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„Tag des offenen Denkmals“ in Sachsens Kirchen


06. September 2019

Kirchen mit überraschenden Tönen und spannenden Aus- und Einblicken

DRESDEN – Einige Kirchen auf dem Gebiet der sächsischen Landeskirche werden zum diesjährigen „Tag des offenen Denkmals“ am Sonntag, 8. September, auch nach dem Gottesdienst offen für Besucher sein. Häufig laden die Kirchgemeinden mittags bis abends zu besonderen Veranstaltungen wie Führungen, Turmbesteigungen, Konzerten und Ausstellungen ein.

Bundesweit sind es rund 8.000 historische Baudenkmale, Parks oder archäologische Stätten, die sich zu Deutschlands größter Kulturveranstaltung öffnen. Anlässlich des 100-jährigen Bauhausjubiläums steht der Tag des offenen Denkmals unter dem Motto: „Modern(e): Umbrüche in Kunst und Architektur“.

Kirchen waren immer Spiegelbild der Architektur und der jeweiligen Formensprache. Im Mittelalter waren sie Vor- und Leitbild der sich entwickelnden Gotik, später von der sich emanzipierenden Renaissance beeinflusst, spiegelte sich die Architektur des Barock, der Klassik bis zu Neugestaltungen im Rahmen von Jugendstil nach dem Wiesbadener Bauprogramm von 1891. Es folgte die neue Sachlichkeit in Zeiten des Bauhauses und der Nachkriegsmoderne von Bartningschen Notkirchen bis hin zu Gemeindezentren. 

Diese architektonische Vielfalt steht am kommenden Sonntag sachsenweit auf dem Programm, beispielsweis in Dresden. Ein recht sehenswerter moderner Bau stellt das im Jahr 2001 geweihte Ökumenische Seelsorgezentrum des Universitätsklinikums (Fetscherstraße 74) dar. Das außerordentliche Haus der Stille und des Betens interagiert in harmonischer Weise mit seiner historischen Umgebung. Von 10:00-12:00 Uhr und 14:00-19:00 Uhr bieten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seelsorgezentrums je nach Bedarf Führungen durchs Gebäude an. Die Friedenskirche (Wernerstraße 32) im Dresdner Stadtteil Löbtau hat ihre Türen von 13:00-17:00 Uhr geöffnet. Die Friedenskirche ist eine von 41 „Notkirchen“ in Deutschland und die einzige in Dresden. Besucherinnen und Besucher der Friedenskirche haben die Möglichkeit,  je nach Bedarf eine Führung durch die Kirche zu erleben.

Ebenfalls Führungen werden auf dem historischen Eliasfriedhof angeboten, der 1680 zunächst als Pest- und Armenfriedhof angelegt wurde. Später wurde er bevorzugter Begräbnisplatz für das Dresdner Bildungsbürgertum mit beeindruckenden Grabmalen bekannter Persönlichkeiten aus der Zeit des Barock bis zum Klassizismus, bis er 1876 geschlossen wurde. Um 11:00 und 14:00 Uhr gibt es Führungen durch Mitglieder des Fördervereins Eliasfriedhof e.V.

In Leipzig und in der Umgebung befinden sich ebenfalls etliche Kirchen und Gemeinden, die auf ihre besondere Art und Weise beeindrucken. Ein hervorragendes Programm hat die Ev.-Luth. Kirchgemeinde Probstheida-Störmthal-Wachau in der Kirchenruine Wachau anzubieten. Das Programm beginnt um 16:00 Uhr mit dem Theaterstück „Hans im Glück“. Nach dem Auftritt haben Teilnehmende die Chance das Gospel-Konzert des Chores von Maik Gosdzinski „Gospel Changes“ zu besuchen. Die Fahrradkirche und Kirchenruine in Markleeberg-Zöbigker hat zur gleichen Zeit ebenfalls ein buntes Programm vorbereitet. Im Rahmen einer „AnDACHt“ die Übergabe des neuen Dachs gefeiert. Dazu kommen u.a. eine Führung durch die Kirche, ein Flohmarkt, Kuchenbasar und Kinderspiele.

In Leipzig-Grünau (Alte Salzstraße 185) haben Besucherinnen und Besucher die Chance in der Pauluskirchgemeinde von 12:00-14:00 Uhr mal selber Orgel zu spielen. Die moderne Pauluskirche ist 1981-1983 in dem damals rasant wachsenden Neubauviertel gebaut worden. Sie ist damit eine der wenigen Kirchbauten, die in der DDR im Rahmen eines Sonderbauprogramms genehmigt wurden.
PHILIPPUS in Leipzig (Aurelienstr. 54) lädt ebenfalls zum Tag des offenen Denkmals ein. Führungen gibt es um 13:00, 14:00 und 15:00 Uhr in der Philippuskirche. Gemäß dem Motto des Tages, sind interessierte Gäste eingeladen, Umbrüche am Gebäudeensemble zu erkunden und hinter die Kulissen des frisch sanierten hundertjährigen Denkmals zu schauen. Der Tag klingt um 17:00 Uhr mit dem Jubiläumskonzert des Solokünstlers Vicente Patiz im Rahmen der Reihe „Konzerte am Kanal“ aus.

Auch Chemnitz hat in seiner Geschichte überragende Kirchgebäude hervorgebracht, die am kommenden Sonntag besichtigt werden können. Die Stiftskirche Ebersdorf (Mittweidaer Straße 79), ein Kleinod der mitteldeutschen gotischen Sakralarchitektur, wird für die Öffentlichkeit ab 14:00 Uhr offen stehen. Um 15:00 Uhr erläutert Pfarrer i.R. Horst Oertel die Passionsbilder des Hesse-Altars. Anschließend wird die Harfenistin Magdalena Schmutzler um 16:30 Uhr ihr Repertoire „Von Renaissance bis Moderne“ spielen. Pfarrerin Gabriele Führer von der Chemnitzer Schloßkirche und Dr. Stefan Thiele vom Schloßbergmuseum bieten um 14:00 und 16:00 Uhr Führungen durch die Schloßkirche und das ehemalige Benediktinerkloster an. Abschließend um 17:00 Uhr findet das Abschlusskonzert zum Tag des offenen Denkmals statt.

Auch an vielen anderen Orten haben Kirchen, Kapellen und Friedhofsanlagen geöffnet, beziehungsweise es werden Führungen angeboten.

Tag des offenen Denkmals

Friedenskirche (Notkirche) in Dresden-Löbtau
Frisch sanierter Kirchsaal in Philippus (Bilder: BBW-Leipzig-Gruppe / Foto: Fabian Ng'uni)
Schloßkirche Chemnitz geöffnet

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