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Landesbischof besucht Handwerkskammer


29. März 2019

Wie das Handwerk braucht auch die Kirche den Blick nach vorne

DRESDEN – Im Rahmen seiner Visitation im Kirchenbezirk Dresden Nord besuchte Landesbischof Dr. Carsten Rentzing am 28. März die Handwerkskammer Dresden, deren Kammerbezirk Teile Mittelsachsens v.a. das östliche Sachsen bis nach Görlitz und Zittau umfasst. Sie vertritt über 23.000 Handwerksbetriebe mit 125.000 Beschäftigten. Als Gesprächspartner standen der Hauptgeschäftsführer Dr. Andreas Brzezinski und Vizepräsident Reiner Schubert für das Gespräch zur Verfügung.

Das Treffen mit einem Rundgang durch die Ausbildungsbereiche des Hauses organisierten im Vorfeld Peter Pantke vom Bereich ‚Kirche & Handwerk‘ der Kirchlichen Männerarbeit mit dessen Geschäftsführer Michael Seimer, die den Landesbischof und den Superintendenten Albrecht Nollau begleiteten. Dr. Brzezinski benannte die Aufgaben der Kammer im Prüfungswesen, der Bildung und Beratung. Große Themen seien Fachkräftenachwuchs und Geschäftsübergaben.

Eine breit angelegte Imagekampagne zeige Erfolge, da eine gesteigerte Wertschätzung für den Handwerksberuf festzustellen sei. Vizepräsident Schubert weiß von gestiegenen Ausbildungszahlen, allerdings gelte es auch, die jungen Fachkräfte zu halten. Immerhin seien Kosten und Aufwand eines Ausbildungsplatzes für viele Betriebe eine teure Angelegenheit. Die Nachwuchsgewinnung beginne bereits im Kindergarten und setze sich bei Angeboten der Berufsorientierung für Schüler in den Werkstätten der Handelskammer fort.

Superintendent Nollau sprach Entwicklungen in Zeiten der Digitalisierung an. Diese würden nach Ansicht der Handwerksvertreter nicht spurlos am Handwerk vorbei gehen. Das zeige schon das in Sichtweite neu entstehende Bildungszentrum mit modernsten Schweißtechniken. Handwerk bleibe aber Handwerk und eine solide und gute Schulausbildung sei die beste Voraussetzung für einen erfolgreichen Weg ins Handwerk, auch im Sinne von innovativen Entwicklungen.

Landesbischof Dr. Rentzing war sichtlich beeindruckt über den Einsatz und den Optimismus des Handwerks. Auch die Kirche brauche den Blick nach vorne, trotz des unausbleiblichen demografischen Wandels. Das Ziel für beide Seiten sei gleich, die Arbeit für und mit dem Menschen. Zudem müsse die Regionalität gehalten werden. Vizepräsident Schubert verwies auf eine starke Gewohnheit auf dem Lande. Manche Prozesse könnten sich erst über eine neue Generation auswachsen.  

„Die Leute im Handwerk führen ein selbstbestimmtes Leben“ warb Dr. Brzezinski noch einmal abschließend für das Handwerk und leitete zum Ausbildungsbereich über. Er verwies darauf, dass sich die Kammer für Durchlässigkeit von Austausch und Weiterbildung im Ausland und für Integration von ausländischen Fachkräften einsetze.
Die Leiterin des Ausbildungszentrums in der Handwerkskammer, Karina Görner, die ebenfalls am Gespräch teilnahm und auf die Ausbildungsmöglichkeiten hinwies, lud zu einem Rundgang durch die Ausbildungsabteilungen des Hauses ein. So besuchte die Delegation u.a. ein Zahntechnikerlabor, eine Fortbildungsabteilung für Schweißer, einen Bereich mit modernen 3D-Druckern, eine Textilwerkstatt sowie eine Tapezierer- und Malerwerkstatt.   

In der Auslage im Eingangsbereich der Handwerkskammer lagen schon Einladungskarten für den großen zentralen Sächsischen Handwerkergottesdienst am 12. Mai in Dresden. Der vom MDR übertragene Gottesdienst aus der Dresdner Frauenkirche ist Auftakt für einen sich anschließenden Empfang im Kulturpalast.

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