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Landeskirche hilft Erdbebenopfer


29. Januar 2021

Sächsische Landeskirche unterstützt aus Mitteln des Katastrophenfonds

DRESDEN - Mit 8.000 Euro unterstützt die sächsische Landeskirche die Arbeit des Vereins Hilfe konkret e.V. im Erdbebengebiet in Kroatien. Der Ökumene-Referent, Oberkirchenrat Friedemann Oehme, sagt dazu: „Es ist uns ein Anliegen, unsere ökumenischen Partner in ihrer Arbeit in Krisenregionen mit Mitteln aus unserem Katastrophenfonds zu unterstützen und damit auch den dort lebenden Menschen Hilfe zukommen zu lassen.“

Nach dem schweren Erdbeben im März vergangenen Jahres in der Umgebung der kroatischen Hauptstadt Zagreb wurde am 29. Dezember 2020 insbesondere die Region um die Städte Petrinja, Sisak und Glina von einem schweren Erdbeben (Richterskala 6,4) getroffen. Inzwischen gab es mehrere hundert Nachbeben. Wohn- und Wirtschaftsgebäude von über 50.000 Menschen wurden beschädigt.

Nach aktuellen Informationen sprach der Generalsekretär des Baptistenbundes, Pastor Zeljko Mraz, von sieben Toten und 26 Schwerverletzten.  Das Krankenhaus in Sisak sei schwer beschädigt worden und Patienten mussten verlegt werden. In den umliegenden ländlichen Gebieten würden viele ältere Menschen alleine in ihren Häusern leben, oft weit weg von den Nachbarn. Mraz schätzt die Situation in den schwer zugänglichen Bergregionen als unübersichtlich ein.  „Gemeindehäuser, die noch in einem entsprechenden Zustand sind, wurden für Übernachtungen der Menschen geöffnet. Viele Menschen haben jedoch aus Angst vor weiteren Beben im Freien übernachtet. Freiwillige aus unseren Gemeinden brachten Matratzen und Decken sowie haltbare Lebensmittel als erste Nothilfe“, so der Pastor.

Die Region um das Epizentrum ist zudem ehemaliges Kriegsgebiet. Viele Häuser wurden in den letzten 25 Jahren mühsam wieder aufgebaut. Die jungen Menschen sind fast alle aus der ländlichen Region weggezogen. Aber auch in den Städten Petrinja und Sisak bleibt die Situation herausfordernd, da die Zerstörungen auch dort sehr groß sind.

Johannes Neudeck, Vorsitzender des Vereins Hilfe konkret e. V., berichtet über den Einsatzort: „In den letzten Tage waren verschiedene Teams aus Gemeinden auch aus dem Norden Kroatiens (Region Cakovec) unmittelbar im Einsatz. Wir hatten noch Matratzen und Decken im Lager in Puscine, die wir auf zwei Transportfahrzeuge verladen haben. Auf diese Weise konnten Notlager für Menschen in noch intakten Gemeindehäusern in der Krisenregion eingerichtet werden. Ein Transporter brachte inzwischen die zwei ersten Wohncontainer ins Erdbebengebiet. Wir planen mit diesen Wohncontainern Menschen eine sichere und vorübergehende Bleibe zu bieten. Ein neuer Wohncontainer mit Bad kostet inkl. Transport ca. 4.000 Euro. Bis Ende Januar können wir zehn Container bereitstellen.  Sobald wir weitere Mittel hätten, könnten wir auf jeden Fall in einem ersten Schritt bis zu 40 Container einsetzen, um Menschen zu helfen. Auf diese Weise können Betroffene auf ihrem Grundstück bleiben, das Umfeld und gegebenenfalls ihr Kleinvieh bewirtschaften. Diese Container werden in Serbien gefertigt und nur für die Dauer der Notlage zur Verfügung gestellt, danach werden sie für die Arbeit in einem Freizeit- oder Jugendcamp eingesetzt bzw. für andere kirchlich-diakonische Zwecke genutzt.“

Neudeck sagt zudem weitere notwendige Basisnothilfe zu, so Reparaturen von Dächern und weiterer Notmaßnahmen. Dazu stünden zahlreiche Freiwillige bereit. Auch die geistliche und seelsorgerliche Arbeit werde weitergehen. Weitere Informationen: www.hilfekonkret.de

Hilfe mit ökumenischen Partnern in Katastrophenregionen

Die sächsische Landeskirche hat einen Fonds, aus dem sie ökumenische Partner unterstützt, die in Krisenregionen oder nach Naturkatastrophen vor Ort humanitäre Unterstützung und Hilfe leisten. So unterstützte die Landeskirche 2019 die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe im Bürgerkriegsland Jemen, wo gut 24 Millionen Menschen an Hunger leiden, mit 10.000 Euro. Aus dem Katastrophenfonds der Landeskirche wurden außerdem 10.000 Euro über das Leipziger Missionswerk für Zyklonschäden an die indische Partnerkirche und 8.000 Euro über das Deutsche Nationalkomitee LWB für Hilfe für Flüchtlinge aus Venezuela in Kolumbien an den Lutherischen Weltdienst ausgezahlt. Weitere 10.000 Euro stellte die Landeskirche für die Menschen in Mosambik zur Verfügung, nach dem der Zyklon Idai im März 2019 das afrikanische Land schwer getroffen hatte. Zwei andere Schwerpunkte der Katastrophenhilfe waren die Hungerhilfe in Ostafrika und die Versorgung von Bürgerkriegsflüchtlingen in der Krisenregion Syrien.

Frau vor ihrer neuen Container-Unterkunft
Team des Vereins erkunden vor Ort die Schäden
Bereits viele notwendige Hilfsgüter wurden schon verteilt

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