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Reformationstag 2019

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Festgottesdienste und Konzerte in sächsischen Kirchgemeinden

DRESDEN - Mit Festgottesdiensten, Konzerten und Vorträgen feiern sächsische Kirchgemeinden am 31. Oktober das Reformationsfest, das in diesem Jahr auf einen Donnerstag fällt. Der Reformationstag ist in neun Bundesländern ein staatlich geschützter arbeitsfreier Feiertag, nachdem er zum Reformationsjubiläum 2017 bundesweit begangen wurde und vier weitere Bundesländer die Regelung weitergeführt und übernommen haben.

Im Dom zu Meißen wird am 31. Oktober einen „Sakramentsgottesdienst zum Reformationsfest & 70 Jahre Evangelische Akademie“ gefeiert. An diesem Feiertag wird Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel (Predigt) gemeinsam mit Domprediger Dr. Heiko Franke und dem Domdechant Prof. Dr. Uwe Schirmer den Gottesdienst leiten. Musikalisch wird der Gottesdienst vom Domchor unter Leitung des Kantoren Thorsten Göbel und Friedrich Sacher.

In den Festgottesdiensten, die in Sachsen am Vormittag des Reformationstages stattfinden, wird häufig zum Abendmahl eingeladen. Den musikalischen Rahmen bestreiten Chöre und Instrumentalisten. So singt der Thomanerchor um 9:30 Uhr die Missa in G-Dur von J.S. Bach in der Leipziger Thomaskirche und zur gleichen singt der Dresdner Kreuzchor im Sakramentsgottesdienst mit Superintendent Christian Behr. Am Abend zuvor gibt es in der Kreuzkirche ein Festkonzert zum Reformationstag mit der Sinfoniette Dresden, die damit auch ihr 25-jähriges Bestehen feiert.
Ebenfalls am 30. Oktober, am Vorabend des Reformationstages, feiern die Kirchgemeinden Reichenbach, Mylau und Neumark in der Reichenbacher Trinitatiskirche zum 8. Mal die „ChurchNight“. Die ChurchNight beginnt um 19:00 Uhr mit einem kreativen und musikalischen Gottesdienst,  mit Predigtimpulsen, Filmclips und Kreativangeboten. Um 20:30 Uhr gibt es einen Lobpreisabend mit „Sounds of Joy“, die bereits vorher schon den Gottesdienst musikalisch ausgestaltet haben.

Am Reformationstag um 10:00 Uhr wird im Kirchspiel-Gottesdienst der Dresdner Martin-Luther-Kirche Pfarrerin Dorothee Fleischhack eingeführt, die aus der Kirchgemeinde Gottleubatal nach Dresden wechselt und bisher auch Theologische Beauftragte der Kirchlichen Frauenarbeit war. Im Jahr der Verleihung des Welterbe-Titels „Erzgebirge/Krušnohoří“ lädt der Schneeberger Pfarrer Frank Meinel um 10:30 Uhr in die Kirche von Neustädtel die Schneeberger Gemeinden zu einem Bergmännischen Gottesdienst ein.

In der Leipziger Neustadt wird es am Nachmittag einen Festgottesdienst zum 125. Kirchweihjubiläum der Heilig-Kreuz-Kirche geben. Ab 17:00 Uhr wird Pfarrer Christoph Grunow gemeinsam mit dem Leipziger Oratorienchor den Gottesdienst gestalten. Zur gleichen Zeit erklingen Konzerte in der Kirche Zuckelhausen (Holzhausen) unter dem Titel „Ein feste Burg ist unser Gott“, in der St. Laurentiuskirche Leipzig-Leutzsch Kantaten von J.S. Bach und D. Buxtehude und Geistliche Konzerte von H. Schütz und M. Praetorius sowie in der Taborkirche in Leipzig-Kleinzschocher ein Konzert für Trompete und Orgel.

Das Oratorium „Elias“ von Mendelssohn Bartholdy ist in der Thomaskirche zu erleben. Es singen und musizieren das Ensemble amici musicae, der Landesjugendchor Sachsen und das Jugendsinfonieorchester Leipzig. Werke von Antonin Dvořák (Kyrie, Gloria und Agnus Dei aus der Messe D-Dur), F. Mendelssohn Bartholdy (Anthem „Hör mein Bitten“) und Zsolt Gardonyi („Gott, unser Schöpfer“) stehen in der Trinitatiskirche Anger-Crottendorf auf dem Programm.

