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Kirchenleitung veröffentlicht Abschlussbericht der Arbeitsgruppe »Kirche im Wandel«
06. Februar 2026
Der Bericht wird Schwerpunkt einer Sondertagung der 28. Landessynode sein
DRESDEN – Die Kirchenleitung der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens hat am 6. Februar 2026 den Abschlussbericht der Arbeitsgruppe „Kirche im Wandel“ veröffentlicht. Der Bericht trägt den Titel „Beziehungsräume stärken – Strukturen vereinfachen – Einheit erhalten“. Die Kirchenleitung macht sich die darin benannten Empfehlungen und Vorschläge als Orientierungsrahmen für die anstehenden Veränderungsprozesse der Landeskirche ausdrücklich zu eigen.
Der Bericht wurde zugleich auch an die 28. Landessynode übergeben, die auf einer Sondertagung am 6./7. März 2026 darüber beraten wird. Sie wird gebeten, auf Grundlage der Beratungen erste konkrete Arbeitsaufträge an die Kirchenleitung zu beschließen.
„Mit dem Bericht liegt nun ein Orientierungsrahmen vor, der zwei Dinge zusammenhält: den dringend nötigen, nüchternen Blick auf knapper werdende Ressourcen – und konkrete Vorschläge, wie das kirchliche Leben lebendig bleiben kann und wir als Landeskirche auch künftig handlungsfähig sein können“, sagt Oberlandeskirchenrat Burkart Pilz, Vorsitzender der Arbeitsgruppe.
„Wir verstehen den vorgelegten Bericht nicht als Schlusspunkt, sondern als Einladung, gemeinsam in die nächste Phase der Verständigung und Entscheidung einzutreten“, sagt Pfarrer Dr. Christoph Herbst, Vizepräsident der 28. Landessynode und Vorsitzender der Arbeitsgruppe.
Wesentlich sei bei der Erarbeitung des abschließenden Berichtes gewesen, dass im zurückliegenden Jahr ein vielfältiger Resonanzprozess gestaltet wurde. Über 300 schriftliche Rückmeldungen seien gehört, ausgewertet und diskutiert worden, so Dr. Herbst.
„Die Resonanzen auf den Zwischenbericht im letzten Jahr waren sehr wichtig. Wir haben das als außerordentlich lebendig und verbindend erlebt“, betont Burkart Pilz. „Viele Erfahrungen und Statements haben wir in unseren Bericht aufgenommen. Ich bin überzeugt, dass unser Bericht damit eine gute Handlungsorientierung sein kann. Die Zeiten sind unsicher und unruhig - wir brauchen mehr denn je eine gemeinsame Richtung, wie wir unser kirchliches und diakonisches Leben als Landeskirche bewahren und erneuern wollen in den kommenden Jahren.“
Christoph Herbst ergänzt: „Wir haben bewusst transparent gearbeitet. Die vielen Resonanzen haben uns geholfen, um Wahrnehmungen aus der Breite der Landeskirche aufzunehmen, lernfähig zu bleiben, zu schärfen und zu korrigieren.“
Landesbischof Bilz dankte der Arbeitsgruppe ausdrücklich für die geleistete Arbeit: „Ich möchte den Mitgliedern meinen großen Respekt zollen dafür, dass sie in einer sehr kurzen Zeit einen so umfangreichen und ausgewogenen Bericht vorgelegt haben.“ Er würdigte aber auch die zahlreichen Rückmeldungen, welche aus allen Bereichen der Landeskirche an die Arbeitsgruppe geschickt worden waren: „Dies zeigt mir, wie vielen Menschen die Zukunft unserer Landeskirche am Herzen liegt. Ihnen allen möchte ich meinen großen Dank aussprechen für die konstruktiven und hilfreichen Rückmeldungen“, so Bilz. Dass diese Rückmeldungen ausgewertet und in den Bericht eingeflossen seien, sei ein Verdienst der Arbeitsgruppe. Der Abschlussbericht sei ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer soliden Arbeitsstruktur der Landeskirche. „Ich bin zuversichtlich, dass geringer werdende Mittel einen Kulturwandel befördern werden und Freiräume für geistliche Aufbrüche entstehen werden.“
Bettina Westfeld, die Präsidentin der 28. Landessynode, kündigte an, dass die Landessynode sich zu einer außerordentlichen letzten Sitzung zusammenfinden werde, um diesen Bericht beraten und erste weitere Schritte anstoßen zu können. „Unser Ziel ist es, dass die Zeit bis zur ersten regulären Tagung der 29. Landessynode im November 2026 bereits genutzt werden kann, um konkrete Schritte und deren Machbarkeit zu prüfen“, so Westfeld.
Hintergrund
Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens hat den Prozess „Kirche im Wandel“ ins Leben gerufen, mit dem Ziel gemeinsam Wege zu finden, wie die Kirche angesichts begrenzter Ressourcen und gesellschaftlicher Veränderungen auch in Zukunft lebendig und handlungsfähig bleiben kann.
Im Mai 2024 berief die Kirchenleitung dazu eine Arbeitsgruppe „Kirche im Wandel – Wege gestalten für das Kommende“. Die Arbeitsgruppe erhielt den Auftrag, „grundlegende kirchenleitende Eckpunkte für künftige Handlungsschritte zu erarbeiten, die für die Struktur- und Stellenplanung für den Zeitraum bis 2050 handlungsleitend sein können“.
Dabei sollten die Entscheidungen von „Kirche mit Hoffnung in Sachsen“ reflektiert und weiterentwickelt werden. Ebenso wurde darum gebeten, auch die Ergebnisse der 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung in die Überlegungen einzubeziehen.
Einen Zwischenbericht mit ersten Vorschlägen stellte die Arbeitsgruppe im Rahmen des Kirchenleitungsberichtes zur Frühjahrstagung der 28. Landessynode am 12. April 2025 vor und lud zur Diskussion und Beteiligung darüber innerhalb der Landeskirche ein. Gleichzeitig wurde auf der Frühjahrstagung auch über die die finanziellen Rahmenbedingungen informiert, unter dem der Prozess „Kirche im Wandel“ geplant werden muss.