Gleichstellung von Frauen und Männern
Der biblische Auftrag an Kirche, für Gerechtigkeit einzutreten, gilt auch für das Verhältnis zwischen den Geschlechtern. Die Landeskirche setzt sich für die volle und gleichberechtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Kirche und Gesellschaft ein.
Gleichstellung als Querschnittsaufgabe
Gleichstellungsarbeit ist eine Querschnittsaufgabe, d.h. sie betrifft die Kirche als Arbeitsgeberin von Haupt- und Ehrenamtlichen sowie alle Bereiche des kirchlichen Lebens.
Themenfelder der Gleichstellungsarbeit sind u. a.:
- Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf
- Erreichung von Geschlechterparität bei Leitungspositionen
- Abbau von stereotypen Rollenbildern
- Frauengesundheit
- Ausgewogene Beteiligung und Sichtbarmachung von Frauen in Liturgie, Sprache und Kultur
- Geschlechterspezifische Statistik
Gleichstellungsbeauftragte der Landeskirche
Die Gleichstellungsbeauftragte ist Ansprechpartnerin für Fragen zur Verwirklichung der Geschlechtergerechtigkeit in der Landeskirche. Sie berät zu diesem Thema, entwickelt und koordiniert Bildungsangebote sowie Öffentlichkeitsarbeit. Sie wirkt in den kirchlichen und gesellschaftlichen Raum in enger Vernetzung mit frauen- und gleichstellungspolitisch Aktiven.
Ihre Aufgaben sind:
- eigenständige Überwachung der Verwirklichung des Grundrechtes der Gleichberechtigung von Frau und Mann
- Beratung der Leitungs- und Fachgremien
- Beteiligung bei grundsätzlichen Personalangelegenheiten
- Vernetzung mit Verbänden und Gruppen innerhalb und außerhalb der Landeskirche und der Ökumene
- Beobachtung der gesellschaftlichen Entwicklung zu gleichstellungspolitischen Themen
- Begleitung der rechtlichen und tatsächlichen Umsetzung der Geschlechtergerechtigkeit innerhalb der Landeskirche
Zur Kirche als Leib Christi gehören Frauen und Männer, deshalb ist die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens dem Ziel der gerechten Gemeinschaft von Frauen und Männern verpflichtet und bekräftigt ihre Verantwortung für die tatsächliche Gleichstellung und hat folgende Ordnung erlassen:
Veranstaltungen
Die Gleichstellungsbeauftragte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens lädt zu Erkundungstouren ein.
Anmeldung online über Frauenarbeit der EVLKS.
Bei Information und Rückfragen: Kathrin Wallrabe (telefonisch. 0351 4692 108 oder per Mail: kathrin.wallrabe@evlks.de)
Wandern und entdecken - Frauenorte
- Termin: 6. Februar 2026, 16:00 Uhr
- Ort: Landeskirchenamt Dresden/Bibliothek
- Leitung: Kathrin Wallrabe, Referentin: Dr. Johanna Liedke
- Eintritt frei. Anmeldung ist erforderlich.
Die Büchersammlung des Freiberger Magdalenerinnenklosters befindet sich in der Bibliothek der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens in Dresden. Die 49 erhaltenen Bände lassen die Bildung der Nonnen im Kloster und ihre geistliche Prägung deutlich werden. Das Kloster gehörte zu den Ordensneugründungen im 13. Jahrhundert. Nonnen brachten Bücher mit ins Kloster, so zum Beispiel Katharina Simich, Tochter eines Freiberger Ratsherren, oder von Margaretha von Schönberg, der letzten Subpriorin des Klosters. Von Ursula von Münsterberg, ebenfalls einer Nonne, ist überliefert, dass sie reformatorische Schriften im Kloster bevorzugte, die offensichtlich eingeschmuggelt wurden und zu heftigen Auseinandersetzungen führten.
- Termin: 13. März 2026, 14:00 bis 16:00 Uhr
- Ort: Radebeul
- Leitung: Kathrin Wallrabe in Kooperation mit Katja Kulisch, Gleichstellungsbeauftragte der Städte Radebeul und Coswig
- Eintritt frei. Anmeldung erwünscht.
