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Passionszeit 2024

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Die Passions- und Fastenzeit beginnt am Aschermittwoch

Auch in Sachsen gibt es zahlreiche Angebote in der siebenwöchigen Passions- und Fastenzeit, die am Aschermittwoch (14. Februar) beginnt und mit dem Karsamstag (30. März) endet. Kirchgemeinden laden in dieser Zeit zu Passionsandachten, Passionsgottesdiensten und Passionsmusiken ein. Das traditionelle Fasten in der Passionszeit wird auch in diesem Jahr durch besondere Fastenangebote begleitet. Der Aschermittwoch wird in Sachsen zugleich als Frühjahrsbußtag gefeiert, an dem Abendgottesdienste und Andachten stattfinden.

In diesem Jahr fällt der Beginn der Passionszeit mit dem Valentinstag zusammen, an dem einige Kirchgemeinden konkrete Angebote für Verliebte anbieten. So werden Verliebte und Paare am 14. Februar um 18:00 Uhr zu Andachten in die Dresdner Lukaskirche und in die Weinbergskirche Dresden-Trachenberge eingeladen. Ein Orgelkonzert zum Valentinstag findet um 19:30 Uhr in der Leipziger Nikolaikirche statt.


Andachten und Gottesdienste am Aschermittwoch

Zu einer Aschermittwochsandacht um 17:00 Uhr lädt die Pauluskirchgemeinde in Zwickau am 14. Februar in das Gemeindehaus ein. Ansonsten beginnen die Andachten und Gottesdienste an diesem Werktag ab 18:00 Uhr, wie in der Großenhainer Marienkirche, im vogtländischen Lößnitz oder in der Bethlehemkirche in Dresden-Tolkewitz. Eine Passionsabendmahlsfeier bietet die Nathanaelkirchgemeinde in Leipzig an. In Zwickau wird wie jedes Jahr im Dom St. Marien die Altarwandlung am berühmten Wolgemut-Altar vollzogen. Nach der Festtagsansicht, die seit dem Dreikönigstag zu sehen ist, schließen sich zwei Altarflügel zur sogenannten Fastenansicht.

Die Praxis der Altarverhüllung wird auch an verschiedenen Orten für die siebenwöchige Passionszeit vollzogen, so beispielsweise in einer Andacht im Freiberger Dom um 19:30 Uhr. Dazu gehört auch die Tradition der Fastentücher (Hungertücher), die den Altarbereich mit biblischen Motiven verhängen. Diese Tradition greift in diesem Jahr ein Projekt im Rahmen der Kulturkirche mit Blick auf das Chemnitzer Kulturhauptstadtjahr 2025 auf. So werden Verhüllungen von zeitgenössischen Kunstwerken vorgenommen, die von Künstlern im Austausch mit der Gemeinde und im Dialog mit Architektur und Ikonografie der Kirche entstehen. Unter dem Titel „Interventionen zur Passion 2024“ werden in Frankenberg/Langenstriegis, Schneeberg und Stollberg ab Aschermittwoch drei Altarbild-Verhüllungen im öffentlichen Raum für das Publikum frei zugänglich sein. Intervention zur Passion 2024


Hintergrund: Sächsischer Frühjahrsbußtag am Aschermittwoch

Der Frühjahrsbußtag am Aschermittwoch ist in Sachsen auch über die Reformation hinaus von den zahlreichen Bußtagen der damaligen Kirche erhalten geblieben. Seit 1830 gibt es nur noch zwei Landesbußtage im Frühjahr und Herbst. In Sachsen ist der Buß- und Bettag im Herbst ein staatlich geschützter und arbeitsfreier Feiertag geblieben und bildet gleichzeitig den Abschluss der Friedensdekade. Der Frühjahrsbußtag, seit 1996 auf Aschermittwoch festgelegt, ist im Gesetz über Sonn- und Feiertage im Freistaat Sachsen ausdrücklich als religiöser Feiertag genannt. Der Frühjahrsbußtag öffnet den Raum, Gott Klagen und Bitten angesichts der aktuellen Ereignisse zu benennen sowie Sünden zu bekennen und zu beichten.


