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Kulturkirchenfest mit Chorfestival in Chemnitz 2025


31. August 2025

Sachsens Bischöfe in Gottesdiensten, Bibelarbeiten und Podien

CHEMNITZ - Unter dem Motto „Geht hin und seht“ wurde die Chemnitzer Innenstadt am zurückliegenden Wochenende (30./31. August) zu einem lebendigen Ort des Glaubens, der Kreativität, Kunst und Musik sowie der Gemeinschaft und Begegnung. Die Besucher erwartete neben einer Kirchenmeile mit Ständen, Mitmachaktionen und Performances ein vielfältiges Programm.

Das zweitägige Kulturkirchenfest gab nicht nur Gelegenheit zum genussvollen Hören, sondern auch zur breiten Beteiligung für die ganze Familie. 

Die beiden sächsischen Bischöfe, Landesbischof Tobias Bilz und Bischof Heinrich Timmerevers, waren an beiden Tagen auf dem Kulturkirchentag mit dabei. Sie nahmen an der Eröffnung am Samstagvormittag teil und wirkten danach auf der Bühne im Stadthallenpark an einem Podiumsgespräch zu „Kirche, Kunst und säkulare Gesellschaft“ mit. Das Motto der Kulturkirche 2025 in Chemnitz ist "C the Unseen".

Das Wortspiel sei eine Aufforderung, bisher Ungesehenes und Unentdecktes sichtbar zu machen und die Stadt Chemnitz sowie die Region neu wahrzunehmen. In übereinstimmender Meinung der Podiumsgäste bedeute dies auch, den Glauben und die Hoffnung in die Kultur und Kunst einfließen zu lassen, um eine heilsame Kraft für die Gesellschaft zu schaffen. Landesbischof Bilz äußerte sich aus Sicht der lutherischen Kirche ebenfalls dazu und bemerkte, dass es darum gehe, Spiritualität sichtbar zu machen. Deshalb brächten sich die Kirchen so offensiv ein.
Am frühen Nachmittag gestalteten beide Bischöfe eine Bibelarbeit in der Jugendkirche St. Johannis.

Kirchenmeile quer durch die Innenstadt

An diesem Tag zog sich eine lange Kirchenmeile durch die Chemnitzer Innenstadt mit Zirkus Salto Salcin, Zirkus applaudino, Clown LuLu-Lustig, mit Puppentheater, Bibel Art Journaling, Trommeln, Malen, Singen, Spielen, Basteln für Kinder, mit Kunst und Informativem für alle. Zahlreichen Einrichtungen von Kirche und Diakonie stellten sich und ihre Arbeit vor.
So war auch die Diakonie Stadtmission Chemnitz mit mehreren Zelten in der Innenstadt am Düsseldorfer Platz und informierte über das Spektrum der Dienstleistungen, Angebote und das Berufsprofil ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Neben der Präsentation von Inhalten der einzelnen Dienste und Einrichtungen lag ein Schwerpunkt auf der Vorstellung der Stadtmission als wichtiger Arbeitsgeber und Ausbildungsstätten in der Region.

Am Stand des Gustav-Adolf-Werks in Sachsen lockte ein Länderpuzzle von europäischen Regionen, in denen das GAW Gemeindeprojekte unterstützt, aber auch eine Tafel, an der aufmerksame Besucher Punkte kleben konnten, wie eine zukünftige erweiterte Nutzung oder Umnutzung von Kirchen aussehen könnte. So kam man mit den Besuchern ins Gespräch und konnte erläutern, dass eigentlich der Auftrag des GAW darin bestehe, Christen in der „Diaspora“ bei Neubau, Sanierung oder Modernisierung von Kirchen, Gemeindehäusern und Altenheimen, aber auch bei sozialen Projekten zu helfen.

Chorfestival und musikalische Highlights

Am Sonnabend brachten zahlreiche Chöre die Innenstadt von Chemnitz zum Klingen. Im Rahmen eines Chorfestivals präsentierten 20 regionale Chöre auf drei Bühnen in der Innenstadt ihr Programm. Höhepunkt war das gemeinsame Singen aller Chöre um 15:00 Uhr auf dem Neumarkt. Die ca. 1.500 Sängerinnen und Sänger aus 67 Chören der Kulturhauptstadtregion wurden dabei durch die Elblandphilharmonie unterstützt.

Für Familien fand zuvor das Musical „Albert Schweitzer“ im Stadthallenpark statt. Am Samstagabend luden zahlreiche Musiker und Liedermacher zu Konzerten ein, darunter u.a. Gerhard Schöne und Samuel Rösch.

