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Karwoche und Osterfest in Sachsen 2020


04. April 2020

Viele Andachten und Gottesdienste im Livestream, aber auch im Fernsehen

DRESDEN – Die Kirchgemeinden in Sachsen bereiten sich derzeit auf die Karwoche und das Osterfest vor. Angesichts der Einschränkungen des öffentlichen Lebens müssen dabei neue Wege gefunden werden, wie Christen in diesem Jahr diese Feiertage begehen können und wie die Osterbotschaft von der Auferstehung Jesu verkündigt werden kann. Das ist zweifelsohne ein beispielsloser Einschnitt in das religiöse Leben für viele Christen in Sachsen. Den bisher schon schwierigen Bedingungen wird somit auch zu Ostern von den Kirchgemeinden mit fantasievollen Ideen und Formaten geistlicher Angebote und virtueller Gemeinschaftsaktionen begegnet werden müssen.

Wenn der direkte Kontakt in Gottesdiensten nicht möglich ist, kommen nun verschiedene andere Kommunikationswege verstärkt in den Blick: Briefe, Telefon, Online-Angebote, aber auch Musik und Glockengeläut. Gerade in Krisenzeiten ist das Bedürfnis der Menschen nach Gemeinschaft groß.

Auf diesen Wunsch nach gemeinschaftlichem Gebet, Austausch und der Freude über das Auferstehungsfest der Christenheit, versuchen die örtlichen Kirchgemeinden und die Landeskirche einzugehen. So wird Landesbischof Tobias Bilz neben den sonntäglichen Livestream-Gottesdiensten auch in der Karwoche um 18:00 Uhr eine Abendandacht anbieten, die auf YouTube und Facebook übertragen und regelmäßig von mehreren hundert Menschen mitgefeiert wird.

Aktuell wird er am 5. April (Palmsonntag) in der beliebten Hörfunksendung „Sonntagsbrunch“ bei MDR SACHSEN (10:00–13:00 Uhr) zugeschaltet sein. Die Sendung lässt sich im Sonntagsbrunch-Audio nachhören.

Am Gründonnerstag, 9. April, lädt der Landesbischof die sächsischen Christen zu einem gemeinsamen Agape-Mahl ein, das er um 17:00 Uhr aus der Diakonissenhauskirche in Dresden per Livestream mit den Gottesdienstzuschauern zu Hause feiern möchte. Brot und Weintrauben werden diesmal nicht nur in der Kirche, sondern auch an vielen vorbereiteten und geschmückten Tischen zu Hause geteilt werden in Erinnerung an das letzte Abendmahl Jesu mit seinen Jüngern.

Zum Karfreitag wird es bei MDR SACHSEN - Das Sachsenradio um 7:45 Uhr ein Wort zum Feiertag von Landesbischof Bilz geben. Um 10:00 Uhr kann ein Gottesdienst aus der Unterkirche der Frauenkirche in Dresden als ARD-Fernsehgottesdienst sowie Hörfunkgottesdienst bei MDR Kultur mitgefeiert werden, an dem der Landesbischof mitwirken wird. Zur Sterbestunde Jesu (15:00 Uhr) werden überall in Sachsen die Kirchenglocken läuten. Dazu wurde ein Gebet veröffentlich, das zum Läuten der Glocken gesprochen werden kann. Am Karsamstag wird um 23:00 Uhr aus der Dresdner Kreuzkirche die Nacht der Auferstehung (Osternacht) gefeiert und übertragen.

Am Ostersonntag, 12. April, verkünden viele sächsische Kirchen um 6:00 Uhr mit Glockengeläut die Botschaft von der Auferstehung Jesu vom Tod. Um 10:00 Uhr wird ein Ostergottesdienst mit Landesbischof Tobias Bilz aus der Nikolaikirche Leipzig im Livestream ausgestrahlt. Im Gottesdienst und in den Wohnungen wird gemeinsam das Osterlicht entzündet und Taufgedächtnis gefeiert.

