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Landesbischof gratuliert zum Kindertag


01. Juni 2018

Kindergarten St. Martin feierte 70-jähriges Bestehen

MEERANE – Mit einem Besuch im Evangelischen Kindergarten „St. Martin“ am Internationalen Kindertag am 1. Juni würdigte Landesbischof Dr. Carsten Rentzing diese kirchgemeindliche Vorschularbeit sowie das Engagement der Erzieherinnen. Mit den Kindern hielt er eine Andacht und nahm sich anschließend viel Zeit, um mit den Mädchen und Jungen ins Gespräch zu kommen. Er wurde mit Fragen gelöchert, was er gerne esse, welches Gemüse er mag oder wie viele Leute er auf Arbeit habe.

Neben dem Landesbischof waren die Referentin für Kindertagesstätten im Diakonischen Amt, Inga Blickwede, die Ortspfarrerin Birgit Birkner und Kirchvorsteherinnen und Kirchvorsteher der Kirchgemeinde Meerane zu Gast.
Dr. Rentzing erkundigte sich bei der Leiterin Henrike Marosi über die Entwicklung der KiTa in den letzten Jahren. Besondere Herausforderungen seien die baulichen Aufgaben im großen Meeraner Kirchgemeindehaus, der Schlüssel von Erzieherinnen und Kindern und insbesondere die fachliche Begleitung integrativer Maßnahmen. Trotz des großen Engagements der Mitarbeitenden und der von christlichen Grundsätzen getragenen Pädagogik, werden häufig finanzielle Bedarfe nicht ausreichend abgedeckt. Allerdings bescheinigte man der Politik in letzter Zeit eine größere Aufmerksamkeit und Offenheit für die Belange der frühkindlichen Bildung.

Ein weiterer Grund für den Besuch von Dr. Rentzing in dieser Kindertagesstätte ist das 70-jährige Bestehen der KiTa, das am vorigen Wochenende gefeiert wurde. So sang der Liedermacher Gerhard Schöne in der Kirche zwei Geburtstagsständchen. Die Kindertagesstätte verfügt derzeit über 105 Plätze für Krippen- und Kindergartenkinder. Die Gründung des Kindergartens geht auf die Nachkriegszeit zurück, als der damalige Oberpfarrer Georg Krause 1948 die Rückgabe des von den Nazis beschlagnahmten Kirchgemeindehauses aus der Hand der sowjetischen Besatzungsmacht erwirkte, um darin einen Kindergarten zu gründen.

Christliche Kindergärten durch die Zeiten

In dieser Zeit gründeten sich in Sachsen weitere Kindergärten in Trägerschaft von Kirchgemeinden, bis dies mit Beginn des „Kirchenkampfes“ 1953 nicht mehr möglich war. Der SED-Staat versuchte den Einfluss der Kirchen zurückzudrängen. Insbesondere die kirchliche Kinder- und Jugendarbeit war der kommunistischen Ideologie ein Dorn im Auge. Trotzdem konnten die bestehenden Kindergärten, darunter auch einige, die sehr viel älter waren, die DDR-Zeit überstehen. Manche christliche Kindergärten sind vor hundert Jahren oder früher gegründet worden.

In Leipzig dürfte der 1854/1855 in Connewitz gegründete Kindergarten einer der ältesten evangelischen KiTas sein. Die Kindertagesstätte des Elsbethstift in Leipzig-Gohlis wurde vor 155 Jahren gegründet und der evangelische Kindergarten in Leipzig-Stötteritz (Marienkirchgemeinde) vor 150 Jahren.
Der Integrative Kindergarten der Evangelischen Behindertenhilfe Dresden feiert nun gerade an diesem Wochenende mit einem Familiengottesdienst und mit buntem Programm am 3. Juni in der Diakonissenanstalt sein 150-Jähriges Bestehen. Seine Anfänge liegen somit im 19. Jahrhundert, als die Dresdner Neustadt ein sozialer Brennpunkt war und es viele Arbeiterfamilien mit kleinen Kindern gab. Am 24. August 1868 wurde der Kindergarten in einem Gartenhaus in der Holzhofgasse/Ecke Wolfsgasse feierlich eröffnet.

Gegenwart und Perspektiven

Nach 1990 konnten sich die christlichen Kindertagesstätten baulich und konzeptionell neu ausrichten. Neugründungen folgten durch das Engagement von Kirchgemeinden oder durch diakonische Träger. Die Anzahl christlicher KiTas wuchs auf dem Gebiet der Landeskirche bis heute schnell und stetig an. 280 Kindertagesstätten, darunter 78 in kirchgemeindlicher Trägerschaft, verfügen derzeit über gut 25.000 Plätze. Sie sind in der Regel übermäßig nachgefragt.

Die letzten großen Neubauprojekte waren in Dresden-Strehlen (2016), der Ev. Kindergarten Döhlen (Anbau 2016), Ev. Kindergarten Glühwürmchen in Mülsen (2017), Leipzig-Lindenthal (2017), Kirchgemeinde Pegau (Planung) u.a.

Im Jahr 2015 stellte die Landeskirche ihr Perspektivpapier „Wo christlicher Glaube wächst. Perspektiven und strategische Schritte zur Stärkung und Entwicklung Evangelischer Kindertagesstätten in der Ev.- Luth. Landeskirche Sachsens“ vor. Dazu soll in diesem Sommer ein Leitfaden zur Umsetzung des Perspektivpapiers mit dem Titel „Was ist hinter dem Himmel? Religiöse Bildung in Kindertagesstätten miteinander gestalten“ erscheinen. Das Papier führt grundlegende Fragen der religiösen Bildung aus und klärt Voraussetzungen Rahmenbedingungen und Dimensionen des Bildungshandelns.

Kleine Könige von der KiTa St. Martin
Herzliche Begrüßung des Landesbischofs bei den Kindern im Meeraner Kindergarten St. Martin

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