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Landeskirche beruft Frauenkirchenpfarrer


28. Dezember 2020

»Gott und die Welt miteinander ins Gespräch bringen«

DRESDEN - Das Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamt Sachsens beschloss im Einvernehmen mit der Stiftung Frauenkirche Dresden, die vakante erste Landeskirchliche Pfarrstelle der Frauenkirche mit dem Freiburger Pfarrer Markus Engelhardt (59) zu besetzen. Er hatte sich im Rahmen eines Vorstellungsverfahrens, in dem unter anderem eine Andacht und ein Gottesdienst zu gestalten und ein Bewerbungsgespräch zu absolvieren waren, besonders empfohlen.

Landesbischof Tobias Bilz freut sich, dass mit Dekan Engelhardt ein erfahrener Geistlicher an die Frauenkirche Dresden komme, der mit profilierter Theologie und tiefgründiger Verkündigung neue Akzente setzen werde. »Zusammen mit Pfarrerin Behnke und den vielen Mitarbeitenden der Stiftung Frauenkirche Dresden wird er die Friedensbotschaft der Frauenkirche wahrnehmbar weitergeben«, ist der Kuratoriumsvorsitzende überzeugt.

Der Vorsitzende des Stiftungsrates, Joachim Hoof, ist »sehr dankbar, mit Markus Engelhardt einen hervorragenden Theologen und Pfarrer mit langjähriger Leitungserfahrung für die Stiftung Frauenkirche Dresden gewonnen zu haben. Wir sind uns sicher, dass Herr Engelhardt neue Impulse in die vielfältige Arbeit an der Frauenkirche bringen und gemeinsam mit Geschäftsführerin Maria Noth sowie dem gesamten Team der Stiftung das Gotteshaus als offenen und internationalen Ort des Glaubens, der Begegnung und der Musik in die Zukunft tragen wird.«

Wann Pfarrer Engelhardt die Stelle an der Frauenkirche antritt und der Einführungsgottesdienst stattfindet, wird zu gegebener Zeit bekanntgegeben. Er tritt dann die Nachfolge von Pfarrer Sebastian Feydt an, der zum Superintendenten des Kirchenbezirks Leipzig berufen wurde.

Ein erfahrener Theologe und Dekan

Markus Engelhardt, am 24. Juni 1961 in Freiburg/Br. geboren, wuchs als Sohn einer Pfarrersfamilie in Heidelberg auf. Dort ging er zur Schule und absolvierte nach dem Abitur 1980 seinen Zivildienst in einem evangelischen Krankenhaus. Anschließend entschied er sich für ein Studium der Evangelischen Theologie, das ihn auch nach Bern, Erlangen und Tübingen führte. Nach dem Lehrvikariat und der Ordination 1992 war er Pfarrvikar in zwei südbadischen Kirchengemeinden. Seine erste Pfarrstelle hatte Engelhardt zehn Jahre in der Pauluskirchgemeinde in Konstanz am Bodensee. 2007 wurde er zum Dekan des Stadtkirchenbezirks Freiburg gewählt. Er ist zudem Vorsitzender des dortigen Diakonischen Werkes. Er absolvierte Fortbildungen zum Moderator für kirchliche Transformationsprozesse sowie innerhalb eines Ökumenischen Führungstrainings. Markus Engelhardt ist mit einer Pfarrerin verheiratet.

Frauenkirche als ein faszinierender Ort

Nach 13-jähriger Amtszeit als Freiburger Stadtdekan reizt es Engelhardt, seine Erfahrungen, Kompetenzen und Ideen noch einmal in einem neuen Kontext einzubringen und weiterzuentwickeln. Dabei sei es schon länger sein Wunsch gewesen, an einer zentralen Großstadtkirche pastorale Arbeit zu tun und inmitten der säkularen Welt für eine »Kirche am Markt« einzustehen. »Vor diesem Hintergrund erscheint mir die Frauenkirche als ein faszinierender Ort, um Gott und die Welt miteinander ins Gespräch zu bringen«, sagt Engelhardt. »Ich freue mich auch sehr auf die wunderbare Stadt Dresden, die mir durch familiäre Beziehungen in die sächsische Kirche sowie durch Besuche nicht unbekannt ist. Das selbstbewusste Bürgertum und die diversen miteinander konkurrierenden Weltanschauungen in dieser Stadt bilden einen spannenden Kontext für die pastorale Arbeit an der Frauenkirche.«

Zu den Aufgaben von Markus Engelhardt wird – in Zusammenarbeit mit der Inhaberin der weiteren Landeskirchlichen Pfarrstelle an der Frauenkirche, Angelika Behnke – die Wahrnehmung der geistlich-missionarischen Aufgaben an der Frauenkirche Dresden gehören. Zum Aufgabenportfolio dieser Pfarrstelle gehören zudem u.a. die Positionierung der Frauenkirche als Ort gesellschaftspolitischer Diskurse und der Friedens- und Versöhnungsarbeit, die Pflege ökumenischer Kontakte, die projektbezogene Arbeit mit Kindern und Jugendlichen sowie die Zusammenarbeit mit Kultureinrichtungen.

Für die seit August vakante Pfarrstelle der Frauenkirche Dresden hatten sich neben Markus Engelhardt eine Pfarrerin und ein weiterer Pfarrer öffentlich vorgestellt. Eine Auswahlkommission unter Leitung des Landesbischofs sprach eine Empfehlung an das berufende Evangelisch-Lutherische Landeskirchenamt Sachsens aus.

Foto: Timo Sorg
Stadtdekan Markus Engelhardt während seiner Vorstellung in der Frauenkirche Dresden; Foto: Grit Jandura / Stiftung Frauenkirche Dresden

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