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Mitgliederentwicklung in der evangelischen Kirche


21. Juli 2017

EKD-Statistik weist hohe Verbundenheit der Kirchenmitglieder auf

HANNOVER - Das kirchliche Leben in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) hat sich im vergangenen Jahr als weitgehend stabil erwiesen. Das belegen die statistischen Zahlen des Jahres 2016, die die EKD am 21. Juli 2017  in Hannover veröffentlicht hat. Demnach gehörten zum Stichtag 31.12.2016 insgesamt 21.922.187 Menschen einer der 20 Gliedkirchen der EKD an. Gegenüber dem Vorjahr ist dies ein Rückgang von 1,57 Prozent.

Zurückzuführen ist der leichte Rückgang wesentlich auf den demografischen Wandel in Deutschland. Im Jahr 2016 verstarben rund 340.000 Mitglieder der evangelischen Kirche.

Um weitere zehn Prozent gesunken ist hingegen erneut die Zahl der Austritte aus der evangelischen Kirche. Nach den aktuellen Berechnungen auf Basis der gemeldeten vorläufigen Zahlen aus den Gliedkirchen der EKD traten 2016 rund 190.000 Menschen aus der evangelischen Kirche aus. Im Jahr zuvor waren es noch 210.000.

Erstmals seit drei Jahren traten im Jahr 2016 weniger Menschen aus der evangelischen Kirche aus als Mitglieder im selben Zeitraum durch Taufe (180.000) oder Aufnahme (25.000) hinzukamen.

Auf hohem Niveau stabil ist weiterhin das in den Landeskirchen verzeichnete ehrenamtliche Engagement der Kirchenmitglieder. In der evangelischen Kirche waren neben rund 236.000 hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern rund 1.114.000 Ehrenamtliche tätig.

Demografischer Wandel trifft die Kirche in Sachsen besonders

DRESDEN - Die Mitgliederentwicklung in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens spiegelt eine vergleichbare Tendenz zu den jetzt vorgestellten EKD-Zahlen wider, die aber vor dem Hintergrund der Alltagswirklichkeit in den östlichen Bundesländern zu betrachten ist. So ist von einem deutlich geringeren Anteil der Kirchenmitgliedschaft an der Gesamtbevölkerung auszugehen, einer verschärften negativen demografischen Entwicklung (Sterbeüberschuss) mit geburtenschwachen Jahrgängen, die jetzt ins Berufsleben eintreten, sowie der aus der Geschichte erklärbaren geringeren Erwartung von Wiedereintritten.

Die stärkste Veränderung zu den vorläufigen statistischen Angaben ist beim Rückgang der Kirchenaustritte von 7.656 (2015) auf 6.085 im letzten Jahr zu verzeichnen. Das sind gut 20 Prozent. Da es vom Jahre 2000 bis 2012 bereits einen kontinuierlichen Rückgang von 7.375 auf 4.250 Austritte gab, besteht die Hoffnung, in der weiteren Entwicklung wieder daran anknüpfen zu können. Die im Jahre 2014 wegen der Missverständnisse um das Einzugsverfahren der Abgeltungssteuer auf Kapitalerträge hochgeschnellten Austrittszahlen (11.200!), dürfte eine bedauerliche, aber somit singuläre Erscheinung gewesen sein.

Über die nächsten Jahre weiter begleiten wird die Landeskirche jedoch der Verlust von Gemeindegliedern aufgrund der negativen demografischen Entwicklung in Sachsen. So sind 2016 13.586 evangelische Gemeindeglieder verstorben. Das ist ein demografisches Minus von gut 1,9 Prozent. Nicht berücksichtigt sind Wanderungsbewegungen in und aus der Landeskirche.

Die Taufzahlen liegen im Jahr 2016 mit 5.960 Taufen knapp unter denen von 2015 mit 6.081. Nach den vorläufigen Zahlen dürften aber die Erwachsenentaufen erneut gestiegen sein: 1.000 Erwachsenentaufen (2016) zu 941 (2015) und zu 759 (2014). Die Zahl der Übertritte aus anderen Kirchen und Religionsgemeinschaften in die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens lag im Jahr 2016 bei 510.

Insgesamt betrug die Mitgliederzahl in der sächsischen Landeskirche Ende letzten Jahres 701.008, was Prognosen zur Gemeindegliederentwicklung erwarten ließen. Dies bedeutet einen Rückgang von Gemeindegliedern von 1,77 Prozent zu 2015 (713.650).

„Evangelische Kirche in Deutschland – Zahlen und Fakten zum kirchlichen Leben“, Ausgabe 2017

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