Aktuelles

Jahreslosung und Veranstaltungen 2024

Alles, was ihr tut, geschehe in Liebe. (1. Kor 16, 14)

Gedanken zur Jahreslosung von Landesbischof Tobias Bilz

Waffenlieferungen, Klimagerechtigkeit, Schwangerschaftsabbruch, die kommenden Wahlen. Wir sitzen zusammen und diskutieren kontrovers über die aktuellen ethischen Herausforderungen. Wir haben Zeit über vieles zu sprechen, was uns Einzelne bewegt. Neben dem Austausch von Argumenten schwingt noch etwas anderes mit: Wir prüfen uns gegenseitig, wo wir stehen. Es bilden sich unmerklich kleine Koalitionen, in denen man sich argumentativ unterstützt. Ich spüre, dass es je länger desto mehr darum geht, wer sich mit seiner Sicht durchsetzen wird. Als ich versuche die Nächstenliebe als Maßstab ins Spiel zu bringen, bricht es aus einem heraus: „Mit der Nächstenliebe wird alles relativiert. Ich will Klarheit!“

Vor vier Jahren wurde die Jahreslosung von der Ökumenischen Arbeitsgemeinschaft für Bibellesen ausgewählt. Gerungen haben wir damals auch, um die geistliche Deutung von Zeitphänomenen und Stellungnahmen zu gesellschaftlichen Entwicklungen, um das Miteinander in der Kirche und um öffentliche Positionierungen. Erinnern Sie sich noch an unsere Konflikte im Herbst 2019?

Paulus schreibt einer Gemeinde, die mit Spaltungen zu kämpfen hatte. Es gab rivalisierende Gruppen, die sich anhand verschiedener Einstellungen zur Sexualität, zu Fragen religiöser Riten und zum Verhalten in der nichtchristlichen Gesellschaft bildeten. Es ging schließlich darum, wo und wie der Heilige Geist wirkt. Paulus versucht, an einigen Punkten für Klarheit zu sorgen, stößt dabei aber an Grenzen. Deshalb startet er einen neuen Versuch: „Ich will euch einen noch besseren Weg zeigen!“  Der bessere Weg ist der Weg der Liebe. Das Hohelied der Liebe (1. Kor 13) ist das Präludium für den letzten Teil seines Briefes, der mit unserer Jahreslosung das Finale erlebt. Es entfaltet sich ein dreifacher Klang:

Es geht weniger um die richtige Tat, mehr um die Haltung.

Die Jahreslosung verzichtet darauf, konkrete Taten beim Namen zu nennen. Wörtlich: „Alles unter euch geschehe in Liebe!“ Alles – was so pauschal klingt, fragt grundsätzlich und direkt: Welche Motive treiben dich an?

Wer darauf zu antworten versucht, wird unweigerlich dahin kommen, dass es zwar unterschiedliche Meinungen gibt, die Liebe zu Gott und zum Nächsten aber auch andere leitet. Das Andere aber wird auch passieren. Eine neue Sensibilität entsteht. Eine Position kann noch so richtig sein. Wenn die Liebe fehlt, verliert der gemeinsame Hymnus seinen Wohlklang und mutiert zum Lärm. Paulus spricht von einer scheppernden Schelle.

Es geht weniger um den schnellen Effekt, mehr um die langfristige Wirkung.

Im Hohenlied der Liebe werden fünfzehn Charakteristika der Liebe genannt. Die Mehrzahl beschreibt Dinge, worauf die Liebe verzichtet, etwa auf Eifersucht und Selbstdarstellung, Beleidigt sein und Schadenfreude. Zugleich haben die positiven Beschreibungen eher den Klang von Ausdauer und Geduld, Zuversicht und Nervenstärke. Es ist eigentlich gar nichts dabei, was mit einer konkreten Aktivität verbunden ist.

In unseren Tagen werden schnelle Lösungen für komplexe Probleme erwartet. Das betrifft die Kirche genauso wie die Welt. Wir wissen aber an vielen Stellen (noch) nicht, was die Lösungen sind. Umso wichtiger ist es, dass wir gut beieinanderbleiben und beim Debattieren über unsere Zeitfragen aufeinander hören und manchmal auch schweigen. Das wird uns stark machen.

Es geht weniger um das persönliche Glück, mehr um die Erfahrung der Verbundenheit.

