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Nagelkreuz von Coventry für Gedenkstätte Sophienkirche


13. Februar 2019

In Dresden gibt es bisher vier sogenannte Nagelkreuzzentren

DRESDEN / COVENTRY (epd) - Als Zeichen für Versöhnung und Frieden hat die Gedenkstätte Sophienkirche-Busmannkapelle in Dresden am Dienstag ein Nagelkreuz aus dem britischen Coventry erhalten. Damit werde erstmals eine öffentliche Einrichtung mit dem internationalen Friedenssymbol geehrt, sagte der frühere sächsische Oberlandeskirchenrat Harald Bretschneider, der sich seit Jahren für die Gedenkstätte engagiert.

Bisher hatten das Nagelkreuz Kirchgemeinden bekommen, die sich besonders für Frieden und internationalen Austausch einsetzen. Das Kreuz aus drei nachgebildeten Zimmermannsnägeln der zerstörten Kathedrale von Coventry ist das christliche Symbol für die Idee der Versöhnung der Nationen nach dem Zweiten Weltkrieg.

Überreicht wurde es in Dresden vom anglikanischen Bischof aus Coventry, Christopher Cocksworth. An der Verleihung nahm auch Sachsens evangelischer Landesbischof Carsten Rentzing teil. Die erste Nagelkreuzgemeinde wurde nach dem Zweiten Weltkrieg in der Kathedrale Coventry gegründet. Vor dort aus hatte diese weltweite Versöhnungsarbeit begonnen.

In Dresden gibt es bisher vier sogenannte Nagelkreuzzentren, dazu gehören die Frauenkirche und die Kreuzkirche. Die Vergabe des Nagelkreuzes soll künftig auch für öffentliche Einrichtungen geöffnet werden. Gedacht wird dabei zum Beispiel auch an Schulen, um die jüngere Generation zu sensibilisieren.

Das etwa 60 mal 40 Zentimeter große Kreuz wird an einer Wand in der noch im Bau befindlichen Busmannkapelle hängen. Es wurde in Coventry geweiht. Die Gedenkstätte Sophienkirche-Busmannkapelle soll nach zehnjähriger Bauzeit im Herbst fertiggestellt werden. Der Neubau entsteht am früheren Ort der gotischen Sophienkirche. Die Baukosten werden auf rund 3,5 Millionen Euro beziffert.

Im letzten Bauabschnitt soll das Sockelgeschoss ausgebaut werden. Einen Eröffnungstermin für die Gedenkstätte gibt es aber noch nicht. Die Bauarbeiten hatten 2009 begonnen. Wegen fehlender finanzieller Mittel sowie aus bautechnischen Gründen verzögerten sie sich mehrfach.

Die gotische Sophienkirche war einst die älteste Kirche der Stadt. Sie wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt und in der DDR auf Geheiß der kommunistischen Regierung Anfang der 1960er Jahre abgetragen. Für die Gedenkstätte ist die Busmannkapelle, die um 1400 angebaut worden war, abstrahiert nachgestaltet worden. Sie wird von einem gut 14 Meter hohen Glasbau umgeben. Im Keller entstand ein Raum der Stille… (©epd ost 12.02.2019)

Blick von oben in die Busmannkapelle
Nagelkreuzübergabe in der Busmannkapelle anläßlich der 60-jährigen Städtepartnerschaft zwischen Coventry und Dresden
Modell der Sophienkirche

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