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Schritte ins Neue Jahr


01. Januar 2021

„Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist!“ (Luk.6,36)

DRESDEN - Die letzten Andachten mit Gebet, Musik und Meditation führten am Altjahresabend in das Neujahrsgeläut der rund 3.600 Glocken sächsischer Kirchen. Neben den besonderen Hoffnungen und Erwartungen für das Neue Jahr ist den vielen haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu danken, die zum Weihnachtsfest in Vespern, Gottesdiensten, im Rahmen offener Kirchen sowie durch digitale Angebote coronabedingt für ein sicheres und gutes Gelingen gesorgt haben.

So stellte die sich entwickelnde Pandemie letztes Jahr die Kirchgemeinden vor schwere Entscheidungen, was, wie und unter welchen Umständen stattfinden kann. Schließlich bestimmte die epidemiologische Entwicklung von SARS CoV-2 so das Leben, dass es massiv in wichtige kirchgemeindliche Bezüge eingriff. In einem Schreiben an die Mitarbeitenden der Landeskirche resümiert Landesbischof Tobias Bilz: „Ich staune und ich bin von Herzen dafür dankbar, wie Ehrenamtliche und Hauptberufliche unserer Landeskirche mit Kreativität und Herzblut für andere da waren“.

Ermutigende Schritte der Barmherzigkeit

Insbesondere die Versammlung, die Begegnung, das gemeinsame Musizieren sowie die Bildungsarbeit mussten ausfallen oder sich neu in digitalen Formaten finden und sich erproben. Zum Jahresbeginn kann angesichts der Entwicklungen der letzten Tage und Wochen leider kein Schlussstrich gezogen werden, weil wir noch genau dort stehen, wo das alte Jahr zu Ende ging. Deshalb gilt es, weiterhin vorsichtig, umsichtig und solidarisch zu sein sowie umso mehr auf andere zu achten und sie mitzunehmen, denn nur gemeinsam wird der Weg aus dem dunklen Tal zu bewältigen sein.

Das lässt an den Psalm-Beter (Kap. 23) im Alten Testament denken, der auf den tröstenden und helfenden Gott verweist. Damit ist noch nichts durchstanden, aber eine Hoffnung liegt in dieser Zusage, dass ein Leben lang Gutes und Barmherzigkeit folgen werde. Die diesjährige Jahreslosung greift es in der Christus-Aussage bei Lukas im Neuen Testament auf und entlässt die Menschen aus der passiven und vereinzelten Position des Erleidens und ermutigt Schritte der Barmherzigkeit zu gehen. Das bedeutet Zuwendung, das Zugehen und Zupacken in der Zeit des Wandels.

Schrittweise in die Umsetzung der Projekte 2021

Wie für das letzte Jahr, gab es auch für 2021 große Pläne für gemeinsame Veranstaltungen, für das Zusammenführen kirchgemeindlicher und gesamtkirchlicher Aktivitäten sowie für Begegnung von Christinnen und Christen. Leider wird sich dies mindestens für das erste Quartal noch auf Erfahrungen in digital-virtuellen Kommunikationsformen stützen müssen. Kaum ein Markenzeichen der evangelischen Kirche war so auf die „Probe“ gestellt und in Einschränkung gezwungen wie der Gemeindegesang, die Chorarbeit von Sängerinnen und Sängern und das gemeinsame Musizieren in Posaunenchören sowie das große konzertante Musizieren vieler Musiker und Musikerinnen. Großer Dank galt und gilt dem Durchhalten und der vielfältigen digitalen Formate der kirchenmusikalischen Verkündigung. [Neujahrsgruß der Arbeitsstelle Kirchenmusik]

Dem Orgelspiel kommt eine besondere Rolle zu, da es häufig die einzige musikalische Begleitung darstellt und somit mit dem Klang in den Kirchen die Zeit der Einschränkungen überbrückt. Daher ist es eine passende Fügung, dass schon vor längerer Zeit die Idee entstand, für Sachsen die Orgel als Instrument des Jahres 2021 auszurufen. Ein entsprechender Aufruf von sächsischer Landeskirche und Sächsischem Musikrat zur Mitwirkung erging an die Kirchgemeinden. Initial war eigentlich, dass der Orgelbau und die Orgelmusik in Deutschland im Jahr 2017 in die UNESCO-Liste des Immateriellen Kulturerbes aufgenommen worden waren. Gerade in Sachsen mit seinen rund 1.450 Kirchenorgeln steht für diese Tradition. So soll das Jahr 2021 genutzt werden, um mit dem Thema Orgel die Menschen zu berühren, zu informieren und durch zahlreiche Veranstaltungsformate einzubeziehen. Es ist bereits über die Förderung von gut 70 Projekten entschieden, die je nach der aktuellen Pandemie-Lage umgesetzt werden.

