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Mit Kunstausstellungen in die Sommerzeit


13. Juni 2020

Derzeit Ausstellungen in Dresden, Chemnitz und Meißen

DRESDEN – Mit der wärmeren Jahreszeit ziehen wieder vielfältige Kunstausstellungen in Kirchenräume oder deren angrenzende Bereiche ein.  Bereits Ende Mai öffnete in der Dresdner Dreikönigskirche unter dem Titel „Geistige Zeichen setzen!“ eine Ausstellung mit Werken von Friedrich Press. Die Ausstellung von Skulpturen und wenigen Zeichnungen gibt einen Überblick seiner letzten 30 Schaffensjahre. Die gezeigten Leihgaben der Familie Preß vermitteln seinen künstlerischen Anspruch zur Formenreduktion, um damit geistige Zeichen zu setzen. Zu sehen sind die Werke wochentags von 11:00 bis 14:00 Uhr im Haus der Kirche (Dreikönigskirche) noch bis Mitte August. 

Der aus Westfalen stammende Press (1904-1990) war Bildhauer, Maler und Kirchenraumgestalter. Er verbrachte einen Großteil seines Lebens in Dresden und war in über 40 katholischen und evangelischen Kirchen in beiden deutschen Staaten künstlerisch tätig. Press arbeitete als freischaffender Künstler und erregte mit seinen Werken große Aufmerksamkeit. Seine Kunst galt bei den Nationalsozialisten als „entartet“, er erhielt zunächst keine öffentlichen Aufträge mehr. 1946 kehrte er aus der Kriegsgefangenschaft in das zerstörte Dresden zurück und widmete sich nach wenigen öffentlichen Aufträgen hauptsächlich der Sakralkunst und Kirchenraumgestaltung.

In der Chemnitzer Stadt- und Marktkirche St. Jakobi ist seit 4. Juni die Ausstellung „WAS BLEIBT - Ein Ausweg aus der Sprachlosigkeit“ von Carla Weckeßer zu sehen. „Der schönste, erhabenste Teil der Kunst ist, wenn sie uns zu lehren vermag zu sehen, was doch sichtbar ist, was notwendig sichtbar werden muss, sobald es im Sichtbaren gezeigt worden ist - aber doch desjenigen bedarf, der es aufzuwecken imstande ist, wie es der Bilderwelt von Carla Weckeßer gelingt“, sagt der Salzburger Prof. Hannes Baier zu ihrer Malerei und Grafik.

Carla Weckeßer wurde 1949 im Johnsdorf/Oberlausitz geboren und wuchs in Berlin auf. Nach einem Technikstudium in Ilmenau und einem Fernstudium für Literatur- und Kulturwissenschaft an der KMU Leipzig, war sie in Ilmenau und Dresden vielfältig in der Kunst- und Kulturszene tätig. Seit 1984 als freischaffende Künstlerin in Dresden, absolvierte sie in den 1990er Jahren eine kunsttherapeutische Ausbildung und arbeitete in dieser Profession mit Kindern und Jugendlichen.
Neben den Öffnungszeiten der Ausstellung in der Jakobikirche werden von der Künstlerin am 18.06.| 02.07.| 16.07.| 23.07. zwischen 11:00–13:00 Uhr angeboten.

Im Kreuzgang (St. Afra-Klosterhof) der Evangelischen Akademie Meißen sind ab 6. Juni unter dem Titel „Zündstoff ZB 100“ hundert Grafiken zu sehen, die in den „Zündblättchen“ der überelbischen Blätter für Kunst und Literatur Abdruck fanden. Die Ausstellung zu Bild- und Wortwerken ist bis zum 27. September zu sehen.

Im Meißner Goldgrund, in der einstigen Bickfordschen Zünderfabrik, initiierten 2004 der Maler, Grafiker und Poet Wolfgang E. HerbstSilesius, die Verlegerin Bettina Viktoria Hennig und die Objektkünstlerin Else Gold ihre Zündblättchen, die jetzt zum hundertsten Mal erschienen sind.

Von der Elbe aus Sachsen kommend, machten sie sich auf, Ost und West zu verbinden. In den sechzehn Jahren hat sich ein künstlerisches Netz von Meißen durch Deutschland und Europa bis nach Australien gespannt. Die kleinen Hefte auf schlichtem Papier in Schwarz-Weiß-Druck verbinden nicht nur Künstlerinnen und Künstler und Schriftstellerinnen und Schriftsteller, sondern sorgen inzwischen auch für lebhaften Austausch mit dem Publikum.

Friedrich Press Ausstellung in Dresdner Dreikönigskirche
Zwei Bilder von Carla Weckeßer mit Frauen und Kind
Bild- und Wortwerke - Ausstellung ZB 100 in der Ev. Akademie Meißen

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