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Gedenken um den 13. Februar in Dresden


11. Februar 2019

Gäste aus Coventry und Polen gestalten die Veranstaltungen mit

DRESDEN - Um den Gedenktag des 13. Februars herum wird in Dresden in diesem Jahr der sechzigjährigen Städtepartnerschaft mit Coventry und Wroclaw erinnert. Aus beiden Städten kommen Gäste, darunter Bischof Christopher Cockworth aus Coventry und Bischof Waldemar Pytel Bischof von der Diözese Wrocławska (Breslau).

Bereits am 10. Februar sprach Pfarrerin Frauke Fähndrich, Kirchspiel Dresden-Neustadt, Worte der Erinnerung und der Mahnung an der Gedenktafel des Neustädter Bahnhofs, die an die Deportation der Dresdner Jüdinnen und Juden erinnert.

Am Montag, 11. Februar, um 17:00 Uhr liest im Rahmen des Ökumenischen Friedensgebets in der Kreuzkirche Dresden Andy March aus den autobiografischen Erinnerungen seines Großvaters Frederick Clayton, der als Brite Ende der dreißiger Jahre als Lehrer für ein Schuljahr an der Dresdner Kreuzschule arbeitete. 1942 erschien in England der auf seinen Erlebnissen basierende Roman „The Cloven Pine“. Darin macht er deutlich, dass deutsche Jungen liebevolles Verständnis verdienten, dass auch sie Opfer des NS waren.

Am Dienstag wird um 16:30 Uhr in einer kleinen Feierstunde der Busmannkapelle durch Bischof Christopher Cocksworth ein Nagelkreuz als Zeichen der Versöhnung verliehen. Die Dresdner Initiatoren der Busmannkapelle verpflichten sich damit zur Versöhnung- und Friedensarbeit. Ebenfalls am 12. Februar um 18:00 Uhr wird unter dem Titel "Condition Humaine" eine Ausstellung eröffnet, die von Künstlern aus Coventry und Dresden gestaltet wird.

Kreuzkirche mit Dresdner Requiem und Friedensgottesdienst

Am 13. Februar selbst, schließt sich wie in den vergangenen Jahren um 18:00 Uhr die Menschenkette rund um die Innenstadt.
Anlässlich des 130. Geburtstages des Komponisten Rudolf Mauersberger – und zum mahnenden Gedenken an den Beginn des 2. Weltkrieges vor 80 Jahren – wird am 13. Februar in der Kreuzkirche 18:30 Uhr das etwa einstündige „Dresdner Requiem“ von Rudolf Mauersberger durch den Kreuzchor aufgeführt. Um 19:00 Uhr findet eine Friedensandacht mit Pfarrer Tobias Funke in der Trinitatiskirchruine statt.

Um 20:30 Uhr beginnt der Ökumenische Friedensgottesdienst in der Kreuzkirche. Predigen wird Bischof Christopher Coxworth aus Coventry. Für die musikalische Begleitung sorgt der Breslauer Chor des Narodowe Forum Muzyki. Im Anschluss an den Gottesdienst, an dem auch Landesbischof Dr. Carsten Rentzing teilnehmen wird, stimmen die Glocken der Dresdner Kirchen zum Gedenkgeläut an den Beginn der Bombennacht an.

Auf dem Neumarkt organisiert die Fördergesellschaft der Frauenkirche Dresden am gleichen Tag ab 15:00 Uhr das „Stille Gedenken“:

Erinnern, Versöhnen, Zukunft gestalten

Die Frauenkirche Dresden blickt im Rahmen des diesjährigen Gedenkens an das Kriegsleid des Zweiten Weltkrieges besonders auf Coventry und Breslau. Mit Gottesdiensten, Konzerten und Zeiten der Besinnung ruft das Gotteshaus auf, ein Miteinander in Frieden zu suchen.

„Wir erinnern, um für die Zukunft zu lernen”, so Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke. „Die Gegenwart zeigt, dass ein friedvolles und versöhntes Miteinander nur dann dauerhaft gelingen kann, wenn wir uns aktiv darum bemühen.” Über eine ganze Woche hinweg – vom 9. bis zum 17. Februar – ist die Frauenkirche daher ein Ort vielfältigen Nachdenkens. Die Zerstörung Dresdens ist der thematische Ausgangspunkt, von dem aus der Blick geweitet wird.

