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Gottesdienste, Andachten und Musik am Ewigkeitssonntag


19. November 2025

Kirchgemeinden in Sachsen laden zum Gedenken an Verstorbene in Kirchen und auf Friedhöfe ein – Landeskirche wirbt mit Kampagne für Friedhöfe

DRESDEN – Am Ewigkeitssonntag am 23. November wird in zahlreichen Gottesdiensten in Sachsen der Verstorbenen des vergangenen Jahres gedacht.  Damit wird am Ende des Kirchenjahres deutlich gemacht, dass Menschen bei Gott aufgehoben und Trauernde nicht allein sind. Am Nachmittag und Abend des Ewigkeitssonntags erklingt in vielen Kirchen geistliche Musik. Auch auf den Friedhöfen finden tagsüber Andachten mit den Posaunenchören statt.

Die 1200 kirchlichen Friedhöfe in Sachsen werden am kommenden Wochenende nicht nur von zahlreichen Menschen besucht, die dort die Gräber ihrer Angehörigen mit Gestecken und Kerzen schmücken. Sie stehen derzeit auch im Mittelpunkt einer Kampagne, mit der die sächsische Landeskirche auf ihre Bedeutung aufmerksam machen und für ihren Erhalt werben möchte.

Landesbischof Tobias Bilz: Trauer braucht öffentliche Orte und Sichtbarkeit

„Der Tod eines geliebten Menschen gehört zu den schwersten Erfahrungen, die wir machen“, so Landesbischof Tobias Bilz.  „Zugleich teilen wir im christlichen Glauben die Gewissheit, dass der Tod nicht das letzte Wort hat. Diese tröstende Botschaft steht in den Gottesdiensten am Ewigkeitssonntag im Mittelpunkt. Sie ist aber auch auf jedem Friedhof und in den Ritualen der Bestattung allgegenwärtig. Sie hilft trauernden Menschen, mit dem Schmerz und dem Verlust ihrer Liebsten umzugehen“, so Bilz.

Bilz erinnerte in diesem Zusammenhang daran, dass Trauer auch Sichtbarkeit brauche. „Wenn wir Trauer ins rein Private verdrängen, nehmen wir Menschen die Möglichkeit, Halt, Mitgefühl und Orientierung in der Gemeinschaft zu finden.“ Die Kirchen übernähmen hier eine besondere Verantwortung: in Seelsorge, Suizidprävention, Palliativversorgung und Sterbebegleitung ebenso wie in Trauergottesdiensten, Ritualen des Abschieds und der Begleitung Trauernder. Als Trägerinnen zahlreicher Friedhöfe erhielten sie öffentliche Räume, in denen Trauer ihren Ausdruck finden kann. „Menschen brauchen Orte, an denen sie klagen, weinen und erinnern können und an denen sie spüren, dass sie nicht allein mit ihrem Schmerz sind“, betont Bilz.  Damit seien Friedhöfe nicht nur Orte der Trauer, sondern können zu Räumen der Begegnung und des Trostes werden. „Am Ewigkeitssonntag wird besonders sichtbar, welche große Bedeutung die Friedhöfe für viele Menschen haben.“

Zugleich unterstrich Bilz, die Kirche sei offen für neue Formen von Bestattung und Trauer, in denen die Einzigartigkeit jedes Menschen sichtbar werden kann. Dieser Wandel brauche jedoch einen verlässlichen Rahmen. „Entscheidend bleibt: Orte des Trauerns müssen öffentlich zugänglich sein“, betont Bilz. „Wenn Trauer ausschließlich ins Private rückt, droht sie unsichtbar zu werden. Damit verschwinden letztlich nicht nur Tote und Trauernde aus dem öffentlichen Bewusstsein, sondern auch Tod und Sterblichkeit.“ Eine Gesellschaft, die eigene Endlichkeit ausblende, verlerne es auch Trauernden tröstend zur Seite zu stehen.

Im Vorfeld des Ewigkeitssonntages wolle die Landeskirche deshalb auf die Bedeutung der Friedhöfe aufmerksam machen und mit der Kampagne „Was bleibt, bewegt! Der Friedhof. Ein Ort für alle für den Erhalt der Friedhöfe werben.