Wir haben Jahre und Jahrzehnte erlebt, in denen die persönliche Entfaltung im Vordergrund stand. Das wendet sich, weil das kleine Glück immer kleiner wird. Paulus meint mit „in Liebe“ nicht nur die innere Motivation, sondern auch das Miteinander. Er hört eine göttliche Harmonie dann, wenn sich viele und Vielfältiges zu einer großen Sinfonie verbinden. Dafür sieht er in der Gemeinde das entscheidende Potential. Sein Liebeslied ist kein Solostück. Sie ist ein großes Beziehungsgeschehen.

Die Jahreslosung für 2024 hat die Kraft, ein wirkliches Wort der Orientierung zu werden.  

Ich wünsche mir, dass es uns bestimmt, wenn wir miteinander um den richtigen Weg ringen, dass es uns ermutigt, wenn wir Ausdauer brauchen und dass es uns zusammenführt, wenn wir mit uns selbst beschäftigt sind.

Jahresvorschau auf Ereignisse 2024

In diesem Jahr ist der Weltgebetstag am 1. März wegen der Brisanz dieser Tage in Kriegszeiten zwischen Israel und den Hamas-Terroristen hervorzuheben, denn die Liturgie des Weltgebetstages 2024 wurde von Christinnen aus Palästina vorbereitet. Angesichts der aktuellen Situation wurde seitens der Frauenarbeit der Landeskirche eine Information veröffentlicht, in der sie die Kirchgemeinden trotz aller Verunsicherung ermutigt den Weltgebetstag zu feiern und sich an der Gottesdienstordnung aus Palästina zu orientieren.

Die Männerarbeit der Landeskirche lädt im März wieder regional und zentral zu ihren Männertagen ein. Der Oberlausitzer Männertag am 2. März findet wieder in Neschwitz im Herrschaftlichen Gasthof und der Elbtal-Männertag am 9. März in der Bergwirtschaft Wilder Mann in Dresden statt. Am 15. März wird zum beliebten Format „Männer im Glashaus“ in die Strobel-Mühle in Pockau eingeladen.

Zuvor wird von Diakonie und Landeskirche die diesjährige Spendenaktion „Hoffnung für Osteuropa“ eröffnet, deren Projektvorhaben am 10. März vorgestellt werden soll. Das Wahljahr 2024 wirft seine Schatten voraus, so dass die Evangelische Akademie Sachsen für den 14. März geplant hat, Landesbischof Tobias Bilz zu diesem Thema in den Evangelischen Salon nach Leipzig einzuladen.

Zu einem herausragenden Ereignis werden in diesem Jahr die Landeskirchenmusiktage unter dem Motto „grenzenlos“ anlässlich des 75-jährigen Bestehens der Hochschule für Kirchenmusik Dresden vorbereitet. Vom 10.-14. April finden sie mit zahlreichen Veranstaltungen und hochkarätigen Konzerten in den Kirchen von Meißen sowie im Areal von Klosterhof, St. Afra und Dom statt. Es sind 19 Workshops, Andachten, Konzerte, ein Abend der Begegnung und ein Forum geplant. Zum Abschluss am 14. April wird ein Gottesdienst mit Landebischof Bilz und Bläsern der Sächsischen Posaunenmission e.V. zum Sonntag Misericordias Domini in der österlichen Freudenzeit gefeiert.
https://kirchenmusik-sachsen.de/landeskirchenmusiktage2024/

Der Tag der Diaspora des Gustav-Adolf-Werks in Sachsen findet am 13. April in Marienberg und am gleichen Tag der Werkstatt-Tag Seniorenarbeit in Leipzig statt. Am 12. und 13. April heißt es „Wanderschuh trifft Pilgerstab“ und es geht in Marienberg auf Tour durch die sächsische Heimat, kombiniert mit Vorträgen, einem Fachsymposium, Wanderungen und Workshops.
Landesbischof Bilz wird in diesem Jahr vom 15.-21. April im Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz zur Bischofsvisitation unterwegs sein und zahlreiche Gespräche mit Mitarbeitenden in der Region führen.
Sachsen wird mit dem Bildungsgut Schmochtitz vom 26.-29. April Gastgeber für den Bundeskonferenz für Gefängnisseelsorge sein.