Coventry – Dresden – Breslau

Zwei Städte mit eigenen Erfahrungen von Zerstörung und Wiederaufbau stehen 2019 im Fokus. Einerseits erfährt die enge und langjährige Partnerschaft Dresdens mit Coventry bzw. der Frauenkirche mit der St. Michael's Cathedral der mittelenglischen Stadt eine Würdigung. Vom 11. bis 16. Februar findet die Versöhnungslitanei von Coventry Eingang in alle Mittags- und Abendandachten; zudem ist sie Thema der aktuellen Predigtreihe der sonntäglichen Abendgottesdienste. Im Hauptgottesdienst am 17. Februar wird dem 60. Jubiläum der Städtepartnerschaft gedacht.

Ebenfalls seit sechs Jahrzehnten besteht die Partnerschaft Dresdens zu Breslau. Aus diesem Anlass sind am 16. Februar musikalische Gäste aus Polen zugegen. Unter der Leitung von Michael Schønwandt und gemeinsam mit dem Solisten Daniel Hope präsentiert das NFM Wroclaw Philharmonic unter der Überschrift »Wandlung« Werke von Penderecki, Schostakowitsch und Rimski-Korsakow.

Frauenkirche am 13. Februar ein Ort der Einkehr

Am 12. Februar findet um 18:00 Uhr eine Andacht statt, in die Zeitzeugenerinnerungen an die Angriffe auf Dresden eingeflochten sind. Am Gedenktag selbst ist die Frauenkirche von morgens bis in die Nacht Ort des mahnenden Gedenkens. Ab 10:00 Uhr steht die Kirche den Besuchern offen, um 12:00 Uhr und im Anschluss an die Menschenkette sind die Besucher zu Wort & Orgelklang eingeladen.

Die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e. V. ermöglicht von 15:00 bis 22:00 Uhr ein stilles Gedenken vor der Frauenkirche. Es wird Raum sein für Gespräche und Begegnungen, aber auch für schweigendes Erinnern. Kerzen können sowohl um die Frauenkirche als auch auf einer vorbereiteten Fläche in Form einer Kerze abgestellt werden. Um 18:15 Uhr beginnt zudem der durch die Fördergesellschaft organisierte „Dresdner Gedenkweg“. Er beginnt im Innenhof der Dresdner Synagoge und führt mit Textlesungen über mehrere Stationen an ausgewählte Stätten, die in Dresden an die Schuld und das Leid der Deutschen im Zweiten Weltkrieg erinnern.

Am späten Abend im Anschluss an das gemeinsame Geläut der Dresdner Kirchenglocken öffnet die Kirche ab 22:00 Uhr traditionell zur »Nacht der Stille«. Unter dem biblischen Leitmotiv »Suche Frieden« (Psalm 34,15) wechseln sich thematische Impulse, Chor- und Orgelklänge sowie Momente der Ruhe ab. Die Besucher können Kerzen und Gebetslichter vor der Chorbalustrade abstellen. Gestaltet wird der Abend von Frauenkirchenpfarrerin Angelika Behnke, dem Chor der Frauenkirche unter der Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert, dem Cellisten Ulrich Thiem, dem Saxophonisten Bertram Quosdorf und Frauenkirchenorganisten Samuel Kummer.

Musikalisches Gedenken

Ein Gedenkkonzert veranstaltet die Sächsische Staatskapelle am 15. Februar, dem Jahrestag des Einsturzes der Frauenkirche. Zu hören sind dann ab 20:00 Uhr mit Antonín Dvoráks »Stabat mater« Klänge der Überwindung. Mit Venera Gimadieva, Elisabeth Kulman Pavol Breslik und René Pape sind herausragende Solisten zu erleben.
Die Frauenkirche als Symbol für Frieden und Versöhnung: Dies stellt Daniel Hope als Überschrift über sein erstes Konzert am 16. Februar um 20:00 Uhr in der Frauenkirche Dresden in einem Musikjahr, das er unter dem Begriff »Wandlung« gestaltet hat. Es erklingen Werke von Penderecki, Schostakowitsch & Rimski-Korsakow mit der NFM Wroclaw Philharmonic, Violine Daniel Hope und unter Leitung von Michael Schønwandt.

Menschenkette mit Stadtblick

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