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Vertrauensvoller Blick nach vorne


20. Juni 2020

Vertragsunterzeichnung zum Abschluss der Hochschulentwicklung

DRESDEN – Die Evangelische Hochschule Dresden (ehs) wird künftig den wesentlichen Teil des bisherigen Studienprogramms der Evangelische Hochschule Moritzburg (EH) aufnehmen und weiterführen. Damit wird Moritzburg zum Studienstandort der Evangelischen Hochschule Dresden.

In einem Vertrag, der am gestrigen Freitag (19. Juni) auf dem Campus der Evangelischen Hochschule Moritzburg unterzeichnet wurde,  fand die langjährige Hochschulentwicklung im Raum der Evangelischen Landeskirche ihren vorläufigen Abschluss.

Der nun unterzeichnete Vertrag zwischen der Stiftung Evangelische Hochschule Dresden, der sächsischen Landeskirche und dem Diakonenhaus Moritzburg e.V. regelt alle Fragen, die sich aus der Aufnahme des Moritzburger Studienangebotes in das Studienangebot  der Evangelischen Hochschule Dresden ergeben. Dem Vertrag gingen eine mehrjährige Prüfung und Beratung eines vom Landeskirchenamt eingesetzten Hochschulentwicklungsrates voraus.

In diesem Rat ist gemeinsam mit den amtierenden Rektoren sowie externer Fachleute nach Wegen einer gemeinsamen Hochschulentwicklung der evangelischen Hochschulen im Raum der Landeskirche gesucht worden.

Kernbestand des Vertrages sind nun notwendige Regelungen die es möglich machen, dass künftig weiterhin ein Studium der Evangelischen Religions- und Gemeindepädagogik in Moritzburg angeboten werden kann. Künftig wird dies dann in der Zuständigkeit der Evangelischen Hochschule Dresden weitergeführt und entwickelt.

Es ist für die Kirchgemeinden und Einrichtungen der Landeskirche in Sachsen und für den Auftrag der Kirche insgesamt sehr bedeutsam, dass für Interessenten an einem Studium der Evangelischen Religions- und Gemeindepädagogik in Sachsen weiterhin ein praxisorientiertes Studium an einem attraktiven Studienstandort möglich ist wie bisher, sagt Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz.

„Wir sind als Kirche und Diakonie nach wie vor angewiesen auf Menschen mit hohem Fachwissen und breiter Qualifikation. Die Kontexte für kirchliche und diakonische Aufgaben in und für unsere Gesellschaft bleiben anspruchsvoll und benötigen hohe Qualität in der Ausbildung. Ich bin sehr dankbar, dass wir diesen Weg mit den evangelischen Hochschulen finden konnten.“

Für den Rektor der Evangelischen Hochschule Moritzburg, Prof. Dr. Christian Kahrs, sei es zunehmend schwierig gewesen, die Hochschulförmigkeit nach den allgemein geltenden Anforderungen an Größe, Angebotsvielfalt und Internationalität gerecht zu werden. Jetzt gebe es mit der Evangelischen Hochschule Dresden eine tragfähige Struktur, einen leistungsfähigen Rahmen. Der Campus Moritzburg existiere weiter, aber die Umgebung erweitere sich, sagte Dr. Kahrs. Die Landeskirche den weiteren Weg verantwortlich begleiten.

Dies sei als Signal für die Öffentlichkeit von großer Bedeutung, bestätigte auch Prof. Dr. Thomas Knittel, Diakonenhaus Moritzburg. Die Kirche brauche weiterhin junge kompetente und engagierte Mitarbeitende. „Die Lebens- und Glaubensgemeinschaft steht als Marke für Moritzburg. Ich habe einen vertrauensvollen Blick nach vorne“, so Dr. Knittel. 