Andachten in der Passionszeit

In den Wochen bis zum Osterfest laden viele Kirchgemeinden regelmäßig, meist wöchentlich, zu Passionsandachten ab 18:00 Uhr ein. In der Kirche in Dresden-Langebrück beginnen die Passionsandachten mittwochs um 19:30 Uhr, in denen Bilder vom Kreuz betrachtet und besprochen werden. Ebenfalls um 19:30 Uhr sind Aschermittwochsandachten u.a. in Chemnitz mit der Jungen Gemeinde im Gemeindehaus (Schlossplatz), in Forchheim und Marienberg sowie als Ökumenischer Gottesdienst in der katholischen Kirche St. Josef in Dresden-Pieschen geplant. Vom 15. Februar bis 21. März finden jeden Donnerstag um 17:00 Uhr in Leipzig-Marienbrunn im Gemeindehaus (Lerchenrain 1) Passions-Andachten im Rahmen der Aktion »7 Wochen ohne« statt.

Ganz anschaulich bereitet die Lutherkirchgemeinde in Crimmitschau für dieses Jahr einen Sinnenpark über die Geschichte der Passion und Auferstehung Jesu als „Ostergarten“ vor. Die 60-minütigen Führungen entlang verschiedener Stationen lebensgroßer Kulissen sind ein Angebot für alle Altersklassen. Die in der Lutherkirche befindliche Ausstellung lädt vom 10. bis 31. März zu einer faszinierenden Zeitreise durch das Leben Jesu in den letzten Tagen seines irdischen Wirkens ein. Sie endet mit der frohen Botschaft der Auferstehung.


Passionsmusiken und Konzerte

Die Passionszeit ist eine kirchenmusikalisch bedeutsame Zeit, in der zahlreiche Konzerte und Werke mit Bezug zur Passionsgeschichte aufgeführt werden. Insbesondere die Johannespassion und die Matthäuspassion von Johann Sebastian Bach gehören in Sachsen traditionell dazu. 

In Dresden wird die Matthäuspassion am Gründonnerstag (28. März) um 18:30 Uhr und am Karfreitag (29. März) um 16:00 Uhr in der Kreuzkirche durch den Dresdner Kreuzchor und die Dresdner Philharmonie unter Leitung von Kreuzkantor Martin Lehmann aufgeführt. Ebenfalls am Karfreitag zur gleichen Zeit führt in der Dresdner Neustadt der Bachchor die Matthäuspassion in der Martin-Luther-Kirche auf.

In Leipzig erklingt am 19. März um 19:30 Uhr die Bachsche Johannespassion in der Nikolaikirche mit "Ars Musica" unter Leitung von Patrick van der Linden. In der Thomaskirche musizieren am 23. März um 19:00 Uhr die Große Kurrende der Singschule St. Thomas, das Schöneck-Ensemble Koblenz, amici musicae, Chor und Orchester die Matthäuspassion. Am 23. März bringt um 18:00 Uhr der Leipziger Universitätschor die Bachsche Johannespassion im Rahmen seines traditionellen Passionskonzertes in der Universitätskirche St. Pauli zur Aufführung. Unter der Leitung von Universitätsmusikdirektor David Timm musiziert der Chor gemeinsam mit dem Pauliner Barockensemble auf historischen Instrumenten.

Im 300. Jahr der Uraufführung der Johannespassion von J.S. Bach lädt am 28. März um 19:00 Uhr der Thomanerchor und das Leipziger Gewandhausorchester unter Leitung von Thomaskantor Andreas Reize in die Thomaskirche ein. Die Matthäuspassion kommt tags darauf am Karfreitag in der Thomaskirche um 17:00 Uhr durch den BachChor (Nikolaikirche) unter Leitung von Nikolaikantor Markus Kaufmann zur Aufführung, während um 19:00 Uhr der Thomanerchor mit dem Gewandhausorchester in der Nikolaikirche die Johannespassion aufführt.