In vielen Städten erinnern Straßennamen an Männerpersönlichkeiten. Stadtgeschichte wird überwiegend aus männlicher Perspektive erzählt, so auch in Radebeul, wo neben Wein, der Blick auf Karl-May und Eduard Bilz gelenkt wird.
Kaum jemand weiß, dass Marie-August Bilz durch ihr Geld, welches sie in die Ehe mitbrachte, und durch ihr unermüdliches Arbeiten genauso am Erfolg des Bilz-Sanatoriums beteiligt war. Künstlerinnen, Ärztinnen, Pfarrerin, Baumeisterinnen bevölkerten Radebeul und hinterließen Spuren.
Im Rahmen eines Stadtrundgangs in Radebeul Ost werden verschiedene Orte weiblichen Wirkens sichtbar gemacht. Ein anschließender gemeinsamer Imbiss wird geplant.
- Termin: 9. Mai 2026
- Ort: Kloster Nimbschen (Nimbschener Landstraße 1, 04668 Grimma)
- Leitung: Kathrin Wallrabe, Gleichstellungsbeauftragte der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens,
- Eintritt frei. Anmeldung erforderlich.
Aus dem Zisterzienserinnenkloster Marienthron in Nimbschen flüchteten neun Nonnen in der Osternacht 1523. Die ehemalige Nonne, Katharina von Bora, heiratete 1525 Martin Luther. Im Schwarzen Kloster in Wittenberg leitete sie als Reformatorenfrau ein Unternehmen, bei dem täglich bis zu 40 Personen versorgt wurden. Sie betreute als Finanzchefin die Drucklegung der Lutherschriften. Respekt erwarb sie sich nicht nur durch ihre wirtschaftliche Tüchtigkeit, sondern auch mit ihren geistreichen und schlagfertigen Beiträgen zu den Tischgesprächen und in Briefen. Magdalena von Staubitz arbeitete nach ihrem Leben im Kloster als Leiterin einer Mädchenschule in Grimma und verdiente damit ihren Lebensunterhalt. Auch nach ihrer Heirat führte sie das Amt der Schulleiterin fort und prägte 20 Jahre die Mädchenbildungsstätte.
Geplant ist eine Wanderung von 7,54 km (Hängebrücke Grimma – Museum Schiffmühle Höfgen). Wanderzeit ca. 2 Stunden. Einkehr und Übernachtungsmöglichkeit im Gästehaus Kloster Nimbschen.
- Termin: 5. und 6. Juni 2026, 1 Übernachtungen (geplant)
- Ort: Kloster Helfta
- Leitung: Kathrin Wallrabe, Gleichstellungsbeauftragte der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens.
- Kosten für Übernachtung und Verpflegung werden noch bekanntgegeben.
- Anmeldung erforderlich.
Mechthild wurde um 1207 geboren und entstammte einer hochadeligen Familie aus dem Umfeld Magdeburgs. Sie war mit den Sitten und Bildern der höfischen Dichtung des 13. Jahrhunderts vertraut und besaß somit eine weltliche Bildung. Um 1230 schloss sie sich einer Beginengemeinschaft in Magdeburg an, einer Gruppe gemeinschaftlich und enthaltsam lebender Frauen, die aber kein Ordensgelübde abgelegt hatten. Während dieser Zeit schrieb sie ihre Erlebnisse mit Gott auf. In den letzten Lebensjahren war ihr Zuhause Kloster Helfta, welches heute noch besucht werden kann.
- Termin: 19. Juni 2026
- Ort: Schloss Rochlitz: Sörnitzer Weg 1, 09306 Rochlitz
- Leitung: Kathrin Wallrabe, Gleichstellungsbeauftragte der Ev.- Luth. Landeskirche Sachsens.
- Kosten: 8 € Eintritt Schloss, Anmeldung erforderlich.
Herzogin Elisabeth von Rochlitz (1502 – 1557) war eine hessische Prinzessin und durch Heirat Erbprinzessin von Sachsen.
