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Gunda Röstel als Präsidentin der 29. Landessynode gewählt


20. Juni 2026

DRESDEN – Die 29. Landessynode hat am heutigen Sonnabend, 20. Juni, auf ihrer Konstituierenden Tagung Gunda Röstel (64) für die sechsjährige Legislatur zur Präsidentin der sächsischen Landessynode gewählt. Sie folgt damit der Dresdner Historikerin Bettina Westfeld, die das Amt der Präsidentin der Landessynode in den letzten sechs Jahren innehatte und im April nicht erneut durch die Kirchenleitung in die Landessynode berufen worden war. 

Gunda Röstel ist Prokuristin der kommunal gehaltenen GELSENWASSER AG und kaufmännische Geschäftsführerin der Stadtentwässerung Dresden GmbH. Sie war am 29. Mai 2026 durch die Kirchenleitung in die 29. Landessynode berufen worden und wurde im Rahmen der Konstituierenden Sitzung als Kandidatin für das Präsidentenamt der 29. Landessynode vorgeschlagen. Nachdem sie bereits in den ersten zwei Wahlgängen mehr Stimmen auf sich vereinigen konnte als ihr Gegenkandidat, der Oelsnitzer Rechtsanwalt Christoph Apitz, und dieser nach dem zweiten Wahlgang seine Kandidatur zurückgezogen hatte, wählte die Landessynode sie im dritten Wahlgang mit einer Mehrheit von 44 Stimmen zur Präsidentin. 

Gunda Röstel bedankte sich nach ihrer Wahl bei der Landessynode für das Vertrauen und das Zutrauen in sie und wünschte sich, dass man den Schatz, den die gesamte Landeskirche beinhalte, gemeinsam bewahren und nutzen werde. Für den gegenseitigen Umgang in der Landessynode wünschte sie sich, dass die Synode sich den Vers aus dem 1. Korintherbrief als Maßstab nimmt „Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen“.

Zum Amt

Die Präsidentin der Landessynode vertritt diese nach außen, leitet die Synodaltagungen und unterzeichnet alle von ihr erlassenen Schriften. Sie ist qua Amt Mitglied und stellvertretende Vorsitzende der Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens. Das Amt der Synodalpräsidentin ist ein Ehrenamt. 

Zur Person

Gunda Röstel wurde 1962 in Hohenstein-Ernstthal geboren. Nach dem Abitur arbeitete sie ein Jahr als Hilfspflegerin im Krankenhaus Lichtenstein und qualifizierte sich in diesem Rahmen als Pflegekraft. 1981 nahm sie ein Studium der Sonderpädagogik an der Universität Rostock auf, welches sie 1985 als Diplomlehrerin für Sonderpädagogik abschloss und im Anschluss eine Tätigkeit als Lehrerin an der damaligen Lernbehindertenschule in Flöha begann. Nach einem Ausreiseantrag erhielt sie 1989 Arbeitsverbot als Lehrerin und arbeitete in Teilzeit als Hilfspflegerin, bis sie nach erfolgreicher Klage im November 1989 zurück in den Schuldienst durfte. Nach der Wende wurde sie im Sommer 1990 zur Schulleiterin gewählt und arbeitete in dieser Funktion sechs Jahre lang.

Während der Friedlichen Revolution war sie Mitglied des „Runden Tisches in Flöha“ und gehörte als Abgeordnete von Mai 1990 bis Juli 1994 dem ersten frei gewählten Kreistag Flöha an. Von 1991 bis 1994 war sie Parteivorsitzende und Sprecherin des Landesverbandes Bündnis 90 / Die Grünen in Sachsen. Der damalige Ministerpräsident Kurt Biedenkopf berief sie 1991 als Mitglied in den Beirat für Bildung.  

1996 wurde sie zur Parteivorsitzenden von Bündnis 90/ Die Grünen auf Bundesebene gewählt und hatte dieses Amt nach einer Wiederwahl 1998 für insgesamt vier Jahre inne. 

Im Jahr 2000 verabschiedete sich Röstel aus der Politik und wechselte in die Energie- und Wasserwirtschaft als Prokuristin der kommunal gehaltenen GELSENWASSER AG, verknüpft mit verschiedenen Qualifikationen insbesondere im kaufmännischen, kommunalrechtlichen und führungstechnischen Bereich. Nach einem erfolgreichen europaweiten Ausschreibungswettbewerb übernahm sie 2004 zusätzliche die kaufmännische Geschäftsführertätigkeit bei der Stadtentwässerung Dresden (ppp-Modell mit 51% städtischer und 49% GELSENWASSER Beteiligung). 

2007 erfolgte ihre Berufung ins Kuratorium der TU Dresden, der 2009 die Berufung in den neu entstandenen Hochschulrat und die Wahl zur Vorsitzenden folgte. Dieses Amt übte Röstel bis 2023 aus. 

2008 begründete sie den einzigen international tätigen Wasserverband German Water Partnership mit, wurde in den Vorstand und später zur Vorstandsvorsitzenden gewählt, was sie bis 2024 blieb. Darüber hinaus nahm sie verschiedene Mandate in den wirtschaftsorientierten Fachverbänden Verband kommunaler Unternehmen e.V. (VKU) und Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) wahr. Im Sommer 2024 wurde sie zur Vizepräsidentin des BDEW gewählt, wo sie für den bundesweiten Wassersektor und die Vernetzung mit der EU zuständig ist. Ministerpräsident Michael Kretschmer entsandte sie 2018 als Mitglied in die Kommission „Wachstum, Strukturwandel und Beschäftigung“ (Kohlekommission). Seit 2019 ist sie Mitglied im Innovationsbeirat des Freistaates Sachsen. Durch die Bundesregierung wurde sie darüber hinaus 2020 als Mitglied in den Nationalen Wasserstoffrat sowie in den Rat für nachhaltige Entwicklung berufen, in dem sie von 2023-2025 als stellvertretende Vorsitzende mitarbeitete. 

Gunda Röstel ist verheiratet, hat zwei erwachsene Kinder und zwei Enkelkinder. 

Gunda Röstel nach der Wahl zur Präsidentin der 29. Landessynode

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