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Osterbotschaft des Landesbischofs


04. April 2021

Wenn wir nur für dieses Leben auf Christus hoffen, sind wir bedauernswerter als alle anderen Menschen. Nun ist Christus aber vom Tod auferweckt worden, und zwar als Erster der Verstorbenen. 1. Kor. 15,19f 

„Wir erleben das zweite Osterfest in der Corona-Zeit – und es ist stärker als im letzten Jahr von Sehnsucht und Hoffnung geprägt.  Wir sehnen uns nach nichts so sehr, wie nach dem Ende der Corona-Pandemie. Manche von uns fühlen sich wie Langstreckenläufer, die gerade am sogenannten „Toten Punkt“ angekommen sind, jenem Moment, an dem ein Weiterlaufen unmöglich erscheint. Sie können und wollen nicht mehr. Wie gut wäre es, wenn jetzt die Ziellinie bereits in Sichtweite käme. Die aber verschwimmt gerade wieder im Nebel des Ungefähren und wir ahnen, dass es noch ein Stück Weg bis dahin sein wird. 

Solche Erfahrungen sind auch in der Bibel beschrieben. Die Worte des Apostels Paulus aus dem 1. Korintherbrief entstammen wahrscheinlich einem Moment der Niedergeschlagenheit, vielleicht sogar seinem ganz persönlichen „Toten Punkt“. Er fühlt sich kraftlos und schreibt an gegen die Verzweiflung. Zugleich hält er seine Hoffnung fest und gibt weiter, was er trotz allem glaubt: Jesus hat den Tod überwunden. Diese Überzeugung gibt ihm nicht nur Kraft zum Leben, sondern auch Hoffnung im Leiden und Sterben. Deswegen ist der Glaube für ihn nicht nur Hilfe für sein jetziges Leben, sondern Quelle der Hoffnung für das, was danach kommt. 

Dass es jemandem nicht nur um Schutz und Erhalt seines irdischen Lebens geht, mutet uns in diesen Tagen eigenartig an. Lebensrettung und Lebenserhaltung haben oberste Priorität. Alle erdenklichen Anstrengungen werden dafür unternommen, Ansteckung zu verhindern oder zu minimieren und Erkrankte vor dem Sterben zu bewahren. Dazu versuchen wir alle derzeit beizutragen, was uns möglich ist. Wir Christen legen besonderes Augenmerk auf den Schutz der Schwachen, die Begleitung Leidender, die Seelsorge an Sterbenden und den Trost für Trauernde. Das ist unser Dienst in dieser schweren Zeit. Damit verbinden wir uns mit allen, die Opfer bringen müssen.

Dinge, die uns das Leben als lebenswert erscheinen lassen, müssen zurückgestellt, manchmal ganz aufgegeben werden. Existenzen sind bedroht. Es gibt Augenblicke, in denen sich das furchtbar schwer anfühlt, leidvoll und hoffnungslos. Für solche Situationen hat Paulus das aufgeschrieben, was ihm selbst damals Kraft gegeben hat: das Vertrauen darauf, dass aus Leid am Ende Segen wird. 

Für uns kann das eine Ermutigung sein: Auch unser Einsatz und unsere Opfer bewirken Segen! Daraus werden neue Lebensmöglichkeiten entstehen.
Wir Christen glauben an die Auferstehung und sind in diesem Glauben mit Jesus Christus, dem Auferstandenen, verbunden. Deshalb beten wir an den Gräbern und geben unsere Verstorbenen in Gottes Hand. Er wird ihnen neues Leben schenken, das ist unsere Hoffnung. 

Lassen Sie sich in diesen Tagen und in dieser Zeit berühren von dieser Osterhoffnung, die Christen auf der ganzen Welt in schwierigen Zeiten Kraft und Trost gegeben hat und gibt.“  

Tobias Bilz, Ostern 2021

Landesbischof Tobias Bilz
Vertrauen darauf, dass aus Leid am Ende Segen werde

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