Weitere Aufführungen der Johannespassion im Jubiläumsjahr sind am 29. März um 17:00 Uhr in der Pauluskirche Zwickau-Marienthal, in Zittau in der St. Johanniskirche und in Dresden um 20:00 Uhr in der Frauenkirche sowie am 17. April um 18:30 Uhr und 18. April um 16:00 Uhr in der Kreuzkirche zu erleben.

Die Evangelische Akademie Sachsen lädt am Palmsonntag, 24. März, um 10:00 Uhr zu einem Festgottesdienst in die Kirche in Markkleeberg-Großstädteln mit der Kantate „Ich habe genug“ von J.S. Bach ein. Danach folgt die Erstvorstellung des Buches von Elly-Viola Nahmmacher und des von ihr gestalteten Kreuzweges in Großstädteln. Nahmmacher gehört zu den herausragenden christlichen Künstlerinnen im sächsisch-thüringischen Raum und darüber hinaus, deren Bildwerke prägenden Charakter haben. In der Kirche Markkleeberg-Großstädteln wird der erste von mehreren Kreuzwegen der Künstlerin aufgenommen und auf Rochlitzer Porphyr präsentiert. Die Künstlerin, die während ihres Schaffensprozesses Musik von Johann Sebastian Bach hörte, zeigt die Menschlichkeit Jesu mit tiefen Schnitten in das Holz und Hohlformen. Die Präsentation eines Buches zu Elly Viola Nahmmacher soll dies verdeutlichen.


Angebote zum Fasten in der Passionszeit

„Komm rüber! Sieben Wochen ohne Alleingänge“ lautet das Motto der bundesweiten evangelischen Fastenaktion „7 Wochen Ohne“. Die Eröffnung wird als ZDF-Fernsehgottesdienst am 18. Februar 2024 um 9:30 Uhr aus der St. Katharinen in Osnabrück live übertragen. Die Themen der Aktion führen vom „Miteinander gehen“ über das Miteinander mit den Liebsten, mit Fremdem, mit der Schöpfung und der weiten Welt zum Miteinander mit den mir Anvertrauten und mit Gott. Alleinsein sei durchaus erwünscht, Aufbruch aber auch: „Komm rüber!“ Denn Segen sei an das Aufbrechen gebunden, nicht an das Verharren, heißt es im Aufruf. Fastenzeit sei kein Verzicht um des Verzichts willen, sondern könne zu neuen Erfahrungen im Alleinsein und im Miteinander führen. 
Bezogen auf diese Fastenaktion bietet die Ev.-Luth. Michaelis-Friedens-Kirchgemeinde Leipzig verschiedene Fastengesprächsgruppen im Gemeindehaus Gemeindehaus (Kirchplatz 9) an.

Ein ökumenisches Fastenzeitseminar im Bildungsgut Schmochtitz wird in Kooperation mit dem Kirchenbezirk Bautzen-Kamenz, dem katholischen Dekanat Bautzen und dem Cyrill-Methodius-Verein veranstaltet und stellt ein kirchenaktuelles Thema zur Fastenzeit in den Mittelpunkt. Die Veranstaltungsreihe startet am 26. Februar um 19:30 Uhr mit dem Thema „Ihr seid das Salz der Erde“ und wird an den drei darauffolgenden Montagen (4./11./18. März) u.a. mit Propst Benno Schäffel (Chemnitz) und Christian Hartmann, CDU-Fraktionsvorsitzender im Sächsischen Landtag, fortgesetzt.

Die Schwesterkirchgemeinden um den Spiegelwald im Erzgebirge bieten ab dem Aschermittwoch bis in die Karwoche jeden Mittwoch um 19:30 Uhr Fastenandachten in der St.-Nicolai-Kirche in Grünhain an. Sie folgen einer festen Liturgie, manchmal musikalisch begleitet, manchmal in bewusster Stille. Jede Andacht dauert nicht länger als 15 Minuten und wird zumeist von Ehrenamtlichen gestaltet.