Anfang Mai startet die Evangelische Jugend in Sachsen am Rogate-Wochenende zum Landeskonficamp (2.-5. Mai) nach Grünheide. Viele Posaunenbläser aus den Kirchgemeinden werden sich ebenfalls auf Fahrt begeben, denn in Hamburg wird vom 3.-5. Mai der Deutsche Evangelische Posaunentag stattfinden.
In Dresden wird ebenfalls unüberhörbar musikalisch eingestimmt, wenn zum Open-Air-Jubiläumskonzert vor der Christuskirche die Gospelnight Dresden ihr 25-jähriges Bestehen feiert. Ebenfalls gesanglich wird in der Geithainer Nikolaikirche am 2. Juni ein ephorales Chöretreffen von sich hören lassen.
Am 5. Juni wird sich der Sächsische Gemeindepädagogentag im TPI Moritzburg thematisch mit dem Ehrenamt in der gemeindepädagogischen Praxis beschäftigen.

Zu einem Event der besonderen Art kann wieder nach längerer pandemiebedingter Pause eingeladen werden. Nachdem die geplanten Treffen in Graz und Ostrava ausfallen mussten, steht nun die Planung der Christlichen Begegnungstage Mittel- und Osteuropa (CBT) in Frankfurt (Oder)| Słubice vom 7.-9. Juni in der Umsetzung. Unter dem Motto „Nichts kann uns trennen“ lädt die einzigartige länder- und menschenverbindende Veranstaltung ein, sich in einem inspirierenden und feierlichen Rahmen zu begegnen und die Vielfalt des Glaubens zu feiern.

Die Christlichen Begegnungstage sind ein internationaler Kirchentag, bei dem Glaube, Nächstenliebe und Austausch im Mittelpunkt stehen. Sie sind ein regelmäßiges Treffen der mittel- und osteuropäischen protestantischen Kirchen, das meist alle drei Jahre stattfindet. Aufgrund der vergleichsweise nahen Anreise ist es eine gute Gelegenheit, auch für sächsische Kirchgemeinde das partnerschaftliche Kirchentreffen kennen zu lernen.

Die Sommerzeit ist geprägt von Veranstaltungen, die auch mal aus der Kirche treten lassen. Das gilt grundsätzlich für die Nacht offenen Kirchen, die der Kirchenbezirk Leipziger Land als Nacht der offenen Dorfkirchen regelmäßig anbietet, so wie dieses Jahr über Region verteilt am 6. Juli.


Der diesjährige Begegnungstag für Aussiedler am 31. August in Roßwein wird sicherlich auch wieder Gelegenheit bieten, sich auch im Außenbereich gesellig aufzuhalten. So, wie beim 12. Elbekirchentag, der diesmal wieder mit zahlreichen Angeboten entlang des Flusses in der sächsischen Landeskirche stattfinden wird. Nach dem brandenburgischen Lenzen ist Pirna gastgebende Stadt vom 23.-25. August vor den Toren der Sächsischen Schweiz.
 

Eher im geschlossenen Kreis und im Chemnitzer Opernhaus findet der Zentrale Sächsische Pfarrerinnen- und Pfarrertag am 28. August mit Landesbischof Bilz statt. Das zentrale Treffen wechselt sich pro Jahr mit den regionalen Zusammenkünften ab.
Vor dem Ende der in diesem Jahr zeitigen sächsischen Sommerferien finden üblicherweise in einigen Regionen der Landeskirche Pädagogen-Gottesdienste statt, so beispielsweise bereits am 1. August der zentrale Pädagogen-Gottesdienst in der Dresdner Dreikönigskirche, der wie die anderen auch, in die zweite Jahreshälfte weist.

Schon in Richtung Herbst ist der erste Freitag im September das Datum, an dem der bundesweite Ökumenische Tag der Schöpfung begangen wird. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Sachsen hat für dieses Jahr am 6. September die Stadt Wurzen in den Blick genommen, wo die christliche Verantwortung für ein nachhaltiges Zusammenwirken zur Erhaltung von Natur und Lebensqualität sowie für den Klimaschutz zum Ausdruck kommen soll.
Für die Diakonie im Leipziger Land steht ein Festwochenende (6.-8. September) aus Anlass des 150-jährigen Jubiläums im Fokus derzeitiger Vorbereitungen. Mit 300 Jahren feiert die ehemalige Dorfkirche Zöbigker in Markkleeberg am 8. September ihr Bestehen, die jetzt als beliebte Radwegekirche und Veranstaltungsort nachgefragt ist.