Ein besonderer Höhepunkt war die Aufführung der „Kronstädter Messe - Credo in unum Deum“ an Samstagabend in der St. Petrikirche am Theaterplatz. Sie wurde 2017 zum Reformationsjubiläum komponiert und traf auf Chemnitzer Kirchenmusik mit Werken von Paul Geilsdorf und Karl Hoyer. Ausführende waren Solisten aus Rumänien sowie die Evangelische Kantorei Siebenbürgen und die St. Petri-Schloßkantorei Chemnitz, die dieses Konzert bereits am 31. Mai in der Stadtpfarrkirche in Sibiu (Hermannstadt) gemeinsam aufführten.

In seiner Begrüßung hieß Landesbischof Tobias Bilz alle Zuhörer herzlich willkommen und hob das Werk als „Symbol für die sprachliche und kulturelle Vielfalt Siebenbürgens hervor. So hätten fünf Komponisten an diesem fünfteiligen Werk gearbeitet, dass nun in Latein, Deutsch, Rumänisch, Ungarisch und Englisch erklingen werde. Es sei somit ein Zeugnis für eine europäische Kultur, in der sich Menschen mit Toleranz und Respekt begegnen würden.

Bilz freue sich, dass die „Kronstädter Messe“ gerade jetzt in dem Jahr, in dem Chemnitz Kulturhauptstadt Europas ist, zur deutschen Erstaufführung komme. „Unsere Landeskirche fördere dieses Projekt im Rahmen unserer Kirchenpartnerschaft mit der Evangelischen Kirche in Rumänien. Es ist ein Ausdruck lebendiger Beziehungen zwischen den Kirchen und Gemeinden in Sachsen und in Siebenbürgen“, so der Landesbischof.

Bericht zur Kronstädter Messe

Gesellschaft im Gespräch – Kulturkirchenfest bietet Raum für Diskurse

Auf Bühnen, Sofas und in offenen Foren wurden drängende Fragen unserer Zeit angesprochen. Bei Bibelarbeiten zum Thema „Sehen – Berufen – Heilen“ waren am Sonnabend bekannte und weniger bekannte Persönlichkeiten aus Kirche, Kunst, Politik und Kultur zu erleben.

So gestalteten neben den beiden sächsischen Bischöfen u.a. auch der italienische Bischof Redaelli, Bundesminister a.D. Thomas de Maiziére, die Direktorin des Leipziger Missionswerkes Pfarrerin Annette Kalettka, die Leiterin des Katholischen Büros Dr. Daniela Pscheida-Überreiter zusammen mit dem früheren Landtagsabgeordneten Volkmar Zschocke sowie Pfarrerin Nina-Maria Mixtacki und Pfarrer Dr. Justus Geilhufe eine Bibelarbeit zum Kulturkirchentag.

In der Stille-Oase, beim “Fest der Hoffnung” oder beim meditativen Tanz in der Markuskirche war zugleich Raum für Besinnung und neue Impulse. Tageszeitgebete mittags und abends luden zum Innehalten ein.

Das Kulturkirchenfest 2025 widmete sich nicht nur Musik und Spiritualität, sondern auch wichtigen Fragen unserer Zeit. In zahlreichen Gesprächsformaten wurden Themen wie Digitalisierung, Frieden, Religionsunterricht und die Rolle der Kirche in einer säkularen Gesellschaft aufgegriffen. Gäste dieser vielfältigen Programmlinie waren unter anderem Künstlerin Isabelle Borges, Hauptmann Martin Stenner, Politiker Frank Richter oder Opernregisseur Dr. Ingolf Huhn.

Ein besonderes Forum war das Sachsensofa am Sonnabend, 30. August, auf der Bühne im Stadthallenpark: „Kinderrechte stärken. Per Gesetz?“ diskutierten dabei Susann Rüthrich (Kinder– und Jugendbeauftragte der Sächsischen Staatsregierung), Prof. Jörg Maywald (Honorarprofessor für Kinderrechte und Kinderschutz an der Fachhochschule Potsdam) und Tino Landmann (Geschäftsbereichsleiter Kinder- und Jugendhilfe, SFZ Förderzentrum gGmbH).

Darüber hinaus brachte das Fest Filmkunst in die Stadt: Der preisgekrönte Dokumentarfilm „Das leere Grab“ beleuchtet koloniale Verbrechen und die Suche nach geraubten Vorfahren – mit anschließender Diskussion mit der tansanischen Regisseurin Cece Mlay, Protagonist Felix Kaaya und Ethnologin Isabelle Reimann. Die Moderation übernahm Dorothea Trappe (Katholische Akademie Bistum Dresden-Meißen).
Den Sonnabend beschloss um 22:00 Uhr ein Abendsegen auf dem Neumarkt.