Seitens der Dresdner Hochschule zeigte sich die Rektorin Prof. Dr. Marlies W. Fröse davon überzeugt, dass mit dem breiten Spektrum an Studiengängen im Sozial-, Bildungs-, im Religions- und gemeindepädagogischen Bereich und in der Pflege ein wesentlicher Beitrag für die Gesellschaft und für die Landeskirche im Freistaat Sachsen geleistet werde. „Der Mensch steht im Mittelpunkt unserer Studiengänge, von der Geburt an bis zum Lebensende“, so Dr. Fröse. 

Die Dresdner Rektorin überreichte als „kleines Symbol“ für die Evangelische Hochschule Moritzburg und der Landeskirche jeweils ein Foto. Auf den Bildtafeln war ein Ausschnitt einer Dresdner Straßenbahn zu sehen. Die Seitenansicht der Tram trägt die Aufschrift „Evangelische Hochschule Dresden - PARADIESISCH STUDIEREN“, die derzeit real auf verschiedenen Routen in der Stadt zu lesen ist. Anschließend hinterließen die Anwesenden ihre Unterschriften auf den Tafeln, die dann die drei Vertragsunterzeichner behielten.

Für die inhaltliche Arbeit dankte der Präsident des Landeskirchenamtes, Hans-Peter Vollbach, allen an den Verhandlungen Beteiligten. Nun müssten die neuen Struktur- und Arbeitsformen mit Leben erfüllt werden. „Das gemeinschaftliche Ringen darf nicht zu Ende sein“, sagte er.

Hintergrund

Als sich 1991 die Evangelische Hochschule Dresden gründete, folgte ein Jahr später die angestrebte Anerkennung als Fachhochschule der Moritzburger Ausbildungen (damals zu Gemeindehelferinnen und Diakonen). Zugleich ging Anfang der 1990er das „Amalie-Sieveking-Haus“ in Radebeul in die neue Moritzburger Hochschule über. Innerhalb der DDR war das Amalie-Sieveking-Haus eine von nur wenigen evangelischen Direktausbildungsstätten zur Ausbildung von Gemeindepädagoginnen und Gemeindepädagogen. Demnach gründeten sich die beiden Hochschulen in kurzem Abstand nacheinander. Daran ist unter anderem erkennbar, dass Ausbildungsstrukturen sich im Raum der Landeskirche immer wieder gewandelt haben und zugleich ist deutlich, dass die Frage der Konzentration und Bündelung schon damals im Raum stand.

Gegenwart

  • Neben den laufenden Studienangeboten sowie der Aus- und Weiterbildung im Bildungszentrum der Landeskirche in Moritzburg, bietet die Evangelische Hochschule Dresden  einen Bachelorstudiengang für Evangelische Religions- und Gemeindepädagogik mit den Profilen ‚Musik oder Soziale Arbeit‘ an. 

  • Das Diakonenhaus Moritzburg  ist Träger der im Aufbau befindlichen Evangelischen Schule für Sozialwesen „Hans Georg Anniés“.  Zu Schuljahresbeginn am 19. August 2019 ging die neue evangelische Ausbildungsstätte in Sachsen an den Start.

  • Evangelische Hochschule Dresden

(v.l.n.r.) OLKR Burkart Pilz, Friedemann Beyer (Gemeinschaftsältester Diakonenhaus), Dr. Thomas Knittel (Vorsteher Diakonenhaus), Präsident Hans-Peter Vollbach, Diakonie-Direktor, OKR Dietrich Bauer (nicht im Bild)
OLKR Burkart Pilz (Vorsitzender des Kuratoriums Stiftung Ev. Hochschule Dresden)
Prof. Dr. Marlies W. Fröse und Prof. Dr. Christian Kahrs zeigen das Werbemittel an Dresdner Straßenbahn
(vorne) OKR Dietrich Bauer als stellvertr. Vors. des Kuratoriums Stiftung der ehs; Prof. Dr. Marlies F. Fröse
Zentralgebäude der Lehre am Theologisch-Pädagogischen Institut in Moritzburg und Studienort für Religions- und Gemeindepädagogen

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