Sie verhalf der Reformation in Sachsen, gegen den Widerstand ihres Schwiegervaters Kurfürst Georg von Sachsen, zum Durchbruch und sorgte in ihrem Herrschaftsgebiet für evangelische Geistliche, Klöster ließ sie unangetastet. 1538 trat sie dem Schmalkaldischen Bund bei und versuchte mit allen Mitteln den Krieg zu verhindern.
- Termin: 28. und 29.08.2026
- Ort: Schloss Berthelsdorf: Schulstraße 27, 02747 Berthelsdorf
- Leitung: Kathrin Wallrabe, Gleichstellungsbeauftragte der Ev.- Luth. Landeskirche Sachsens,
Kosten für Übernachtung und Verpflegung werden noch bekanntgegeben.
Anmeldung erforderlich.
Als gelehrt, begabt und wohltätige Frau setzte sie sich für Glaubensflüchtlinge ein und unterstützte bedrängte und verfolgte Protestanten. Besonders lag ihr die Mädchenbildung am Herz. Sie war Mitbegründerin des Altenburger Magdalenenstifts, einem Bildungs- und Zufluchtsort für evangelische junge Mädchen.
Als Großmutter des Grafen von Zinsendorf stand ihr die Herrnhuter Brüdergemeine sehr nahe. Durch ihr weltoffenes tätiges Christentum unterstützte sie diese, insbesondere auch finanziell, ebenso die Franckesche Stiftungen. Die pietistische Erneuerungsbewegung entsprach ihrem Anspruch theologische Fragestellungen aus der Perspektive einer Frau zu formulieren, was durch ihr hohes Bildungsniveau (sie sprach acht Sprachen) bereichernd war. Außerdem verfasste sie zahlreiche geistliche Lieder und Gedichte.
- Termin: 4. September 2026, 15 Uhr
- Ort: Klosterruine »Zum Heiligen Kreuz«, 01662 Meißen, Leipziger Straße 94
- Leitung:
- Kathrin Wallrabe, Gleichstellungsbeauftragte der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens,
- Kosten: 6,00 €
Adelheid von Meißen stammt von dem Geschlecht der Wettiner ab. Sie verstand es, ein für die damalige Zeit sehr eigenständiges Leben zu führen und kämpfte trotz Widerstände energisch um ihre Rechte. Sie war Königin Böhmens an der Seite von Ottokar. Adelheid wurde nach mehr als 20-jähriger kinderreicher Ehe von ihrem Mann verstoßen, der 1199 Constanze von Ungarn heiratete. Sie starb im Februar 1211 im Kloster zum Heiligen Kreuz in Meißen.
Neben der Beschäftigung mit dem Leben von Adelheid von Sachsen und der politischen Ehepolitik der damaligen Zeit, wird es eine Führung durch den Kräutergarten des ehemaligen Klosters zum Heiligen Kreuz und Informationen zum Frauenklosterleben geben.
Bereich
»Sie haben fünf Kinder und wollen eine Leitungsposition?« »Ja, genau deswegen!«
Maßnahmeplan zur Förderung der Teilhabe von Frauen und Männern an kirchlichen Ämtern und Funktionen
mit dem Ziel der gleichberechtigten Teilhabe von Männern und Frauen in der Kirche
Seiten: 44 // Datei: pdf 6 MB
Frauen im Pfarramt
Filmdokumentation "Das Hirtenamt in Frauenhand"
Die Ordination von Frauen ins geistliche Amt war vor über 50 Jahren kaum vorstellbar, obwohl es gut ausgebildete Theologinnen gab, die den Pfarrberuf anstrebten. Jahrelange Streitigkeiten begleiteten die Diskussionen um die Frauenordination.
Der Film "Das Hirtenamt in Frauenhand" entstand 2016 anlässlich des 50jährigen Jubiläums der Frauenordination in Sachsen. Er beschreibt anhand von Biografien und Berichten von Theologinnen, wie der Pfarrdienst für Frauen in Sachsen eingeführt wurde.
