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Wiedereröffnung der Leipziger Philippuskirche


01. Mai 2019

Nutzung des Kirchsaals für spirituelle, kulturelle und soziale Angebote

LEIPZIG – Nach zweijähriger Bauzeit wird am 3. Mai die Kirche im Gebäudeensemble von „Philippus Leipzig“ (Aurelienstraße 54) vom Berufsbildungswerk Leipzig wiedereröffnet. Das Areal dient künftig als Begegnungs- und Veranstaltungsort im Leipziger Westen für Menschen mit und ohne Behinderung. Die Sanierung der Kirche wurde in zwei Bauabschnitten mit Mitteln des Bundes, des Landes und der Stadt gefördert.

Nach Abschluss der umfassenden Sanierungsarbeiten wird mit einem Festgottesdienst am Freitagabend um 18:00 Uhr der Kirchsaal wieder zugänglich. Landesbischof i.R. Jochen Bohl hält die Predigt und musikalisch wird der Gottesdienst durch das Vocalconsort und die Nikolaiposaunen begleitet. Gleich tags darauf um 20:00 Uhr wird zum Konzert mit Martin Kohlstedt und dem  GewandhausChor sowie am Sonntag, 5. April, zu einem Liedernachmittag um 16:00 Uhr mit Gerhard Schöne und dem GewandhausKinderchor eingeladen.

Lange stand die Philippuskirche im Leipziger Westen leer. Die Gemeinde hatte das Gebäude verlassen und sich mit den Nachbarn zu einer Gemeinde verbunden. Zehn Jahre später wurde dem Berufsbildungswerk das Gebäudeensemble am Karl-Heine-Kanal übertragen. Im Mai 2018 eröffnete im ehemaligen Pfarrhaus das erste Inklusionshotel der Stadt. Menschen mit und ohne Behinderung sind hier als gleichberechtigtes Team Gastgeber. Die für die Umnutzung erforderlichen Mittel investierte im Wesentlichen das Berufsbildungswerk, unterstützt von der Aktion Mensch.

Für die Instandsetzung einer hundertjährigen Kirche aber fehlten dem Berufsbildungswerk sowohl die Möglichkeiten als auch der satzungsgemäße Auftrag. Ehrenamtliche öffneten dennoch die Tür. Künstler kamen. Die „Konzerte am Kanal“ etablierten sich. Ein Mittagsgebet führt regelmäßig interessierte Freunde und Nachbarn zusammen. Tagungen und Feiern brachten wieder Leben in die alte Kirche. Der Heilige Abend ab 23:30 Uhr ist zu einem etablierten Treffen geworden. Allerdings … das Dixi stand vor der Tür. Der Baustromkasten ersetzte die desolate Elektrik. Heizung fehlte schon seit Jahrzehnten.

Mut und Möglichkeiten zur Sanierung der Philippuskirche vermittelten die Sondierung unterschiedlicher Fördermittel. Die Nutzungsauflagen entsprachen dem Konzept: Philippus wird wieder zu einem spirituellen und kulturellen Treffpunkt im Quartier.

Philippus kann nun 630 Besucher auf (wieder) festem Boden in einen nun temperierten Raum begrüßen. Fluchtwege sind leuchtend ausgeschildert und können ohne Stolpergefahr erreicht werden. Zudem wurde eine ansprechende Toilettenanlage integriert, die über einen Hub auch für Menschen mit Gehbehinderung erreichbar ist. Künstlern steht eine Garderobe zur Verfügung. Techniker können über Bodentanks ihre Mischpulte, Projektionen und Lichtanlagen ansteuern, ohne dass Kabel den Raum durchkreuzen.

Einmal pro Monat gibt es den Gottesdienst „Licht an“ am Freitagabend, am Dienstag um 12:00 Uhr findet die „Atempause“ statt und am Mittwochmorgen das Abendmahl zur Wochenmitte. Ehrenamtliche begleiten seit Jahren die Veranstaltungen und öffnen die Kirche in den Sommermonaten für Passanten.

Infos unter www.konzerte-am-kanal.de

Blick in den sanierten Kirchsaal der Philippuskirche
Frisch sanierter Kirchsaal in Philippus (Bilder: BBW-Leipzig-Gruppe / Foto: Fabian Ng'uni)
Außenansicht Turmseite der Philippuskirche
Richtfest des Integrationshotels am Philippustag 3. Mai 2017
Innenansicht von oben
Kirchsaal von oben Richtung Orgel und Altarraum

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