Viele Kirchgemeinden oder Kirchenbezirk organisieren ebenfalls Osterfestgottesdienste im Livestream, die häufig auch in lokalen und regionalen Fernsehprogrammen übertragen werden. So wird durch das Fernsehen auch für Menschen ohne Internet die Möglichkeit eröffnet, als Zuschauer gottesdienstliche Veranstaltungen zu verfolgen.

Die bevorstehende Karwoche und das Osterfest werden aus der Kreuzkirche Dresden mit zahlreichen Veranstaltungen begleitet, die im Regionalprogramm SACHSEN FERNSEHEN und auf dem YouTube-Kanal der Kreuzkirche zu sehen sind. Anstelle der geplanten kirchenmusikalischen Veranstaltungen wurden neue Programme zusammengestellt und mit Gesangs- und Instrumentalsolisten aus Dresden und Umgebung eingespielt. Die Palette reicht von gregorianischen Gesängen und Werken der Romantik bis zu einer Arie aus Bachs „Matthäuspassion″.

In Leipzig gibt es viele Online-Angebote, die von Livestream-Gottesdiensten bis zu Video-Andachten reichen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit Gebetsbriefe im Pfarramt abzugeben, Telefonandachten anzuhören oder geöffnete Kirchen einzeln zu besuchen. In vielen Gemeinden werden in den nächsten Tagen Osterbriefe geschrieben und an die Haushalte verteilt. Kinder malen Osterbilder für ältere Gemeindeglieder oder sie werden in Kirchen ausgelegt.

Unter dem Motto „Eastern calling“ wird in den erzgebirgischen Gemeinden Bernsbach, Beierfeld und Grünhain zum Telefon-Flashmob aufgerufen. Nach dem Fernsehgottesdienst am Ostersonntag um 10:15 Uhr rufen fünf Personen jeweils fünf weitere Personen mit der Osterbotschaft „Der Herr ist auferstanden! - Er ist wahrhaftig auferstanden!“ an und bitten darum, die Botschaft wiederum weiterzutragen. Dort hoffe man, dass sich in der diesjährigen „eher tristen Osterrealität“ „österliche Freude und ein bisschen Geselligkeit“ einstelle.

Die Sächsische Posaunenmission lädt gemeinsam mit dem Evangelischen Posaunendienst in Deutschland unter dem Motto „Ostern vom Balkon“ alle Bläserinnen und Bläser dazu ein, am Ostersonntag um 10:15 Uhr den Choral „Christ ist erstanden“ von Balkonen erklingen zu lassen. 
Auch die Initiative zu einem ökumenischen Glockenläuten am Ostersonntag um 12:00 Uhr, die von der EKD und mehreren Landeskirchen und Bistümern getragen wird, wurde den sächsischen Kirchgemeinden als Anregung weitergegeben.  

In Chemnitz werden unter dem Titel „OSTERN 2020 IN CHEMNITZ – Kirche vor der Kamera“ täglich fünfminütige Sendungen im Chemnitz-Fernsehen und auf Facebook ausgestrahlt. Die Chemnitzer Kirchgemeinden und die Diakonie Stadtmission melden sich damit von Palmsonntag bis Ostermontag jeweils um 18:50 Uhr mit einem geistlichen Impuls zu Wort.

Am Ostermontag wird um 10:00 Uhr ein MDR-Rundfunkgottesdienst aus der Kirche in Dresden Leubnitz-Neuostra gesendet, der parallel auch über den landeskirchlichen YouTube-Kanal per Livestream übertragen werden wird. Die Predigt hält Pfarrer Dr. Wolf-Jürgen Grabner.
[Weitere Informationen zum Ostergeschehen folgen!)

Kreuz und geöffnete Tür (Foto: Rainer Oettel)
Einzug Jesu in Jerusalem, aus Schnorr von Carolsfelds Bilderbibel
Altarpredella des Cranach-Altars in der Schneeberger St. Wolfgangskirche mit Abendmahlszene

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