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Welttag des Migranten und des Flüchtlings 2020


18. Januar 2020

Diakonie Sachsen für bessere Begleitung und Unterstützung 

RADEBEUL - Anlässlich des Welttags der Migranten und Flüchtlinge am heutigen 19. Januar sagt Oberkirchenrat Dietrich Bauer, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Sachsen:

„Wir sind ein Einwanderungsland und werden es auch bleiben. Der Fachkräftemangel hat alle Branchen längst erreicht.  Allein um die Pflege abzusichern, werden wir künftig auf ausländische Pflegekräfte angewiesen sein. Und es werden auch weiterhin Menschen bei uns Schutz vor Verfolgung und Krieg suchen. Deshalb brauchen wir ein gutes Einwanderungsgesetz, das den von Flucht und Migration betroffenen Menschen Lebensperspektiven eröffnet. Und dabei kann es nicht nur um gesetzlich reguläre Wege des Zuzugs gehen,  sondern vor allem um ihre schnelle und nachhaltige Einbeziehung in unsere Gesellschaft.  

Sowohl Migranten als auch Flüchtlinge und ihre Familien brauchen Wegbegleitung. Wir müssen sie nicht nur aufnehmen, sondern auch vor Diskriminierung und Benachteiligung schützen, sie fördern und integrieren. Dazu wird eine gut ausgestattete organisatorische Infrastruktur benötigt, die die mangelnde Vertrautheit mit behördlichen Abläufen, Informationsdefizite, fehlende Sprachkompetenz usw. zunächst einmal auffängt und ein gutes Einleben ermöglicht.“   

In den sechs diakonischen Migrationsberatungsstellen für Erwachsene und den sieben Jugendmigrationsdiensten findet diese Begleitung statt. Aber die Wartezeiten sind viel zu lang,  weil einzelne Mitarbeiter bis zu 300 Menschen gleichzeitig betreuen sollen. In diesem Kontext erinnert Bauer daran, die Migrationsdienste zu stärken und sich für eine bedarfsgerechte Erhöhung der jeweiligen Haushaltstitel für 2021 einzusetzen.  

„Eine Investition in die Migrationsdienste ist eine Investition in die Zukunft vieler junger Menschen und in die Zukunft Deutschlands! Wir können viele Beispiele gelungener Integration aus unseren Beratungsdiensten erzählen“, so Bauer. Er verweist auf Beispiele, die aber ohne eine intensive Unterstützung und Begleitung nicht möglich gewesen seien. In diesem Zusammenhang erinnert Bauer auch noch einmal an den aktuellen Koalitionsvertrag, der diese Ziele unterstützt. 

Hintergrund: Zum Stichtag 31.12.2018 lebten insgesamt 198.558 Ausländer in Sachsen. Der Anteil ausländischer Mitbürger an der Gesamtbevölkerung liegt mit 4,9 Prozent deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 12,1 Prozent. (Quelle: Statistisches Landesamt Sachsen). Davon waren 41,7 Prozent Frauen und 58,3 Prozent Männer. Die am stärksten vertretene Altersgruppe ist mit 64.870 Personen die der 30 bis 45-jährigen. Das entspricht einem Anteil von 31 Prozent. Der Anteil der 15 bis 25 jährigen ausländischen Personen in Sachsen beläuft sich auf 16,6 Prozent.

Sieben Jugendmigrationsdienste (JMD) in diakonischer Trägerschaft haben im Jahr 2018 mit insgesamt 10,147 VZÄ 2.700 Klienten beraten. Jugendmigrationsdienste begleiten junge Menschen zwischen dem 12. und 27. Lebensjahr mittels individueller Angebote und professioneller Beratung bei ihrem schulischen, beruflichen und sozialen Integrationsprozess.  

Fünf Migrationsberatungsstellen für Erwachsene (MBE) haben im Jahr 2018 mit insgesamt 7,31 VZÄ 4.568 Klienten betreut. In fast allen Migrationsberatungsstellen sind auch Mitarbeitende mit Migrationshintergrund tätig. In der Beratungsarbeit ist der Einsatz von Muttersprachlern von großem Vorteil. Die Arbeit der JMD/MBE wird vor Ort von ehrenamtlichen Mitarbeitenden, in der Regel für Sprachmittler- und Dolmetscherdienste, unterstützt. 

Diakonie Sachsen

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