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Verschwundene Nachbarn


22. Mai 2021

Bilder und Texte aus dem Jüdischen Museum Prag

DRESDEN – Eine Ausstellung im Foyer der Dreikönigskirche in Dresden zeigt Bilddokumente aus Tschechien über das Schicksal von jüdischen Bewohnern, die nach der deutschen Besetzung von 1938 aus verschiedenen Orten Westböhmens verschwunden waren. Vorerst sind die Dokumente zwischen 11:00 und 15:00 Uhr bis zum 5. Juli 2021 zu sehen.

Sie wären Nachbar oder Nachbarinnen gewesen, oder jedenfalls deren Vorfahren. Doch sie „verschwanden“ zur Zeit des Zweiten Weltkrieges. Unter welchen Umständen? Wohin? Und wer sind sie gewesen?

In Bildern und Texten begegnen werden Einzelschicksale jüdischer Kinder und ihrer Familien gezeigt, bis hin zu den Lebensläufen alter Menschen und deren jüdisches Leben zu Hause, in der Synagoge und in der Öffentlichkeit. Die Fotos und Bilddokumente haben tschechische Schüler und Studenten zusammengetragen.

Sie forschten in ihren Heimatgemeinden und ihrem unmittelbaren Lebensumfeld nach Opfern des Holocausts, während der deutschen Besetzung und im II. Weltkrieg verschwanden, beispielsweise aus Prag, Usti n.L., Melnik, Pilsen, Varnsdorf und anderen Orten.

Die Schau ist eine Anregung für junge Menschen, nach ihren Nachbarn zu forschen, die zur Zeit der nationalsozialistischen Herrschaft verschwanden.
Das Projekt entstand über mehrere Jahre im Bildungs- und Kulturzentrum des Jüdischen Museums in Prag. In Kooperation der Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V. mit dem Dresdner Haus der Kirche (Dreikönigskirche) und dem Jüdischen Museum Prag.

Die erstmalige Präsentation der Leihgaben aus dem Jüdischen Museum in Prag in Dresden ist Teil des Jubiläumsjahrs 2021 „1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland – eine Geschichte mit Zukunft“, das vom Bundesministerium des Inneren gefördert wird.

Das Festjahr soll ermöglichen, jüdischer Geschichte zu begegnen und ebenso den Alltag jüdischer Menschen in Deutschland besser kennenzulernen. Auf diese Weise wird zudem ein Zeichen gegen Antisemitismus gesetzt. 

Die Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V.  stellt in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten zum Festjahr 2021 die prägenden Verbindungen zwischen jüdischen, tschechischen und deutschen Menschen in der Vergangenheit in Böhmen und Deutschland, die Erinnerung an die Verbrechen während der Nazi-Zeit in der Tschechoslowakei sowie die Weiterführung der langjährigen Pflege unmittelbarer Kontakte zu jüdischen Gemeinden und Institutionen im grenznahen Bereich.

Programmhinweise:

  • DRESDEN – 8. Juni (17:00-18:30 Uhr)

Rundgang: An jüdisches Leben erinnern (Treffpunkt: Vorplatz des Jüdischen Gemeindezentrums, Hasenberg 1); Bei einem Rundgang durch die Innenstadt Dresdens werden Orte aufgesucht, die beispielsweise durch „Denkzeichen“ oder Stolpersteine an jüdisches Leben in Dresden bis zur ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts erinnern.(ehs und cj)

  • LEIPZIG – 1. Juni (18:00-20:00 Uhr)

Gespräch online über zoom zu „150 Jahre Zentralverein“
Am 1. Juni 1871 gründete der Theologieprofessor Franz Julius Delitzsch in Leipzig den „Evangelisch Lutherischen Zentralverein für Mission unter Israel“. Heute besteht er im überregionalen Ev.-Luth. Zentralverein für Begegnung von Christen und Juden mit Sitz in Hannover mit regionalen Mitgliedsvereinen und als landeskirchliche Jüdisch-Christliche Arbeitsgemeinschaft mit Sitz in Leipzig.(jcha)

  • LEIPZIG - 16. Juni  

Information online über zoom in der Reihe #beziehungsweise – christlich-jüdisch näher als du denkst: Schabbat bzw. Sonntag Wie begehen die jüdische Gemeinde und christliche Gemeinde ihren jeweiligen wöchentlichen Feiertag? Was haben Sabbat und Sonntag miteinander zu tun? Inwiefern unterscheiden sie sich grundsätzlich? Mit Impulsen von Pfarrerin Angela Langner-Stephan und Rabbinerin Esther Jonas-Märtin.(jcha)

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