„Mit unserer Initiative möchten wir bei den Menschen ein Nachdenken darüber anregen, welche Bedeutung die Friedhöfe vor Ort – in den Städten wie in den Dörfern – für einzelne Menschen und Familien, aber auch für die gesamte Gesellschaft haben“, so der Landesbischof. „Diese wichtigen Orte brauchen angesichts einer sich verändernden Bestattungskultur und der anstehenden Neufassung des Sächsischen Bestattungsgesetzes die Aufmerksamkeit und Unterstützung vieler Menschen, um erhalten werden zu können“, betont er.

Ausgewählte Gottesdienste zum Ewigkeitssonntag    

In Dresden predigt Landesbischof Tobias Bilz am Ewigkeitssonntag um 11:00 Uhr in der Dresdner Frauenkirche. Im Gottesdienst erklingen Beliebte Arien aus berühmten Kantaten und Instrumentalsonaten von Johann Sebastian Bach unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert. In der Kreuzkirche beginnt der Sakramentsgottesdienst zum Ewigkeitssonntag um 9:30 Uhr. Es musizieren das Ensemble VokalChoral unter Leitung von Marcus Steven sowie
Kreuzorganist Holger Gehring an der Orgel. In der Schifferkirche Maria am Wasser in Dresden-Hosterwitz wird traditionell am Ewigkeitssonntag in einem Musikalischen Gottesdienst um 10:00 Uhr die Kantate von Johann Sebastian Bach BWV 6 „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit - Actus tragicus“ aufgeführt. Es musizieren Solisten sowie der Kammerchor und das Ensemble „Maria am Wasser“ unter der Leitung von Matthias Herbig.      
Alle Gottesdienste, Friedhofsandachten und Konzerte in Dresden

In Chemnitz beginnen Gottesdienste zum Ewigkeitssonntag u.a. um 9:30 Uhr in der Kreuzkirche, um 10:00 Uhr in der St. Petrikirche und um 11:00 Uhr in der St. Jakobikirche. In den Gottesdiensten werden die Namen der verstorbenen Gemeindeglieder des vergangenen Kirchenjahres verlesen.      
Alle Gottesdienste, Friedhofsandachten und Konzerte in Chemnitz

In der Leipziger Nikolaikirche wird um 10:00 Uhr zu einem Abendmahls-gottesdienst mit Superintendent Sebastian Feydt eingeladen. Ebenfalls um 10:00 Uhr beginnt ein Gottesdienst mit Gedenken an die Verstorbenen und Abendmahl in der Michaeliskirche.          
Alle Gottesdienste, Friedhofsandachten und Konzerte in Leipzig

Im Meißner Dom wird am Ewigkeitssonntag um 12:00 Uhr zu einem Musikalischen Gottesdienst mit Superintendent Andreas Beuchel eingeladen. Der Domchor unter Leitung von Domkantor Thorsten Göbel bringt „Unser Leben ist ein Schatten“ von Johann Bach (1604-1673) zu Gehör.

Alle Gottesdienste, Friedhofsandachten und Konzerte in Sachsen finden Sie im Kalender der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens.        

Digitale Angebote zum Ewigkeitssonntag       

Das Gedenken an die Verstorbenen geschieht nicht nur in Kirchgemeinden, sondern auch im Internet. Auf www.trauernetz.de bietet die evangelische Kirche einen Raum, wo Menschen ihre Trauer vor Gott aussprechen können.

Hintergrund

Der Ewigkeitssonntag am Ende des Kirchenjahres gilt als sogenannter „Stiller Feiertag“. Er ist nicht gesetzlich festgelegt, unterliegt aber einigen Einschränkungen wie dem Tanzverbot (in Sachsen von 3:00 Uhr bis 24:00 Uhr). Außerdem wirbt die Kirche dafür, nicht vor Ende des Kirchenjahres Weihnachtsmärkte zu öffnen oder Weihnachtsbeleuchtung anzumachen. Mit dem 1. Advent beginnt das neue Kirchenjahr und die Vorbereitung auf das Weihnachtsfest.

Gräber auf einem herbstlichen Friedhof

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