Open-Air-Gottesdienst „Geht und Seht!“ am Sonntag auf dem Neumarkt

Den Abschluss des Kulturkirchenfestes bildete am Sonntagvormittag, 31. August, ein festlicher Gottesdienst auf der Bühne am Chemnitzer Neumarkt mit Chören aus Tschechien und Manchester sowie einem Posaunenchor. Nach dem Vorprogramm mit Frischem Brot aus dem großen Ofen, begleitet von Musik des Posaunenchores der Segenskirchgemeinde Chemnitz sowie Chören aus Tschechien und Manchester sprach Barbara Klepsch, Sächsische Staatsministerin für Wissenschaft, Kultur und Tourismus, ein Grußwort.

Danach begann der Ökumenische Gottesdienst, der musikalisch vom Posaunenchor und einer Band unter Leitung von KMD Katharina Kimme-Schmalian begleitet wurde. Ein künstlerisches Highlight war die Tanzlabor-Performance zur biblischen Brotvermehrung, choreographiert von Diana Gill.
Im Gottesdienst gab es zudem einen Rückblick auf besondere Höhepunkte des Kulturkirchen-Programms.

Mitgestaltet wurde der Gottesdienst u.a. von Erzbischof Carlo Roberto Redaelli (Gorizia, Italien) sowie Landesbischof Tobias Bilz und Bischof Heinrich Timmerevers mit Begrüßung und Segen. Weitere Mitwirkende waren Superintendent Frank Manneschmidt, Propst Benno Schäffel, Dr. Ulrike Lynn (Kath.Beauftragte Kulturhauptstadt 2025), Pastor Bernard Millard, Pfarrer Holger Bartsch, Dr. Christine Wagner (Lößnitz), Justine Spieß (Ev.-Luth. Jugendpfarramt Chemnitz), Anja Otto (Chemnitz), Fabian Winderlich (Hohenstein-Ernstthal) sowie das Tanzlabor mit Diana Gill.

Ebenfalls im Rahmen der Kulturkirche 2025 bot am Sonntagnachmittag noch die Kreuzkirche ein besonderes Konzerterlebnis mit Edward Elgars „The Dream of Gerontius“. Der University of Manchester Chamber Choir unter Leitung von Tom Newall ist im Europäischen Kulturhauptstadtjahr Chemnitz 2025 auf gemeinsame Einladung der St.-Jakobi-Kreuz-Kirchgemeinde und der Sächsischen Mozart-Gesellschaft e.V. vom 27. August bis 3. September 2025 zu Gast in Chemnitz und der Region mit mehreren Konzerten.

Das Kulturkirchenfest 2025 zeigte eindrucksvoll, wie Glaube, Kultur und Begegnung Menschen über Grenzen hinweg verbinden und Chemnitz zu einem Ort der Hoffnung und Gemeinschaft machen.

Eine Menschenmenge singt und lauscht der Elbphilharmonie
Podium mit den sächsischen Bischöfen Heinrich Timmerevers und Tobias Bilz
Podium mit den sächsischen Bischöfen Heinrich Timmerevers und Tobias Bilz
Stand Kirchenbezirk Chemnitz
Spielemarkt am Roten Turm
Zwei Personen der Stadtmission
Besucherinnen am Stand des GAWiS auf der Kirchenmeile
Menschen beim Singen auf dem Neumarkt vor einer Bühne
Draufsicht auf die Sängerinnen
Lego Spielstand und ein Straßenzirkus junger Künstler
Eine Gruppe Gospelsängerinnen
Menschen bei der Bibelarbeit mit Landesbischof Bilz
Bibelarbeit an der Jugendkirche St. Johannis
Aufführende der "Kronstädter Messe" in der Petrikirche
Aufführende der "Kronstädter Messe" in der Petrikirche
Die zuletzt vollbesetzte Chemnitzer Petrikirche zum Konzert am Samstagabend
Menschenmenge beim Ökumenischen Gottesdienst auf dem Chemnitzer Neumarkt
Ökumenischer Gottesdienst auf dem Chemnitzer Neumarkt
Große Menschenmenge beim Abschlussgottesdienst auf dem Chemnitzer Neumarkt
Don Bosco Haus in Chemnitz überraschte mit frischen Brötchen

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