Weitere Projekte im Digital-Format vorangeschritten

Die meisten Veranstaltungen werden wohl digital angeboten, so auch die für Januar stattfindenden Gebetswochen und die Vorbereitung auf den Weltgebetstagsgottesdienst, der zwischen dem 16. und dem 28. Januar an vier Tagen und Räumen virtuell stattfinden soll. Der diesjährige Weltgebetstag der Frauen am 5. März wurde von einer ökumenischen Frauengruppe des pazifischen Inselstaates  Vanuatu vorbereitet und das Frauenmahl am 7. März „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ der Frauenarbeit der Landeskirche ist bereits online geplant.

Die Herbsttagung der neu konstituierten Landessynode soll nun Ende März 2021 und am 16. April nachgeholt werden. Zunächst sollen am 26./27. März die Gesetze und Verordnungen mit Gesetzeskraft in virtueller Form beraten werden. Für die notwendigen Wahlen zu den VELKD/EKD-Synoden sowie der synodalen Mitglieder der Kirchenleitung ist der 16. April 2021 als Präsenztag in Dresden geplant.
Die Ausschüsse können im Vorfeld der Tagung ihre Arbeit virtuell absolvieren. Die dort gemachten Erfahrungen mit digitalen Formaten werden in die Vorbereitung der Tagung Ende März einfließen. Die Frühjahrstagung 2021 wird ebenfalls verschoben. Als neuer Termin ist der 9. bis 12. Juli 2021 vorgesehen.

Überregional sind die Konstituierenden Tagungen der Synode der EKD und der Generalsynode der VELKD vom 6.-9. Mai zu nennen, an denen auch die gewählten Mitglieder aus der Landeskirche beteiligt sein werden. Um der Verantwortung für den Gesundheitsschutz nachzukommen, aber gleichzeitig der Aufgabe als christliche Plattform gerecht zu werden, setzt der 3. Ökumenische Kirchentag (ÖRK 12.-16.Mai) in Frankfurt/M. nun verstärkt auf digitale Beteiligung und Mitwirkungsmöglichkeiten auch jenseits der dortigen Stadtgrenzen. Damit wird der ÖRK anders - konzentrierter, dezentraler, und digitaler. Er wird veranstaltet vom Deutschen Evangelischen Kirchentag (DEKT) und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK). Nach 2003 in Berlin und 2010 in München findet der Ökumenische Kirchentag 2021 zum dritten Mal statt. Das konkrete Programm des neu gedachten 3. ÖKT und die Teilnahmebedingungen werden im Frühjahr vorgestellt.

Der erhoffte Sprung in normalere Verhältnisse

Nach Abschluss des ersten Halbjahres mit Vorhaben eines Inspirationstages der Initiative „anders wachsen“ in Dresden am 5. Juni und der Feier zu „100 Jahre Gehörlosenseelsorge Dresden“ (12./13.06.), dem Thementag – „Was heißt hier Kirche?“ am  16. Juni im TPI Moritzburg wird es hoffentlich in der zweiten Jahreshälfte mit dem Sommer im Rücken,  Erfolgen durch die Impfkampagne und weiteren Erfahrungen mit dem Corona-Umgang einen Sprung in die Normalität geben. Das betrifft vielleicht schon den Werkstatttag Kirche und Tourismus in Chemnitz –Rehgarten am 10. Juli.  Der bereits im letzten Jahr geplante Begegnungstag für Aussiedler in Dippoldiswalde war auf den 28. August verlegt worden und am 2. September ist der Sächsische Pädagogen-Gottesdienst in der Dresdner Dreikönigskirche geplant, in der Zuversicht, dass danach das neue Schuljahr wieder in den Normalmodus übergeht.

Nach Ausfall im letzten Jahr steht der 17. Sächsische Fundraisingtag und 14. Kirchen-Fundraisingtag am 9. September in Dresden auf dem Programm. Allerdings wurde der 30. Tag der Sachsen in Freital erneut und in das Jahr 2022 verschoben.
Am 18. September soll es wieder ein Dankeschön-Konzert und Empfang des Landeskirchenmusikdirektors für D-Kirchenmusiker, ehrenamtliche Chorleiter und Organisten geben, diesmal am 25. September in Bautzen. Der 3. Sächsische Kirchenvorstandstag mit den im letzten Jahr neu gewählten Kirchvorsteherinnen und Kirchvorstehern war für den 25. September in Leipzig geplant. 
Die Herbsttagung der 28. Landessynode wurde im letzten Jahr in der Zeit vom 12. bis 15. November im Dresdner Haus der Kirche festgelegt.

Nach dem Guss von vier neuen Glocken wird der neue hölzerne Glockenstuhl der Leipziger Thomaskirche sechs Glocken aufnehmen. Die Weihe erfolgt im 1. Halbjahr dieses Jahres.
Motiv: Stefanie Bahlinger
Die Orgel – Instrument des Jahres 2021
Hoffentlich kommt es am Ende freudig zum Sprung in eine neue Normalität

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