40 Jahre Konziliarer Prozess ist in Dresden vom 13.-15. September Anlass, um unter dem Motto „Hoffnung für die Erde leben“ in einer Rückschau auf die Impulse und Weichenstellungen von damals auf die heutige christliche Verantwortung im Bemühen um Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung zu schauen.
Die traditionellen Handwerker-Gottesdienste der kirchlichen Männerarbeit im Herbst am 8. September in Löbau und am 15. September in Zschopau sind Gelegenheit für Dank, aber auch Ort, Beschwerliches und Sorgen zur Sprache zu bringen.

Das Sächsische Landeserntedankfest findet in diesem Jahr vom 27.-29. September in Mittweida statt.

In Leipzig bereitet man sich bereits auf 35 Jahre Friedliche Revolution am 9. Oktober vor, aber sicherlich nicht nur dort.

Im November schließt sich zahlreichen Veranstaltungen im Herbst der Ökumenische Thementag der Initiative Ökumenischer Weg an, der für den 20. November geplant ist. So wie der Ökumenische Tag der Schöpfung, die Impulse aus dem Konziliaren Prozess und der Ökumenische Thementag die christliche Verantwortung für die Eine Welt auf unterschiedliche Weise, aber doch in gemeinsamer Blickrichtung nach außen trägt, möchte sich KULTURKIRCHE 2025 in Chemnitz mit ihren Beiträgen in das Kulturhauptstadtjahr 2025 aus christlicher Perspektive einbringen. Das ökumenische Projekt engagiert sich, dass Glaube und Hoffnung die Kultur und Kunst inspirieren. Die Planungen haben schon längst begonnen und der 1. Advent ist Start für Kulturkirche in Chemnitz in das besondere Jahr unter Teilnahme von Landesbischof Tobias Bilz.


Vergangene Veranstaltungen

Den Auftakt für 2024 bildete der Neujahrsgottesdienst in der Dresdner Frauenkirche am 1. Januar, in dem jeweils die Jahreslosung im Mittelpunkt steht, und der traditionell vom ZDF bundesweit übertragen wurde. In diesem Jahr predigte Landesbischof Tobias Bilz.

In Leipzig wird am 10. Januar die Arbeitsstelle Gerechtigkeit, Frieden, Bewahrung der Schöpfung in der Paul-List-Str. 19 eröffnet. An diesem Tag gibt es Einblicke in die inhaltliche Arbeit durch Gespräche, Interaktionen in Gruppen und Erörterung der zentralen Frage: „Was bedeutet christliche Weltverantwortung für mich?“.

 


Am 22. Januar 2024 findet der Theologischer Studientag in Leipzig unter dem Motto „Das alte Testament als Widerstandsliteratur“ statt. In Vorträgen und Arbeitsgruppen werden zentrale alttestamentliche Texte zum Thema Widerstand beleuchtet und in ihrer homiletischen Dimension diskutiert. Der Studientag 2024 wird vom Institut für alttestamentliche Wissenschaft und der Forschungsstelle Judentum in Zusammenarbeit mit dem Dekanat vorbereitet. Anmeldungen sind bis zum 7. Januar 2024 möglich über diesen Link.


Wie in jedem Jahr stellen auch theologische Fakultäten, kirchliche Hochschulen, Ausbildungsstätten und Berufsgruppen auf verschiedenen Veranstaltungen Berufsperspektiven in Kirche und Diakonie vor. In Moritzburg wird es am 4. Januar eine Stellenbörse für freie Stellen in der Gemeindepädagogik in der Landeskirche geben. Zudem bieten u.a. der Tag der offenen Hochschule am 11. Januar und die Messe Karrierestart vom 19.-21. Januar eine gute Gelegenheit, mit jungen Menschen ins Gespräch zu kommen. So hat auf der Messe Karrierestart in Dresden die Landeskirche zusammen mit der Diakonie Sachsen wieder einen eigenen Stand, wo man in diesem Jahr auch Landesbischof Bilz treffen kann.
Zum 4. Mai lädt die Theologische Fakultät in Leipzig zu ihrem Studieninformationstag auf dem zentralen Campus Augustusplatz ein.

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