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Landesbischof begrüßt Klima-Demos


13. März 2019

Die Klimademonstrationen unter dem Titel "Fridays for Future" sind derzeit in aller Munde. Auch in Sachsen werden am Freitag, den 15. März tausende Schülerinnen und Schüler für Klimaschutz auf die Straße gehen.

Im Interview begrüßt Landesbischof Dr. Carsten Rentzing der Engagement der Schülerinnen und Schüler und verdeutlicht, dass Umwelt- und Klimaschutz auch ein wichtiges Thema der Kirche ist.

Sehr geehrter Herr Dr. Rentzing, derzeit gehen auch in Sachsen Schülerinnen und Schüler auf die Straße um für Klimaschutz zu demonstrieren. Wie nehmen Sie die Initiative „Fridays for Future“ wahr?

Ich persönlich freue mich sehr, wenn Jugendliche mit wachen Augen durch die Welt gehen, wenn sie die Probleme beim Namen nennen und uns Erwachsene an unsere Verantwortung für die Erde und die nachkommenden Generationen erinnern. Neben den vielen Kriegen, der ungleichen Verteilung von Ressourcen, den Migrationsbewegungen und dem damit verbundenen menschlichen Leid, ist die Zerstörung der Lebensbedingungen auf unserer Erde die größte Gefahr für die Menschheit. Wir müssen hier umdenken, aber eben nicht nur denken, sondern auch handeln. Dazu rufen uns die Jugendlichen zu Recht auf.

Sollte die Kirche das Engagement der Jugendlichen unterstützen?

Vor 30 Jahren fand in Dresden die Ökumenische Versammlung für  Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung statt. Im sogenannten Konziliaren Prozess haben sich die christlichen Kirchen damals gemeinsam auf einen Lernweg begeben, um sich gesellschaftlich für diese Ziele einzusetzen und auch in den eigenen Kirchen darum zu ringen.

Das Thema ist derzeit wieder hochaktuell. Daher finde ich schon, dass wir als Kirche in dieser Frage die Initiative der Jugendlichen unterstützen sollten. Ich selbst möchte gern mit den Jugendlichen darüber ins Gespräch kommen, was sie sich von uns als Kirche wünschen.

Was halten Sie von den Demonstrationen während der Schulzeit?

Dies ist sicherlich ein schwieriges Thema, aber nach allem, was ich weiß, haben viele Schulen hier einen guten Umgang damit gefunden. Ich finde, dass auch persönliches und gesellschaftliches Engagement eingeübt werden muss. Daher sehe ich auch diese Demonstrationen als Teil einer Persönlichkeitsbildung, in der junge Menschen zu einer Haltung finden und gleichzeitig merken, dass sie damit nicht allein sind.

Noch eindrücklicher wäre das Zeichen der Jugendlichen allerdings, wenn sie für ihre Anliegen einen Teil ihrer Freizeit opfern würden.

Was tut denn die sächsische Landeskirche konkret für den Klimaschutz?

Hier gäbe es einiges aufzuzählen: So haben wir als Landeskirche eine Beschaffungsrichtlinie verabschiedet, die neben sozialen auch ökologische Kriterien für die kirchliche Beschaffung beinhaltet. Unterstützt und gefördert werden zudem alle Kirchgemeinden und kirchlichen Einrichtungen, die Klimaschutzmaßnahmen, Maßnahmen für mehr Energieeffizienz und die Beteiligung am Umweltmanagement „Grüner Hahn“ planen. Und für dieses Jahr gibt es die gemeinsame Initiative der Landessynode und der Evangelischen Jugend für einen „Ökumenischen Weg für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung. Er soll Christen und Kirchgemeinden unterstützen, ermutigen und fördern, sich mit den Themen des konziliaren Prozesses neu zu beschäftigen.

Die Evangelische Kirche Mitteldeutschlands hat eine Initiative für ein Tempolimit von 130 km/h gestartet. Wie steht die sächsische Landeskirche dazu?

Als sächsische Landeskirche vertreten wir keine tagespolitischen Einzelpositionen. Allerdings rufen wir unsere Gemeindeglieder zu einer Schärfung der Gewissen auf und ermuntern sie, zu einem nachhaltigen Lebensstil.  

Das Interview führte Tabea Köbsch.

Links zum Thema:

 

 

Schülerdemonstrationen (© Jörg Farys / WWF)
Landesbischof Dr. Rentzing im Interview

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