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Jahreslosung 2020

Ich glaube; hilf meinem Unglauben!

Markus 9, 24

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Gedanken zur Jahreslosung

Ich sitze mit Freunden beim Frühstück. Wir unterhalten uns zwanglos über die Jahreslosung für 2020. Jemand sagt: „Mir gefällt sie nicht. Wenn jemand, der kein Christ ist, das liest, wird er sagen, dass die Christen selbst kein Gottvertrauen haben. Was macht das für einen Eindruck?"

Was haben wir im vergangenen Jahr als Christen für einen Eindruck hinterlassen? Ganz persönlich in unserem Umfeld oder als Kirche insgesamt? Ich wage es kaum, mir darüber Rechenschaft zu geben. Ich möchte anderen zuversichtlich und offen begegnen. Aber einzuschätzen, wie ich tatsächlich wirke, das traue ich mir nicht zu. Und wenn ich an unsere Kirche denke, so nehme ich mit Sorge wahr, dass sie im Moment nicht gerade blendend dasteht. Ich wünsche sie mir glaubwürdig, mutmachend, versöhnend und orientierend. Dies war sie in der öffentlichen Wahrnehmung oftmals nicht.

Gott sei Dank geht es aber in diesem kurzen Bibelwort nicht um einen äußeren Eindruck, sondern um eine innere Einstellung. Ein Vater bringt seinen epileptischen Sohn zu Jesus, damit der ihn heilt. Er hat Hoffnung, sonst käme er nicht. Er hat aber auch Zweifel, sonst würde er seine Bitte um Heilung nicht mit dem Halbsatz eröffnen: „Wenn du etwas kannst…". 

Wie beginnen Sie das neue Jahr, eher mit Hoffnung oder doch mit vielen Zweifeln?

Wenn Umfrage-Institute daraus eine Erhebung machen, fragen sie nach Optimismus und Pessimismus im Blick auf die Zukunft. Zu diesem Jahreswechsel ergibt sich in Deutschland angesichts der aktuellen Herausforderungen kein klares Bild. Zusammengefasst wird gern von einer „zaghaften Zuversicht“ gesprochen. Da staune ich nicht schlecht! Ist das nicht genau das Gleiche wie ein ungläubiger Glaube oder ein gläubiger Unglaube?

Wenn das so ist, dann passt die neue Jahreslosung zu dem, wie es uns gerade geht!

In unserer Frühstücksrunde sind wir uns jedenfalls einig. Wenn die Jahreslosung bedeutet, dass wir 2020 damit beginnen, Gott und einander gegenüber ehrlich zuzugeben, wie es uns wirklich geht, wird uns geholfen werden. So, wie dem Vater mit seinem kranken Kind.

Ihr

Tobias Bilz


Wozu gibt es die Jahreslosung?

Die Jahreslosung ist am Anfang eines Jahres Gegenstand und Inhalt unzähliger Predigten, Bibelarbeiten und Andachten. Sie hängt in vielen Gemeindesälen, Wohnzimmern und Pfarrämtern. Und trotzdem wissen die meisten nicht, woher sie eigentlich kommt.

Bereits seit 1930 gibt es für jedes Jahr ein Bibelwort als Jahreslosung. Die Losung für das Jahr 1930 stammte aus dem Brief des Apostels Paulus an die Römer und lautete: Ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht. (Römer 1,16)
1934 wurde die Jahreslosung dann erstmals direkt aus den Leseeinheiten des Bibelleseplanes ausgewählt und veröffentlicht. Seit 1970 übernimmt die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen die Auswahl der Jahreslosung.

Die Ökumenische Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen erstellt jährlich einen ökumenischen Bibelleseplan, der für jeden Tag des Jahres einen Abschnitt aus der Bibel als Lesung anbietet. Dieser Plan führt in einem Turnus von vier Jahren durch das ganze Neue Testament und innerhalb von acht Jahren durch das Alte Testament. Aus den Texten, die der Leseplan für ein Jahr vorsieht, wählt die ÖAB ein Wort als Jahreslosung aus. Darüber hinaus wird aus den Texten, die in einem bestimmten Monat zu lesen sind, jeweils ein Zitat als Monatsspruch bestimmt.

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