Der 46-minütige Film von Kathrin Wallrabe und Christian Rabending kann auf DVD bestellt werden. E-Mail an: kathrin.wallrabe@evlks.de.
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gerufen - berufen
50 Jahre Frauenordination in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens
Begleitbuch zum Film "Das Hirtenamt in Frauenhand - 50 Jahre Frauenordination in der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens"
Datei: pdf 6 MB
Frauen der Reformation
Reformation ist Prozess, der nicht mit einem historischen Datum abgeschlossen ist. In den Evangelien wird berichtet, wie sich Jesus Frauen zuwandte. Die Gemeinschaft durch die Taufe gilt allen Menschen, unabhängig vom Geschlecht. Deshalb ist das Ziel einer gerechten Gemeinschaft von Frauen und Männern in Kirche und Gesellschaft eine Aufgabe, der sich die ganze Kirche stellen muss.
Botschaft des Netzwerkes "Women in Church and Society"
Das Frauennetzwerk des LWB "Women in Church and Society" (WICAS) widmete sich dem Thema aus der Perspektive der Geschichtsschreibung, der Leitungsverantwortung und der Frage der Theologie. In der Abschlussbotschaft auf der 12. Vollversammlung 2017 in Namibia, die im Amtsblatt Nr. 13/14-2017 veröffentlicht wurde, sind wesentliche Aufgaben festgeschrieben, die in den Mitgliedskirchen konkret umgesetzt werden sollen.
Im Rahmen der Reformationsdekade wurden unterschiedliche Projekte in der Landeskirche entwickelt, um die Beteiligung von Frauen sichtbar zu machen.
Materialien
- Grundsatzpapier zur Gendergerechtigkeit des Lutherischen Weltbundes
Der Lutherische Weltbund (LWB) verabschiedete 2013 das Grundsatzpapier zur Gendergerechtigkeit. 2017 bekräftigte der LWB durch seine Botschaft auf der 12. Vollversammlung in Namibia das Eintreten der Lutherischen Weltgemeinschaft für Geschlechtergerechtigkeit und bittet die Mitgliedskirchen, dies mit Leben zu erfüllen.
Grundsatzpapier zur Gendergerechtigkeit auf der Website des LWB (PDF)
- Umfrage des Lutherischen Weltbundes: "The Participation of Women"
Über die Teilhabe von Frauen am ordinierten Amt hat der LWB seine Mitgliedskirchen 2016 befragt.
Umfrage auf der Website des LWB (PDF)
- Theologinnenkonvent in der BRD e.V.
Der Theologinnenkonvent informiert u.a. über den Stand der Ordination von Frauen weltweit
- Altas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD)
Wie partizipieren Frauen am kirchlichen Leben, wie an der Leitung in der Kirche? Welche Befunde gibt es für die Beschäftigungsverhältnisse in kirchlichen Einrichtungen und Diensten?
Atlas auf der Website der EKD (PDF)
- Ergänzungsband 1 Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern
Eine Übersicht zur Gleichstellung im geistlichen Amt bundesweit
Ergänzungsband 1 Atlas auf der Website der EKD (PDF)
- Frauenwahlrecht in der Kirche – Ergänzungsband 2 Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern
Einführung des Frauenwahlrechts in den Evangelischen Landeskirchen
Ergänzungsband 2 Atlas auf der Website der EKD (PDF)
- Ergänzungsband 3 aktualisierte Auflage des Atlas zur Gleichstellung von Frauen und Männern in den Kirchen der EKD (erschienen: 2025)
Link-Tipps
- Kirchliche Frauenarbeit Sachsen
- Für ein gewaltfreies Zuhause
- Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten Sachsens
- Frauenstadtarchiv
- Landesfrauenrat Sachsen e.V.
- Die Konferenz der Frauenreferate und Gleichstellungsstellen in den Gliedkirchen der EKD
- Evangelische Frauen in Deutschland e.V.
- Konvent Evangelischer Theologinnen
- WICAS - Women in church and society / Frauennetzwerk des Lutherischen Weltbundes