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Landeskirche würdigt Prof. Dr. Magirius


17. Juni 2021

Die Bedeutung der Kirchen im örtlichen Kontext nicht aus dem Blick verloren 

DRESDEN – Die Landeskirche gedenkt des am 13. Juni 2021 in Radebeul verstorbenen sächsischen Landeskonservators a.D. Prof. Dr. habil. Dr. h.c. Heinrich Magirius (1934-2021), der über einen langen Zeitraum in fruchtbarer Zusammenarbeit mit der kirchlichen Baupflege stand und in Sachsen zum Erhalt bedeutender kirchlicher Baudenkmale zu DDR-Zeiten und danach beitrug.

„Seine kluge und mutige Unterstützung aus den Notwendigkeiten der Denkmalpflege in Verbindung mit seinen persönlichen Überzeugungen beschränkten sich nicht auf prestigeträchtige Einzelobjekte, würdigt der Präsident des Landeskirchenamtes, Hans-Peter Vollbach, den Nestor der Denkmalpflege“. Magirius habe neben seinem Einsatz für den Erhalt der bedeutsamen Dome in Freiberg und Meißen sowie der Leipziger Thomaskirche nicht die Lebensbezüglichkeit der vielen wertvollen Kirchen in ihrer frömmigkeitsgeschichtlichen Bedeutung für die Kirchgemeinden vor Ort aus dem Blick verloren. „Daher gilt der Dank seiner Arbeit für die Erhaltung der Dorfkirchen genauso, wie für die Vision und die nachhaltige Unterstützung beim Wiederaufbauwerk der Dresdner Frauenkirche und dem Erhalt des Meißner Doms.“

So gehörte Heinrich Magirius zu den Unterzeichnern des „Rufs aus Dresden – 13. Februar 1990“ und er war damit Gründungsmitglied der Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Frauenkirche. Von 1991 bis 2012 war er Vorstandsmitglied der Fördergesellschaft, von 1991 bis 1994 Vorstandsmitglied der Stiftung Frauenkirche Dresden e.V. sowie Mitglied mehrerer Arbeitsgruppen und Fachbeiräte. 2012 wurde er zum Ehrenmitglied der Fördergesellschaft ernannt.

Das Hochstift Meißen berief Prof. Magirius auf dem Herbstkapiteltag 1994 ins Domkapitel zu Meißen. Das Amt des Domherrn versah er bis zu seiner Resignation im Jahr 2012. Seit 1999 hatte er die Beratung und Fachaufsicht in allen denkmalpflegerischen Angelegenheiten für das Hochstift Meißen und gestaltete und prägte mit seiner außerordentlichen Kompetenz maßgeblich die nach der deutschen Wiedervereinigung bis ins Jahr 2002 andauernden Restaurierungsarbeiten im Dom zu Meißen.

„Dem christlichen Glauben und der Kirche evangelisch-lutherischer Prägung hat sich Heinrich Magirius zu allen Zeiten zugehörig und verbunden gefühlt. Die Berufung zum Domherrn empfand er als Ehre und hohe Verpflichtung, der er stets mit großer Hingabe und Verantwortung erfüllte“, würdigt ihn das Hochstift Meißen.

Der 1934 in Dresden geborene Magirius studierte ab 1952 Kunstgeschichte, Klassische und Christliche Archäologie in Greifswald und Leipzig. Über vier Jahrzehnte lang stand er im Dienst der sächsischen Denkmalpflege und führte ihre exzellente Tradition mit herausragenden Ergebnissen weiter. Sein Wirken als Kunsthistoriker und Denkmalpfleger ist eng mit vielen höchst bedeutenden Denkmälern in ganz Sachsen verbunden.

Prof. Magirius legte wichtige Grundlagen für die denkmalpflegerische Arbeit und begleitete neben der Frauenkirche auch den Wiederaufbau der Semperoper und des Residenzschlosses in Dresden. Seit 1991 war er Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig. Das Amt des Landeskonservators im Landesamt für Denkmalpflege Sachsen hatte er von 1994 bis 1999 inne. Zudem gründete er die Sächsische Akademie der Künste mit.

Darüber hinaus erwarb er sich herausragende Verdienste als Wissenschaftler, als Hochschullehrer und als Autor namhaftester Publikationen über die sächsische Denkmalpflege und bedeutende Denkmäler erworben. Er trug mit großem Engagement und starkem Glauben dazu bei, für die Kunst- und Kulturgeschichte sowie die Denkmalpflege in Sachsen ein nötiges öffentliches Bewusstsein herzustellen.
Mit dem Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland wurde Dr. Magirius 1995 ausgezeichnet. 2004 erhielt er den Sächsischen Verdienstorden.

  • Am morgigen Freitag, 18. Juni, läutet die Johannes-Glocke des Meißner Doms ab 13:00 Uhr in 3 Pulsen für jeweils 15 Minuten zum Ableben von Domherr Professor Dr. Dr. h.c. Heinrich Magirius, der am vergangenen Sonntag, 13.06.2021, im Alter 87 Jahren verstarb.
Prof. Dr. Magirius gehörte von 1994-2012 als Domherr dem Domkapitel an

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