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Seenotrettungsschiff "Sea-Watch4"


16. August 2020

Landeskirche zum zivilgesellschaftlichen Bündnis "United4Rescue" 

DRESDEN - „Wir erleben mit großer Betroffenheit, dass weiterhin Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken.“, sagt Landesbischof Tobias Bilz. „Es ist dringend erforderlich, dass die internationale Seenotrettung wieder vorbehaltlos ermöglicht wird.“ Am gestrigen Sonnabend hieß es „Leinen los“ für das  Seenotrettungsschiff "Sea-Watch 4". Das Bündnisschiff verließ den spanischen Hafen Burriana und nimmt derzeit Kurs ins zentrale Mittelmeer.  

Über die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist auch die sächsische Landeskirche an der Initiative für das Rettungsschiff beteiligt, aber sie mahnt auch dringend die Klärung der noch offenen Fragen an. So gebe es beispielsweise keine Klarheit darüber, an wen die Verantwortung für die Geretteten verlässlich übergeht und welche stabilen Verfahren der Aufnahme geregelt werden können. 

Zivile Seenotrettung benötigt eine finanzielle Basis. Aufgrund immer wiederkehrender Nachfragen und kontroverser Positionen ist es Landesbischof Bilz wichtig zu erklären, dass die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens selbst keine Kirchensteuermittel für diese Initiative einsetzt. Gleichwohl ermutigt er Kirchgemeinden, Initiativen und Einzelpersonen, sich mit den Fragen um Flucht und Seenotrettung zu befassen und sich nach ihren Möglichkeiten aktiv mit einzubringen.  

Gleichzeitig sollen die andere Bereiche der Fluchtmigration nicht aus dem Blick geraten. So lag für die sächsische Landeskirche ein Schwerpunkt in der Soforthilfe für Flüchtlinge in der bosnischen Region Bihač. Dort wurden durch die Behörden Lager aufgelöst, so dass Flüchtlinge teilweise in Wäldern leben mussten. Der Verein „Hilfe konkret e.V.“ konnte hier mit der Unterstützung der Landeskirche in Form von Zelten und Lebensmitteln helfen. Außerdem wurde ein Projekt der ökumenischen Initiative „AIDRom“ in Rumänien für die sozioökonomische und kulturelle Integration von Migranten gefördert. Ebenfalls wurde ein Nothilfe-Projekt der Roma-Kirche in Rumänien unterstützt, das Lebensmittel­pakete in den Roma-Siedlungen verteilt, sowie ein Nothilfe­programm des Lutherischen Weltbundes in den Flüchtlingslagern des Nahen und Mittleren Ostens.  

Über regelmäßige Beiträge der Landeskirche für den Weltdienst des Lutherischen Weltbundes (LWB) wird auch das Projekt „Symbols of Hope“ in Nigeria gefördert. Dies ist ein Aufklärungs- und Nothilfeprogramm der dortigen Evangelisch-Lutherischen Kirche. Rückkehrende Flüchtlinge mit oft traumatischen Erfahrungen erhalten hier Hilfe. Sie berichten über ihre Erlebnisse auf der Flucht und klären Menschen über die Gefahren einer Flucht auf.

Das Seenotrettungsschiff startete vom Hafen in Burriana

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