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500 Jahre St. Annen
20. September 2025
Größte spätgotische Hallenkirche Sachsens feiert damalige Fertigstellung
ANNABERG – Unter dem Motto „Kirche für alle“ feiert die Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz Mit einer Festwoche vom 21.-28. September 2025 feiert die Kirchgemeinde Annaberg-Buchholz die Fertigstellung ihrer Hauptkirche St. Annen vor 500 Jahren. Die Woche umfasst einen Festgottesdienst, eine Kirchenrallye für Kinder, zwei Konzert, einen Bibelabend und eine Sonderausstellung im Erzgebirgsmuseum.
Im Festgottesdienst am 21. September um 9:00 Uhr wird Oberlandeskirchenrat Dr. Thilo Daniel in St. Annen predigen und am nächsten Tag um 19:00 Uhr wird Dr. Frank Schmidt vom Kunstdienst der Landeskirche unter dem Titel „Anna strahlt!“ einen Festvortrag halten. Dazu kommt ein Schauspiel zu den Lebensaltern des imposanten Kirchenbaus.
Am Mittwoch, 24. September hält Pfarrer Karsten Loderstädt um 19:00 Uhr eine Bibelarbeit, bevor am Donnerstagnachmittag zur Kirchenrallye für Grundschüler eingeladen wird. Die Konzerte bestreiten Singer-Songwriter Samuel Rösch am Freitagabend um 19:00 Uhr und die Kantorei St. Annen am Sonntag um 17:00 Uhr.
Im Festkonzert in St Annen kommen das Dettinger Te Deum von G.F. Händel und eine Psalm-Kantate von F. Mendelssohn Bartholdy zur Aufführung.
Über den Zeitraum vom 20. September bis zum 2. November ist die Sonderausstellung „Schätze der Annaberger Kirchenbibliothek“ im Erzgebirgsmuseum zu sehen.
Die Bedeutung der Kirche in der historischen Montanregion
Die St. Annenkirche ist die größte spätgotische Hallenkirche Sachsens, zentraler Bestandteil des UNESCO-Welterbes „Montanregion Erzgebirge“ und das weithin sichtbare Wahrzeichen von Annaberg-Buchholz.
Mit dem Hans Hesses Bergaltar von 1521 enthält sie die erste, umfangreichste und berühmteste Darstellung des Silberbergbaus in Sachsen. Auf vier Bildtafeln wird dabei die Bergbautechnologie des 16. Jahrhunderts von der Vermessung der Grabungsfelder über die Förderung und Verhüttung des Silbererzes bis hin zur Münzprägung eindrucksvoll deutlich. Daneben ist mit „Daniel Knappe“ und dem „Schatzbaum“ die Sage der Stadtgründung von Annaberg dargestellt.
Mit dem blumenumrankten Schleifenstern- und Schlingrippengewölbe, der „Schönen Tür“, einem ehemaligen Bestandteil des Annaberger Franziskanerklosters, den 100 Emporenreliefs der „biblia pauperum“ sowie ihren Altären besitzt die Annenkirche weitere wertvolle Kunstschätze.
1498 legte der sächsische Herzog Georg selbst den Grundstein für den gewaltigen, fast 80 Meter hohen Bau. Bedeutende Baumeister hinterließen an der Kirche bleibende Spuren. Für Bauplan und Gründung war Conrad Pflüger von 1499 bis 1505 verantwortlich. Das Hallen- und Turmmauerwerk wurde unter der Regie von Peter Ulrich zwischen 1506 und 1513 aufgesetzt. Den Innenausbau und die Gestaltung der Bauskulpturen, u.a. der 100 Reliefs an der Empore, wurde unter der Leitung von Jacob Haylmann ab 1515 realisiert.
Nach dem Vorbild des Wladislawsaals auf dem Hradschin in Prag entwarf er auch das außergewöhnliche Schleifenstern- und Schlingrippengewölbe der Annenkirche, das in zahlreichen Architektur-Publikationen explizit benannt wird. Vor 500 Jahren, am Annentag, dem 26. Juli 1519 wurde die Kirche durch Bischof Johann VII. im Beisein des Stadtgründers, Herzog Georg „mit großem Gepränge“ geweiht.