In der Nähe von Leipzig begann bereits mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 27 Oktober, die 15. Panitzscher Reformationsfestwoche. Die Kirchgemeinde lädt bis zum 3. November wieder zu einem abwechslungsreichen Programm mit Gottesdienst, Musik und Vorträgen ein. Am Reformationstag beginnt der Sakramentsgottesdienst um 10:00 Uhr. 

Gemeindebibeltag zur Stärkung christlicher Gemeinschaft

Im westsächsischen Glauchau wird am 31. Oktober ab 9:30 Uhr zum Sächsischen Gemeindebibeltag in die dortige Sachsenhalle eingeladen. „Stadt auf dem Berg – Licht der Welt“ (Matthäus 5,14) lautet das Thema des diesjährigen Treffens am Reformationsfest. Es werden wieder Hunderte von Teilnehmenden erwartet, denen die Stärkung der christlichen Gemeinschaft am Herzen liegt. Es finden Bibelarbeiten, ein paralleler Kinder- und Jugendbibeltag und ein gemeinsamer Sendungsgottesdienst mit Pastor Tobias Rink aus Schönebeck statt.

Häufig wird der Reformationstag auch zum Pilgern genutzt. So treffen sich Interessierte am Reformationstag um 8:30 Uhr in Neukieritzsch bei Borna auf dem Marktplatz zu einer Andacht am Lutherdenkmal. Es werden Kaffee und Reformationsbrötchen gereicht. Im Anschluss startet ab 9:00 Uhr schweigend der Marsch bis Kahnsdorf, wo um 10:00 Uhr der Festgottesdienst stattfindet. Nach einer Mittagsrast wird der Weg nach Rötha fortgesetzt. Auch zahlreiche andere Wanderlustige laufen an diesem Tag einen Teil des Lutherwegs entlang.

Konzerte und besondere Ereignisse

Wie in Leipzig erklingen nachmittags vielerorts Konzerte, die auf den Reformationstag bezogen sind. Um 16:00 Uhr beginnt in Annaberg-Buchholz in der St. Annenkirche anlässlich des 175. Jubiläumsjahrs von St. Annen und Heilig Kreuz ein Geistliches Konzert mit den Dresdner Kapellknaben. Es werden unter anderem Werke von Giocanni Pierluigi da Palestrina, Heinrich Schütz, Anton Bruckner und Felix Mendelssohn vorgetragen.

Im Rahmen der Panitzscher Reformationswoche gibt es in der dortigen Kirche ein Orgelkonzert. Um 15:00 Uhr beginnt es unter dem Titel „Reformations-Pasticcio für Orgel“. An der Flemmingorgel von 1785 werden Teile der Orgelmesse von J.S. Bach erklingen, umrahmt mit Orgelwerken von Felix Mendelssohn Bartholdy. Ein Konzert für 3 Trompeten, Pauke und Orgel mit Joachim Schäfer und Ensemble sowie Prof. Matthias Eisenberg an der Orgel wird ab 17:00 Uhr im Wurzener Dom zu hören sein. Zeitgleich findet in der St. Bartholomäuskirche in Treuen ein Konzert mit der Vogtland Philharmonie statt.

Die Kirchgemeinde Erlau bei Mittweida nimmt den Reformationstag zum Anlass, im Rahmen ihres Kirchweihfestes die drei neuen Bronzeglocken mit einem Festgottesdienst im Zelt auf dem Erlauer Pfarrhof zu weihen.

Lutherbaum im erzgebirgischen Oelsnitz

Der Reformationstag wird auch gerne zum Anlass genommen, um besondere Ereignisse in der Gemeinde zu begehen. So lädt die Kirchgemeinde Oelsnitz/Erz. zur Pflanzung eines Lutherbaumes ein. Zum 500-jährigen Jubiläum der Reformation entschied sich der Kirchenbezirk Annaberg für einen der letzten noch freien Bäume des Luthergartens in Wittenberg die Patenschaft zu übernehmen und einen Partnerbaum in Oelsnitz zu pflanzen. „Wir verstehen das als Symbol der Hoffnung - auch und gerade in Zeiten des Rückgangs unserer Kirche - und des Zusammenwachsens unseres Kirchenbezirks“, so Superintendent Dr. Olaf Richter. Dieser Partnerbaum wird 15:00 Uhr in der Grünfläche vor der Oelsnitzer Stadthalle in gepflanzt. Im Anschluss sind alle zum gemeinsamen Kaffeetrinken in den Saal des Pfarrhauses der Kirchgemeine Oelsnitz eingeladen. Um 17:00 Uhr endet dieser Tag mit einem Konzert für Orgel und Trompete in der Christuskirche Oelsnitz.

