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Stimmen zu den Chemnitzer Ereignissen


29. August 2018

Stellungnahme des Chemnitz Kirchenbezirkes

CHEMNITZ - Die Ereignisse der letzten Tage haben uns als Christen sehr erschüttert und empört. Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Chemnitz verurteilt die verübten Gewalttaten – unabhängig davon, wer sie begangen hat und welcher Nationalität die Opfer angehören.

Wir sprechen den Angehörigen des zu Tode gekommenen Chemnitzers unsere Anteilnahme und all denen, die bei gewalttätigen Ausschreitungen verletzt wurden, unser Mitgefühl aus. Zugleich verurteilen wir die gewalttätige Instrumentalisierung des nächtlichen Vorfalls durch radikale Demonstranten auf das Schärfste. Wir mahnen zu Frieden und Gewaltlosigkeit in der Bevölkerung und rufen zu einem respektvollen Miteinander der Menschen in unserer Stadt auf.

Als Kirche sind wir besorgt darüber, dass radikale, gewaltbereite Minderheiten in unserer Gesellschaft das Gewaltmonopol des Staates infrage stellen. Es ist und bleibt in jedem Fall Aufgabe der staatlichen Behörden, die Vorfälle aufzuarbeiten und Täter ihrer gerechten Strafe zuzuführen.

Die Ev.-Luth. Kirche plant für Sonntag, 2. September 2018, 16.00 Uhr, eine Kundgebung in der Chemnitzer Innenstadt (Neumarkt/Markt) unter dem Motto: „Wir in Chemnitz – aufeinander hören, miteinander handeln“. Hierzu suchen wir den Schulterschluss mit der Stadt Chemnitz, anderen Konfessionen und Religionen, Einrichtungen, Vereinen und Verbänden aus Gesellschaft und Kultur, die die oben beschriebenen Inhalte teilen und sich ebenfalls für ein respektvolles Miteinander in unserer Stadt einsetzen.(28.08.2018)

Aktueller Hinweis: Am 30. August 2018 findet 18:00 Uhr ein Friedensgebet in der Chemnitzer St. Petrikirche am Theaterplatz statt. Dazu heißt es aus der St. Petri-Schloß-Kirchgemeinde: „In unmittelbarer Nähe zu den Orten der bedrückenden Ereignisse vom 26. und 27. August 2018 ist Raum für alle, die die Stille suchen, biblische Besinnung und das Gebet.“

Landesbischof Dr. Rentzing bestürzt über rechtes Protestpotential

DRESDEN – Landesbischof Dr. Carsten Rentzing zeigte sich hinsichtlich des Protestpotentials der Rechten Szene am Montagabend in Chemnitz bestürzt. Er sei zutiefst besorgt über das Klima in Sachsen, in dem sich Menschen von Hass- und Rachegedanken leiten lassen. Über den Tod des Chemnitzers, der Anlass für die Ausschreitungen war, sei er traurig und mit Gedanken bei Familie und Freunden. Er vertraue den Strafverfolgungsbehörden des Rechtsstaats, die mit der Untersuchung des Falls betraut sind, auf eine schnelle Aufklärung und ein angemessenes Verfahren.

Dr. Rentzing verurteilt die Instrumentalisierung des Tötungsdelikts in Chemnitz für Aufmärsche und Straftaten. Man koche mit „kaltem Herzen“ ein eigenes politisches Süppchen mit Hass- und Rachegedanken. Der Eskalation müsse entgegengewirkt werden. Er dankte den Christen der Stadt, die am Montag zu einem Friedensgebet in die Jakobikirche einluden. „Kirche sei häufig ganz dicht dran“, sagte er und dankte zudem für alle bisherige Hilfeleistung für Menschen vor Ort. So werde die Kirche auch zukünftig eine vernünftige und menschenwürdige Flüchtlingspolitik begleiten.

Kennzeichen christlichen Handelns sei Barmherzigkeit und die Botschaft des Friedens und der Versöhnung. Kalte Herzen, genährt durch ungerechte Beschuldigungen und Hetze, seien das Gegenteil des Evangeliums. Nach Ansicht des Landesbischofs sei im Umfeld solcher Ereignisse eine Verhärtung der Sprache und eskalierende Gewaltandrohung zu beobachten. So könne eine Gesellschaft nicht in die Zukunft gehen, sagte er. Das führe unweigerlich zu politischen und gesellschaftlichen Verwerfungen. Somit dürfe sich die politische Kultur ebenfalls nicht von der Sprache der kalten Herzen bestimmen lassen.(28.08.2018)

Wir in Chemnitz - aufeinander hören, miteinander handeln
Wir in Chemnitz - aufeinander hören, miteinander handeln

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