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Gespräche zwischen Kirchenvertretern und der Staatsregierung


04. Juni 2019

Fragen rund um den gesellschaftlichen Zusammenhalt

DRESDEN – Die Leitenden Geistlichen der Landeskirchen und Bistümer auf dem Gebiet des Freistaates Sachsen sind am 4. Juni 2019 zu einem Gespräch mit dem Ministerpräsidenten und Mitgliedern der Sächsischen Staatsregierung zusammengekommen. Auf Einladung des sächsischen Landesbischofs fand die Begegnung im Ev.-Luth. Landeskirchenamt Sachsens in Dresden statt.

Im anschließenden Pressegespräch äußerten sich Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, Bischof Heinrich Timmerevers und der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer zu den Inhalten des Gesprächs. Der Ministerpräsident sprach von einem wichtigen Treffen, in dem über die Zukunft des Landes gesprochen wurde. Er würdigte die prägende Kraft der Kirchen in der Gesellschaft durch Bildungseinrichtungen, die diakonische Arbeit in der Pflege und die Präsenz im ländlichen Raum. Sie leiste damit einen Dienst an der Gesellschaft.

Dr. Rentzing bestätigte die Bereitschaft der Kirche weiterhin in diesem Umfeld zu wirken und sich den Herausforderungen gemeinsam zu stellen, eine freie und freundliche Gesellschaft zu erhalten. Voraussetzung sei, dass es „austariert“ bleibe, auch in angespannter Situation. Einer drohenden Spaltung der Gesellschaft müsse begegnet werden. Für Bischof Timmerevers sei „Demokratie nie fertig“ und unterschiedliche Positionen müssten eingebracht werden können. Ziel sei eine einladende Gesellschaft mit größerer Vergemeinschaftung.

Für Ministerpräsident Kretschmer seien Vorschläge und Beiträge für eine Wertekultur sehr willkommen, um die Gesellschaft weiter zu entwickeln und sich gemeinsam auf den Weg zu machen. Die Politik sei angewiesen auf gesellschaftliche Diskussionen, um Prioritäten zu erkennen und umsetzen zu können. Im Strukturwandel in der Lausitz sieht er eine große Chance für die Region, weil es eine gute rechtliche und finanzielle Unterstützung der Veränderungsprozesse gebe. Es gehe nun darum, den Menschen in der Lausitz Mut zu machen, diese Chancen zu nutzen, damit die Strukturanpassung in ihrer Region ein Erfolg für alle werde. Kirche habe immer einen langen Atem gehabt, sagte der Landesbischof. Zudem gebe es noch Netzwerke in der Fläche. Konkrete Hilfe überlege man sich gemeinsame mit der Berlin-brandenburgischen Kirche in einem „Zentrum für Dialog und Wandel“, um den Kohlekompromiss im Strukturwandel zu begleiten. Zudem gebe es seitens der sächsischen Landeskirche eine Projektstelle für diesen Raum.

Alle waren sich einig, dass Milliarden alleine nicht helfen, sondern es Menschen brauche, die damit ihre Ideen umsetzen. „Wir brauchen positiv denkende Menschen, so Kretschmer.

Weitere Gegenstände des Gespräches der Leitenden Geistlichen und der Sächsischen Staatsregierung waren Fragen rund um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die persönliche Verantwortung des Einzelnen sowie die Rolle der Kirchen als Vermittler und Dialogpartner. Weiterhin standen ethische Fragen in den Herausforderungen von Digitalisierung, Pflege und Telemedizin und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit den östlichen Nachbarn auf dem Programm. Thematisiert wurden auch Zukunftsfragen im Kontext von Klimaschutz, Bildung und wirtschaftlicher Entwicklung.

An dem Gespräch nahmen Ministerpräsident Michael Kretschmer und die Staatsministerinnen und Staatminister, die Vertreter der evangelischen Landeskirchen, Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, Landesbischöfin Ilse Junkermann (EKM), Bischof Dr. Markus Dröge (EKBO) und der katholischen Bistümer, Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen) und Bischof Wolfgang Ipolt (Bistum Görlitz), teil.

Landesbischof Dr. Carsten Rentzing
Bischöfe und Regierungsmitglieder
Bischof Heinrich Timmerevers, Ministerpräsident Michael Kretschmer und Landesbischof Dr. Carsten Rentzing
(v.l.n.r.) Bischof Dr. Markus Dröge (EKBO), Landesbischöfin Ilse Junkermann (EKM) und Landesbischof Dr. Carsten Rentzing

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