Ökumenische Exerzitien im Alltag

Das Haus der Stille in Grumbach lädt vom 19. bis 25. Februar zu behutsamen Fasten-Retraiten ein. Die Woche des Verzichts und Gewinnens beinhaltet Elemente wie Tagzeitengebete, behutsame Bewegungen aus dem Bereich des Yoga, biblische Impulse und Besinnung und Zeit zum Austausch. Darüber hinaus gibt es verschiedene weitere Angebote (Ökumenische Kurzexerzitien/ Einzelexerzitien) im Haus der Stille in der Passionszeit und in der Karwoche.

In Dresden wird erstmalig ökumenisch und gemeindeübergreifend zu Exerzitien im Alltag eingeladen, die unter dem Motto „genug“ von Pfarrerin Anke Arnold zusammen mit der Supervisorin und geistlichen Begleiterin Ulrike Bauer in Dresden-Striesen angeboten werden. In der großen Sakristei der Versöhnungskirche finden die „Exerzitien im Alltag in der Passionszeit“ bis zum 25. Februar montags um 19:30 Uhr statt. In der Stadt gibt es zur gleichen Anfangszeit, aber zu anderen Terminen, noch weitere verbindliche Gruppentreffen in der Ev.–Luth. Kirchgemeinde Dresden–Ost sowie in zwei katholischen Pfarreien. In Leipzig wird in bestimmten Gemeinden zu ähnlichen Angeboten eingeladen. Exerzitien im Alltag 


Szenisches Passionsspiel

„Es ist vollbracht“ ... das waren die letzten Worte von Jesus Christus am Kreuz auf Golgatha. Jedes Jahr wird vor Ostern daran gedacht. Warum das so ist und was das heute noch mit uns zu tun hat, davon singt und spielt am 24. Februar um 17:00 Uhr in der St.-Bartholomäus-Kirche die Kurrende und die Musicalspielschar Auerbach im Musical. Sie werden dabei von den Kantoreien Auerbach und Treuen sowie einem Instrumentalensemble unterstützt. Die Leitung übernehmen KMD Ulrich Meier und Elisabeth Arnstadt.
In Leipziger Sellerhausen wird am 29. Februar um 19:30 Uhr in der Emmauskirche ein Modernes Passionsspiel aufgeführt.

Kreuzwege und Jugendgottesdienste in der Passionszeit

Zum Ende der Passionszeit, meist zu Beginn der Karwoche, organisiert die Evangelischen Jugend in den Regionen Jugendkreuzwege, die häufig ökumenisch begangen werden. So sind am 22. März ein Kreuzweg der Jugend an der Klosterkirche in Riesa, aber auch am (Karfreitag) 29. März in Brockwitz bei Coswig sowie am gleichen Tag bei Freital ein Kreuzweg von Kleinnaundorf nach Bannewitz. Jugendkreuzwege werden auch traditionell im ostsächsischen Strahwalde durch die Evangelische Jugend im Kirchenbezirk Löbau-Zittau organisiert.

Glaubenskurse

Mit Beginn des neuen Jahres haben in zahlreichen Kirchgemeinden wieder Glaubenskurse begonnen, die häufig mit dem Osterfest enden. So trifft man sich in Leipzig-Lindenau bis zum 27. März im Pfarrhaus der Nathanaelgemeinde zum FrühstücksAlphakurs. Weitere Glaubenskurse sind beispielsweise in Freiberg im Großen Saal der Jakobigemeinde oder wie jedes Jahr in Dresden im gemeinsamen Angebot der Frauenkirche mit der Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas in der Passionszeit. Nach einem Auftakt Ende Januar begann die Kursreihe unter dem Titel „Glaube entdecken“ am 7. Februar. Am Ende dieses Kurses besteht die Möglichkeit, sich in der Osternacht taufen zu lassen.

Das Landesjugendpfarramt lädt vom 7. März an zu einem ‚Ökumenischen Jugendglaubenskurs hybrid‘ ein. Mithilfe der Videoclips von alphakurs.de werden neben den Präsenz-Treffen die Basics des Glaubens vorgestellt und im Gespräch vertieft. Auch dieser Glaubenskurs ist offen für alle – also auch für Interessierte, die bereits getauft sind.

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