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Landeskirche zum Tod von Peter Schreier


27. Dezember 2019

Auch als Weltstar in Oratorien und Passionen in den Kirchen präsent 

DRESDEN – Die Landeskirche gedenkt des am 25. Dezember 2019 verstorbenen Dresdner Sängers und Dirigenten Peter Schreier. Der weltbekannte Tenor war früh durch die sächsische Kirchenmusiktradition geprägt, wuchs in einem Kantorenhaus in Constappel (Gauernitz) bei Dresden auf. Seine Vorbereitung auf den Dresdner Kreuzchor begann 1943. Nach der Zerstörung der Stadt und der Kreuzkirche im Februar 1945 war er am 1. Juli 1945 einer der ersten Sänger, die die Behelfsunterkunft im Kellergeschoss der Oberschule Dresden-Plauen bezogen. Kurz darauf, am 4. August 1945, sang er in der legendären Vesper in der zerstörten Kreuzkirche mit, nachdem die Kruzianer mitgeholfen hatten, die Kirche notdürftig vom Schutt zu befreien.  

Zeit seines Lebens war Peter Schreier dem Dresdner Kreuzchor verbunden geblieben. Später bekannte er: „"Chor ist für mich eine Gattung, wo Musikalität und Disziplin Voraussetzung sein müssen. Vom Singen geht eigentlich alles aus. Die Zeit im Kreuzchor war etwas Besonderes für mich, weil wir ja nach dem Krieg bei null anfangen mussten. Meine besten Freunde stammen aus dieser Zeit".  

Für den berühmten Kreuzkantor Rudolf Mauersberger war der junge Peter Schreier ein außergewöhnlicher Altsolist, für den er in seinen Chorwerken besondere Soli komponierte. Die Rundfunkaufnahmen davon - auch aus dem Bach-Jahr 1950 - sind beeindruckende historische Kostbarkeiten geblieben.  

Nach seinem Gesangsstudium hat er in innerer Verbundenheit immer wieder in der 1955 zunächst notdürftig wiederhergestellten Kreuzkirche gesungen. Unzählige Male hatte er hier und auch in der Thomaskirche zu Leipzig beeindruckend die Solopartien in Oratorien und vor allem in den Passionen Johann Sebastian Bachs gesungen. Dies tat er auch weiterhin, als er bereits ein gefeierter Weltstar auf den großen Opernbühnen der Welt und Liedgestalter war.  

„Peter Schreier war in seinen musikalischen Wurzeln nicht nur durch die Kirchenmusiktradition in Sachsen geprägt, sondern fühlte sich in deren Weiterbestand und Weiterentwicklung zeitlebens verbunden, insbesondere dem Dresdner Kreuzchor und dessen Heimatkirche, der Kreuzkirche zu Dresden“, erinnert sich OLKR i.R. Dr. Christoph Münchow, der selbst lange Jahre im Kreuzchor gesungen hat.

Im Übrigen blieb Schreier auch seiner Meißner Heimat eng verbunden. So waren seine Benefizkonzerte für die Kirchen der Region ein großer ehrenamtlicher Beitrag am Leben der Landeskirche. In dieser Hinsicht war Peter Schreier auch eine Stimme der Landeskirche.

Peter Schreier spricht am Abend des 14.12.2016. - Chormusik zum Advent von Dresdner Kreuzkantoren zur Ausstellung „800 Jahre Kreuzchor“ in der SLUB Dresden

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