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Leben am Toten Meer


08. Oktober 2019

Archäologie aus dem Heiligen Land

CHEMNITZ – Derzeit präsentiert das Staatliche Museum für Archäologie Chemnitz (smac) die neue Sonderausstellung „Leben am Toten Meer – Archäologie aus dem Heiligen Land“.

Zu dieser Region hat es weder in Deutschland noch in Europa je eine Ausstellung gegeben, die sich mehr als einem Teilaspekt widmete, obwohl fast jeder das Tote Meer kennt und die Entdeckung der Schriftrollen von den Höhlen von Qumran vor 70 Jahren um die ganze Welt ging. 

Die biblischen Geschichten von Sodom und Gomorra sowie die Zerstörung der Stadtmauern von Jericho durch Posaunenklänge sind weithin bekannt und das Mitbringen von Jordanwasser zur Taufe von Kindern und Enkeln bei christlichen Pilgern ins Heilige Land ist gängige Sitte. 

Diese museale Lücke schließt die Sonderausstellung „Leben am Toten Meer“, die das smac bis zum 29. März 2020 präsentiert.
Insbesondere für Kirchgemeinden und Gruppen, die schon mal diesen eindrücklichen Ort besucht haben oder besuchen wollen, gibt diese Ausstellung eine lebendige Erinnerung oder Impulse der Inspiration. 

Sonderausstellung einer langen Kulturgeschichte der Region

In „Leben am Toten Meer“ wird die Kulturgeschichte der Region in einer zeitlichen Tiefe von rund 12.000 Jahren und in acht Themenfeldern vorgestellt.

Gemäß des Gestaltungskonzepts von Szenographie Valentine Koppenhöfer, Weimar, ziehen sich die Themen konzentrisch um ein medial bespieltes Landschaftsmodell des Toten Meeres. In ihrer baulichen Form nehmen die Themenpfade von innen nach außen an Höhe zu, um so den Charakter der Landschaft einzufangen.

Das Landschaftsmodell und die dazugehörigen Medienstationen stellen die für die meisten Mitteleuropäer fremde Natur und Umwelt der Wüstenlandschaft vor und erläutern die Lebensgrundlagen der Menschen. Um das Modell herum schließen sich dann konzentrisch die Themen Wellness, Mobilität, Höhlen-Dörfer-Städte, Macht und Ohnmacht sowie Kult und Religion an. Sie werden vor allem durch Exponate, aber auch durch Modelle und virtuelle Rekonstruktionen beleuchtet.

Abgerundet wird die Präsentation zum einen durch einen Bereich zur Forschungsgeschichte, die durch das Spannungsfeld aus Religiosität, Wissenschaft und Politik geprägt ist. Zum anderen werden die außerordentlichen Textilfunde, deren Erhalt der extremen Trockenheit der Region geschuldet ist, vorgestellt.
Obwohl der Schwerpunkt der Ausstellung auf der Zeit bis zur Frühislamischen Epoche liegt, wird jeweils ein Ausblick auch in die Gegenwart gegeben, beispielsweise mit drei aktuellen Interviews zum Leben in dieser Konfliktregion. 

Ziel der Ausstellung ist es, die Kulturgeschichte dieser lebensfeindlich anmutenden und dennoch anziehenden Region vorzustellen, die auch in der Vergangenheit keine Einheit darstellte, und viel mehr bietet als nur Schreckensszenarien wie Sodom und Gomorra. 

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