Alle Nachrichten

Nachricht

Bereich

Hilfe für Gestrandete an Europas Außengrenze


19. Juni 2019

Katastrophale Lage in Bosnien derzeit nicht im öffentlichen Fokus

DRESDEN – Dem seit 26 Jahren auf dem Balkan aktiven Verein „Hilfe konkret“ mit Sitz in Mannheim hilft die sächsische Landeskirche mit 5.000 Euro für die akute Unterstützung mehrerer Flüchtlingslager in der bosnischen Stadt Bihac und im Umland.  Zuletzt habe sich die Lage vor der europäischen Grenze mit Tausenden Flüchtlingen aus dem Irak, Iran, Syrien, Pakistan, Eritrea und anderen Ländern so zugespitzt, dass die regionalen Behörden im Una-Sana Kanton völlig überfordert seien, berichtet der Vorsitzende des Vereins, Johannes Neudeck.

Er war bis 2016 als Friedensbeauftragter in der sächsischen Landeskirche und jetzt in der württembergischen Landeskirche sowie im christlichen Verein „Hilfe konkret“ tätig.  Der Verein hat seit Jahren die Situation an der kroatisch-bosnischen Grenze im Blick und kümmert sich um betroffene Personen in Kroatien, die im Asylverfahren stehen beziehungsweise dort auf der Flucht sind.

Johannes Neudeck und seine Frau Katharina schilderten die unhaltbaren Zustände der Geflüchteten in den notdürftig errichteten Lagern. Diese Verhältnisse spielen sich von der Öffentlichkeit weitgehend unbeobachtet ab, obwohl sich die Flüchtlingszahlen bis Juni dieses Jahres um bis zu 50 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht hätten. Es kam bereits zu gewalttätigen Auseinandersetzungen aufgrund der Unterbringungssituation.

Jetzt gehe es um Erst- und Soforthilfe mit Sachspenden, die bereits mit Sattelschleppern vor Ort eingetroffen seien. Die weiterhin dringend benötigten Spenden würden für die Verteilung der Hilfssendungen benötigt, so Neudeck. Er hoffe auf eine breite Unterstützung der Kirchen, um den schätzungsweise bis zu 8.000 Menschen in der Region Bihac und andernorts helfen zu können. Zuletzt war eine Nothilfe im Winter notwendig geworden, als unter den Geflüchteten u.a. warme Kleidung und Socken verteilt wurden.

Auf die aktuelle Situation reagierte das Regierungspräsidium in Stuttgart mit Sachspenden. Aus dessen Beständen wurden bereits Deckbetten, Kissen und Matratzen auf die Reise nach Kroatien und Bosnien-Herzegowina geschickt. Ein zweiter Transport wird in einigen Wochen folgen.

Die Fluktuation bei den Menschen in den Einrichtungen und den wilden Camps in den Wäldern ist sehr hoch, da täglich neue Menschen ankommen oder versuchen weiterzureisen. Insgesamt werden für die Fracht- und Verteilkosten sowie Einsätze vor Ort rund 15.000 Euro benötigt. Dringend ist auch Hilfe im Hygienebereich gefragt: Pro Person kostet ein Hygienepaket 10 Euro (Shampoo, Seife, Zahnpasta etc.).

Da die Spenden des Vereins fast aufgebraucht sind, aber zusätzlich noch  mindestens 1.000 Hygienepakete gepackt werden sollen, bittet „Hilfe konkret“ um materielle Unterstützung zur Verringerung der Notlagen.

Spendenkonto: Hilfe konkret e.V. Mannheim
Volksbank Rhein-Neckar
IBAN: DE68 6709 0000 0011 0461 00
Homepage: www.hilfekonkret.de          

Notdürftig überdachte Unterkünfte im Winter
Johannes Neudeck (l.) arbeitet eng mit dem Roten Kreuz zusammen

Teilen Sie diese Seite