Alle Nachrichten

Nachricht

Bereich

Landesbischof appelliert an die Weltverantwortung der Christen


30. Mai 2019

8. Sächsische Landesgartenschau in Frankenberg

 

Bei strahlendem Sonnenschein und fast wolkenlosem Firmament feierten an Himmelfahrt zahlreiche Besucher einen ökumenischen Gottesdienst auf der Landesgartenschau in Frankenberg. Gefolgt waren der Einladung der verschiedenen Kirchen und Gemeinden aus der Region auch Landesbischof Dr. Carsten Rentzing und der Bischof des Bistums Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, die den Gottesdienst mitgestalteten.

In seiner Begrüßung dankte der Pfarrer der evangelisch-lutherischen St.-Aegidien-Kirchgemeinde Frankenberg, Jörg Hänel, den Mitwirkenden des Gottesdienstes: den Bläserinnen und Bläsern aus der Region unter der Leitung von Ivo Havlik, der Band unter der Leitung von Carsten Hauptmann ebenso wie den Chören aus der Region unter dem Dirigat von Kantor Ekkehard Hübler. Weitere Mitwirkende waren der Superintendent Rainer Findeisen aus Marienberg und Propst Clemens Rehor aus Chemnitz. Die Gemeindepädagogin Mandy Trompelt und ihr Kollege Albrecht Rabe gestalteten das Angebot für Kinder.

In seinen Grußworten berichtete Pfarrer Hänel weiter, dass vor einigen Wochen noch die Frage, wie die 500 Sitzplätze im Pavillon mit Menschen gefüllt werden könnten, schon bald von der Frage abgelöst wurde, wie neue Sitzgelegenheiten für die große Besucherzahl geschaffen werden könnten. Und tatsächlich fand sich an Himmelfahrt kein einziger freier Platz mehr und nicht wenige – die Gesamtzahl der Besucher wurde von den Veranstaltern auf 1800 Personen geschätzt – mussten stehen oder ließen sich auf den frischen Frühlingswiesen nieder.

Während Bischof Timmerevers schon einmal privat Frankenberg besucht hatte, gestand Dr. Carsten Rentzing, dass er zwar schon oft an der Stadt vorbeigefahren sei, aber noch nie die Gelegenheit hatte, in ihr zu verweilen. Doch gleich zu Beginn seiner Predigt erklärte der Landesbischof seine Liebe zur Natur und die Freude darüber, an diesem Gottesdienst in Frankenberg Anteil zu haben: „Ein Freiluftgottesdienst ist wahrlich etwas Besonderes, die herrliche blaue Pracht des Himmels, die Pracht der Blumen – alles sprießt, wächst und gedeiht in diesen Tagen!“ lobte er die Natur und überraschte die Zuhörer anschließend mit einer persönlichen Beichte: „Ich gehöre nämlich nicht zu den Menschen, von denen man sagt, sie hätten einen grünen Daumen.“ – Das habe sich bei ihm schon als Jugendlicher herausgestellt, als er einmal das elterliche Haus nebst Garten in pflanzlichen Belangen betreuen sollte und nach Rückkehr der Eltern die Hälfte der Gewächse eingegangen war. Seine Liebe zur Natur habe er sich dadurch dennoch nicht nehmen lassen: „Die freie Natur ist etwas so Großartiges. Sie erfreut das Herz und bringt die Seele zum Aufatmen,“ sagte Rentzing. „Mittendrin in dieser Welt sind wir Menschen, mittendrin ist Christus in dieser Welt“ fügte er hinzu. Auf die in der Predigt gestellte Frage, was Christi Himmelfahrt nun bedeute und wo dieser Himmel sei, erklärte Rentzing, der Himmel in unserem christlichen Glauben sei der Ort, der allen Orten unserer Welt gleich nahe sei. So sagte Rentzing: „Wenn also Christus im Himmel ist, dann heißt das auch: er ist uns an allen Orten in dieser Welt nahe.“

Nicht nur die Rettung der eigenen Haut

Weiter sprach der Landesbischof in seiner Predigt davon, dass wenn uns das „dritte Auge, das Auge des Glaubens“, es uns ermögliche, in der Schönheit der Natur und im Wunder des Lebens den segnenden Christus zu erkennen, wir auch unsere Verantwortung für diese Welt anders wahrnehmen können: „Dann geht es uns bei der Bewahrung der Schöpfung nicht mehr nur um die Rettung der eigenen Haut, dann geht es uns dabei eben auch um Christus selbst.“ 

In einem persönlichen Gespräch nach dem Gottesdienst berichtete der Bürgermeister der Stadt Frankenberg, Thomas Firmenich, wie diese Verantwortung für Natur, Umwelt und Schöpfung auch auf dem Gelände der Landesgartenschau eine entscheidende Rolle gespielt hatte. So standen auf den heutigen Zschopau-Auen großflächig Industriebauten, die vom Hochwasser 2002 stark betroffen waren. Für Firmenich sei unmittelbar danach klar gewesen, dass diese Flächen dem Fluss zurückgegeben werden mussten und zusammen mit Hochwasserschutzeinrichtungen das neue, freundliche – und umweltgerechte – Bild der Flusslandschaft prägen sollten. Dass die Auenlandschaft zusammen mit dem renaturierten Mühlenbachtal nun als Naturerlebnisraum im Rahmen der Landesgartenschau zu genießen ist, freue ihn besonders.

Christliches Angebot auf der Landesgartenschau

Unter dem Motto „Du und sein Garten“ richtet die Kirchgemeinde Frankenberg zahlreiche Veranstaltungen aus und bietet im ökumenischen „Paradiestreff“ täglich von 10-18 Uhr biblische Impulse zum Thema „Paradies“ an. Eingeladen sind alle interessierten Besucherinnen und Besucher der Landesgartenschau – unabhängig ihrer Konfession und ihres Glaubens.

Weitere Informationen finden Sie unter:

engagiert.evlks.de/mitteilungen/mitteilungen-fuer-haupt-und-ehrenamtliche/mitteilung/news/detail/News/christen-auf-der-landesgartenschau/

du-und-sein-garten.de/de

Pfarrer Jörg Hänel im Gespräch mit Bischof Heinrich Timmerevers und Dr. Carsten Rentzing
Zahlreiche Besucher der Landesgartenschau beim ökumenischen Gottesdienst an Himmelfahrt
Dr. Carsten Rentzing hielt die Predigt im Gottesdienst
Volles Zelt beim Gottesdienst
Von links: Pfarrer Jörg Hänel, Superintendent Rainer Findeisen, Landesbischof Dr. Carsten Rentzing, Bischof des Bistums Dresden-Meißen Heinrich Timmerevers, Propst Clemens Rehor aus Chemnitz.

Teilen Sie diese Seite