffen 1947 in einer Situation, in der viele Frauen – durch den Krieg verwitwet – mit ihrer familiären Situation alleine fertig werden mussten. Zur Unterstützung und Wertschätzung ihres außerordentlich großen Engagements für Familie und Gesellschaft bot die Kirchliche Frauenarbeit für diese Frauen ein Fest unter dem Thema „Gottes Gebot für Frauen in Not“ an. In den 1980er Jahren änderte sich der Stil der Frauentreffen. Während bis dahin ein längerer Vortrag einer Rednerin im Mittelpunkt der Treffen stand, wurden nun vermehrt Gestaltungsformen gefunden, in denen die Frauen vor Ort in die Planung und Durchführung einbezogen werden. Heute erarbeitet ein Team aus haupt- und ehrenamtlichen Frauen das jeweilige Thema und den Gottesdienstvorschlag, welcher dann in verschiedenen Gottesdiensten in ganz Sachsen verwendet wird.

Der Sonntag „Rogate“ als Betesonntag folgt dem Singesonntag „Kantate“ und entstammt dem frühen liturgischen Brauch der Bittprozessionen. Er ist der sechste von sieben Sonntagen in der Osterzeit vor Christi Himmelfahrt.

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