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Winterhilfe für Flüchtlinge auf dem Balkan


19. Februar 2020

Landeskirche ruft zur Unterstützung von Hilfsmaßnahmen auf 

DRESDEN – Die sächsische Landeskirche unterstützt mit 10.000 Euro aus dem Soforthilfefonds die Struktur- und Winterhilfe für Flüchtlinge auf dem Westbalkan des Vereins HILFE KONKRET e.V. Christliche Hilfe in der Welt. Nach Informationen des Vereins sei konkrete Unterstützung aktuell vor Ort dringend notwendig.  

Es handelt sich u.a. erneut um die bosnische Region Bihac, die bereits im letzten Jahr wegen der Zustände im Camp Vucjak in den Schlagzeilen war. Nach der Schließung des Lagers sei nach Auskunft des Projektverantwortlichen von ‚Hilfe konkret e.V.‘, Johannes Neudeck, die Situation weiterhin katastrophal.  

Wegen fehlender Nachfolgeeinrichtungen seien die Menschen weitgehend auf sich selbst gestellt. So hielten sich weiterhin über 8.000 Personen in Bosnien auf, viele sind im Freien unterwegs, leben im Wald und in ungenutzten Gebäuden oder überwintern notdürftig in Sarajevo in diversen Einrichtungen.  

Zusätzlicher Druck entstünde, weil unversorgte Menschen aus Griechenland jetzt verstärkt im Blick auf das kommende Frühjahr auf der „Balkanroute“ unterwegs seien. Längeres Warten verschlimmere die Situation der Betroffenen. Die offiziellen Strukturen seien nicht in der Lage,  Verbesserungen einzuleiten oder gar auf die besonderen Nöte einzelner Menschen einzugehen, berichtet Neudeck von seiner letzten Reise.  

Dringend benötigt werden Mittel für Lebensmittel und Hygienebedarf sowie einzelfallbezogene Soforthilfemaßnahmen für soziale Härtefälle und die Unterstützung der Hilfestruktur. Im kroatischen Cakovec wurde ein Nothilfefonds für bedürftige Jugendliche in einer christlich-evangelischen Schule eingerichtet, die von ‚Hilfe konkret‘ als Bildungsprojekt mitgegründet wurde. 

Der Verein ‚Hilfe konkret‘ engagiert sich in Kooperation mit regionalen NGO’s mit einer über 25-jährigen Erfahrung aktuell für Flüchtlinge und Asylsuchende, soziale Härtefälle, Randgruppen, wie Roma, auf dem Westbalkan. Bereits im letzten Jahr hatte die sächsische Landeskirche eine Soforthilfe in Höhe von 5.000 Euro zur Unterstützung Geflüchteter zur Verfügung gestellt, um Menschen, die in der Region Bihac (Bosnien-Herzegowina) in unhaltbaren Zuständen lebten, zu unterstützen. 

Auch aktuell wirbt die Landeskirche bei den Gliedkirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) darum, die Notsituation von Geflüchteten in Osteuropa und im Westbalkan nicht aus dem Blick zu verlieren und so dringend notwendige Unterstützung gemeinsam auf den Weg zu bringen. Die Medienberichterstattung thematisierte zwar die unwürdigen Bedingungen, steht aber bis heute im Schatten der Ereignisse und Initiativen um die Seenotrettung.  

Der Aktionsraum des Vereins ‚Hilfe konkret e.V.‘ umfasst zurzeit schwerpunktmäßig die Regionen um Bihac und Sarajevo in Bosnien-Herzegowina, sowie mehrere Regionen in Kroatien, u.a. die Stadt Zagreb. Hier geht es um Menschen, die als Asylsuchende in  Zagreb untergebracht sind. Im Blick sind Familien, Kinder, auch „Abgeschobene“ (u.a. aus Deutschland, Österreich, Schweiz), sowie Menschen ohne Bleibeperspektive und Papiere – davon ungefähr 2.000 in Kroatien und 8.000 in Bosnien-Herzegowina.  

http://www.hilfekonkret.de/

Camp Vucjak/Bihac, Bosnien-Herzegowina: Johannes Neudeck (r.) gemeinsam mit Josip Juratovic, MdB, und dem Roten Kreuz am 4. Dezember 2019
Bisher nur notdürftige, aber dringend notwendige Hilfe

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