Kollekte für das Gustav-Adolf-Werk in Sachsen

Die in den Gottesdiensten gesammelte landeskirchliche Kollekte kommt traditionell dem Gustav-Adolf-Werk in Sachsen (GAWiS) zugute. Das GAWiS erbittet am Reformationsfest 2019 eine Kollekte zugunsten des Bethauses in Sol-Ilezk in Russland. Sol-Ilezk ist ein Kurort in der Region Orenburg nahe der Grenze zu Kasachstan. Seit 20 Jahren besteht eine Partnerschaft des Kirchenbezirks Bautzen-Kamenz mit der Propstei Orenburg, zu der Sol-Ilezk gehört. Dank des Salzsees Raswal gibt es wachsenden Tourismus in der Sommerzeit. Die lutherische Gemeinde besitzt zwei Gebäude und zählt 30 feste Gemeindeglieder, vor allem Russlanddeutsche. Sie betreiben beide Gebäude, pflegen einen Küchengarten und sind offen für Gäste. Die Gemeinde hat Potenzial zum Wachsen. Um die Gebäude der Gemeinde für Sommerlager und andere Kirchenveranstaltungen nutzen zu können, soll das alte Bethaus renoviert und umgebaut werden.

Hintergrund zum Reformationstag

Am Vorabend des Allerheiligen-Festes 1517 veröffentlichte Martin Luther 95 Thesen. In ihnen übte er scharfe Kritik an einer das Finanzsystem der katholischen Kirche stützenden Tradition: Vergebung menschlicher Sünden gegen Geld. Gerade an Allerheiligen (1. November) pilgerten Christen nach Wittenberg, um die sogenannten „Schätze der Kirche“ (Reliquien verstorbener Heiligen) gegen Bezahlung anschauen und berühren zu dürfen. Luther machte in seinen Thesen demgegenüber deutlich, dass jeder Christ ohne materielle oder fromme Leistung auf die Vergebung Gottes vertrauen darf. Diese biblische Ermutigung feiern wir am Reformationstag. Gerade auch mit Blick auf das Ende des menschlichen Lebens (Allerheiligen ist in der Röm.-kath. Kirche auch ein Gedenktag an die Verstorbenen) und dessen ehrliche Würdigung.

20 Jahre Gemeinsame Erklärung zur Rechtfertigungslehre

Am 31. Oktober 2019 wird in einem zentralen ökumenischen Gottesdienst in der Stuttgarter Stiftskirche das 20. Jubiläum der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre (GER) gefeiert. Dabei wirken Vertreterinnen und Vertreter aller fünf Konfessionen mit, die 1999 die Gemeinsame Erklärung unterzeichnet oder sich ihr seitdem angeschlossen haben. Der Gottesdienst findet auf Einladung des Württemberger Landesbischofs, Dr. h.c. Frank Otfried July, Vorsitzender des Deutschen Nationalkomitees des Lutherischen Weltbundes, statt.

Mit der Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre hatten der Lutherische Weltbund und die Römisch-katholische Kirche 1999 erstmals offiziell einen differenzierten Konsens über die Frage der Rechtfertigung erklärt, eine Kernfrage der Reformation. Damit konnten beide Seiten feststellen, dass die jahrhundertelang wiederholten gegenseitigen Verurteilungen in dieser Frage nicht länger Gegenstand der Lehre der beteiligten Kirchen sind. 


Botschaften zum Reformationstag 2019


Reformation 2019: Hoffnungszeichen für den ökumenischen Dialog

Der Leitende Bischof der VELKD, Landesbischof Ralf Meister (Hannover) äußert sich zum Reformationstag und dem 20-jährigen Jahrestag der Unterzeichnung der „Gemeinsamen Erklärung zur Rechtfertigungslehre“ und beschreibt diese als "ein Lehrstück, wie Konflikte aus der Vergangenheit im Dialog neu bewertet werden können."


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