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„Zeit zur Klage – Raum für Hoffnung“


03. April 2021

O crux, splendidior – Oh Kreuz, leuchtender als die Sterne

DRESDEN - Als Zeichen der ökumenischen Verbundenheit besuchten die beiden Bischöfe sowie die ACK-Vorsitzenden am heutigen Karsamstag, 3. April, in Dresden gemeinsam ihre traditionellen geistlichen Angebote. So nahmen Landesbischof Tobias Bilz (EVLKS), Bischof Heinrich Timmerevers (Bistum Dresden-Meißen) und der stellvertretende Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen im Freistaat Sachsen (ACK), Superintendent Christhard Rüdiger, am Nachmittag (17:00 Uhr) an der Karvesper in der Dresdner Kreuzkirche teil. Am Morgen um 8:00 Uhr besuchten die Vertreter der Kirchen die Karmette in der Dresdner Kathedrale.

„Wann wird das Alles vorbei sein?“, fragten sich viele Menschen, so Landesbischof Tobias Bilz in der Vesper. An diesem Tag gedenke man der Verstorbenen, denke an Kranke und an Trennungen, die auch zur Einsamkeit von vielen Älteren führe. Die Toten seien nicht von Gott getrennt, auch nicht von den Menschen. „In der Trauer sei die Güte des Herrn über uns“, sagte Bilz. Der heutige Tag sei eine „Zwischenzeit“, die nicht von Gott trenne. Er sei bei denen, die sich nach dem Ende sehnen. Wir bräuchten diese Kraft, die dann zur Auferstehungshoffnung führe.

Das umfangreiche musikalische Programm wurde durch Gesänge des Ensembles VokalChoral Dresden mit Gerd Reichard, Christoph Ilgner, Burkhard Rüger und Marcus Steven (Leitung) begleitet. Die Begrüßung und liturgische Leitung hatte Superintendent Christian Behr übernommen. An der Vesper am Samstagnachmittag nahm auch Landtagspräsident Matthias Rößler als Zuhörer teil.  

Seit über einem Jahr bestimmt die Corona-Pandemie weltweit das Leben. Das Virus hat viele Opfer gekostet und fordert weiter seinen Tribut: Menschen sind verstorben – oft in großer Einsamkeit. Hinterbliebene fanden keinen Raum, um ihrer Trauer Ausdruck zu verleihen. Kindern und Jugendlichen fehlt die Gemeinschaft mit Gleichaltrigen. Eltern mühen sich oft über die eigene Belastungsgrenze hinaus, Kinderbetreuung und Arbeit zu vereinbaren. Unternehmen sehen durch die Regelungen des Lockdown ihre Existenz und ihr Lebenswerk infrage gestellt.

Vor diesem Hintergrund wollen die Vertreter der Christlichen Kirchen in Sachsen gemeinsam dieser Klage Ausdruck verleihen und nach Zeichen der Hoffnung suchen. Die Bischöfe sowie der Vorsitzende der ACK, Gert Loose, und sein Stellvertreter Christhard Rüdiger hatten dazu zwei feste Termine vereinbart.
So wurde neben dem heutigen zentralen sächsischen Gedenken am Karsamstag auch die breitere Beteiligung mit Gottesdiensten und Offenen Kirchen zum Corona-Gedenken am 18. April 2021 geplant.

Unter dem Titel „Zeit zur Klage – Raum für Hoffnung“ werden am Sonntag, 18. April, viele Kirchen und Kapellen in Sachsen und weitere Religionsgemeinschaften ihre Türen öffnen und die Menschen vor Ort zu einem gemeinsamen Corona-Gedenken einladen. Kommunen sowie örtliche Initiativen und Vereine werden ermutigt, sich an dieser Einladung zu beteiligen. „Viele Menschen suchen nach Möglichkeiten, ihre Klage, ihre Fragen und ihre Unsicherheiten loszuwerden, aber auch neue Hoffnung und Kraft zu schöpfen. Dafür wollen wir geistliche Orte anbieten.“, so die Initiatoren der beteiligten Kirchen.

In den Gottesdiensten an diesem Tag wird mit gemeinsamen liturgischen Elementen die Klage vor Gott gebracht, der in der Corona-Zeit Verstorbenen und ihrer Hinterbliebenen gedacht und der Fürbitte für Menschen Raum gegeben, die derzeit unter der Corona-Pandemie in Deutschland und weltweit leiden.
Auch am Nachmittag und Abend dieses Sonntags werden viele Kirchen und kirchliche Räume geöffnet sein, um Christen und Nichtchristen eine Möglichkeit des Gedenkens, zur persönlichen Einkehr und für die eigene Klage zu geben und gleichzeitig einen Hoffnungsort mit Trost und Stärkung anzubieten.

Die Vesper wurde live vom Dresden Fernsehen und per Livestream durch die Landeskirche übertragen.

Landesbischof Tobias Bilz

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