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Landesbischof besuchte Metallbau Walter Müller GmbH in Aue


25. November 2025

Generationsübergreifender Zusammenhalt und positives Denken können auch für Kirche eine wichtige Perspektive sein

DRESDEN – Landesbischof Tobias Bilz besuchte am Montag, 24. November 2025, die Metallbau Walter Müller GmbH in Aue. Begleitet wurde er neben den Vertretern der Männerarbeit der sächsischen Landeskirche, welche den Betriebsbesuch organisierten, von Mitarbeitenden der Bischofskanzlei und des Kirchenbezirkes Aue.

Am Schmiedefeuer wurde die 185jährige Tradition und Geschichte des Familienunternehmens gezeigt, das vor Jahrzehnten noch traditionelle Schmiederei war und heute ein moderner Metallbaubetrieb ist.

»In diesem fast 200 Jahre alten Traditionsbetrieb beeindruckt mich der generationsübergreifende Zusammenhalt. Schwierigkeiten gelten hier als Herausforderungen. Positives Denken, Freude, Dankbarkeit gehören zu den inneren Grundeinstellungen. Daraus wachsen die Kräfte, die man täglich braucht. Auch für die Kirche ist das eine sinnvolle und lehrreiche Perspektive«, sagt Landesbischof Tobias Bilz.

Mit Walter Müller (Geschäftsführer seit 1971, 94 Jahre alt), Michael Müller (Geschäftsführer seit 1997) und Christian Müller, der seit 2009 mit Lehre und Meisterausbildung ebenfalls in die Nachfolge im Familienbetrieb eingestiegen ist, wären sie von Vertretern aus 3 Generationen begrüßt worden, so Bilz. »Sogar die vierte Generation im Kindergartenalter hat an dem Treffen schon teilgenommen!«, freute sich Tobias Bilz.

Der Landesbischof durfte zu Beginn das Schmiedefeuer schüren und am Amboss einen Nagel schmieden. Im Anschluss besuchte er alle Arbeitsbereiche und die modernen Werkhallen und kam mit den Arbeitern ins Gespräch. Ihn interessierten die einzelnen Prozesse und der Wandel in der Arbeit insgesamt. Fachkräftemangel und bürokratische Herausforderungen sowie die Chancen von Digitalisierung und KI spielten im anschließenden Austausch eine Rolle. Der Austausch fand in der benachbarten Kirche statt. Die Firma Metallbau Müller befindet sich direkt gegenüber von Sachsens erster in der DDR gebauter Kirche – die kleine Kirche in Alberoda wurde im Oktober 1951 geweiht – und Familie Müller engagiert sich aktiv in der Kirchgemeinde. Alle Besucher erhielten am Ende einen geschmiedeten Nagel mit Worten aus der Bibel im Zusammenhang mit Kreuz und Auferstehung.

Hintergrund: Metallbau Walter Müller GmbH

Das Familienunternehmen Metallbau Walter Müller GmbH blickt auf eine 185jährige Tradition zurück. Sie begann am 28. Dezember 1832, als der Huf- und Waffenschmiedemeister Johann Gottlieb Müller sen. die Weinholdsche Schmiede zu Alberoda kaufte. Sie wurde von da an jeweils vom Vater an den Sohn übergeben. Mittlerweile hat die siebte Generation Müller die Meisterausbildung absolviert. Über mehr als hundert Jahre wurde in der Schmiede für die Landwirtschaft gearbeitet, Ackergeräte erneuert, Eisenreifen auf die schweren Holzräder der Fuhrwerke aufgezogen sowie Pferde und Ochsen beschlagen.

Nachdem die Technik auch in der Landwirtschaft Einzug hielt, veränderten sich die Arbeitsgeräte und das Arbeitsaufkommen in der Schmiede verringerte sich. Zu einem fast vollständigen Abbruch kam es durch die Gründung von Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften, die ihre eigenen Werkstätten unterhielten. Auf der Suche nach neuen Wegen wurden Kontakte zur Wirtschaft geknüpft. Man lieferte Teile für die Produktion und Instandsetzung und schuf die Voraussetzungen für die Reparatur von Fahrzeugfedern.

Die Wiedervereinigung Deutschlands brachte dem Familienunternehmen erneut einen massiven Rückgang der Aufträge, jedoch auch die Chance zum Aufbau. Durch gezielte Investitionen gelang es, den Betrieb bis heute wettbewerbsfähig zu erhalten. Mehr Informationen auf der Webseite der Firma Metallbau Walter Müller.

Hintergrund: Betriebsbesuch des Landesbischofs

Der Betriebsbesuch des Landesbischofs zählt zu den traditionellen Kontakten von kirchlichen Verantwortungsträgern zur Arbeitswelt und soll dem Erfahrungs-austausch von Mitarbeitenden in Arbeitswelt und Kirche dienen. Die Organisatoren der Männerarbeit achten dabei auf ein breites betriebliches Spektrum. Nach einem Besuch hinter den Kulissen des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters in Bautzen (2022), einem Besuch der Außenstelle des Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie sowie einem Privatbetrieb der Milchviehwirtschaft in der Nossener Region (2023) besuchte Landesbischof Bilz im letzten Jahr das Ziegelwerk Klaus Huber GmbH & Co. KG in Graupzig bei Nossen.

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