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Neue Wege in der Trauerkultur


11. September 2026

Zwickauer Friedhofsverwaltung erreicht Menschen über Social Media und berichtet davon auf bundesweiter Friedhofstagung in Speyer

ZWICKAU / SPEYER - Die Friedhofsverwaltung der Ev.-Luth. Versöhnungskirchgemeinde in Zwickau-Planitz nutzt seit zwei Jahren erfolgreich soziale Netzwerke, um einen zeitgemäßen Zugang zu den Themen Tod und Trauer zu schaffen. Mit kurzen Videos und informativen Beiträgen auf Facebook und Instagram holt das Team um Friedhofsverwalter Burkhard Viertel die Menschen dort ab, wo sie in ihrem Alltag unterwegs sind – im digitalen Raum.

Bericht auf der bundesweiten Tagung für Friedhofs- und Bestattungsrecht in Speyer

Über seine Arbeit und die erfolgreiche Kommunikation in den Sozialen Medien berichtete Burkhard Viertel am 11. September 2026 auf der Tagung für Friedhofsrecht in Speyer. Dort sprachen er und ein Kollege aus Nürnberg über die Erfahrungen und Erkenntnisse der Präsenz in den sozialen Medien. 

Aktuell folgen dem Team der Friedhofsverwaltung von Zwickau-Planitz auf Facebook 528 Personen und auf Instagram 346 Follower/innen. Die Videos erreichen jedoch weitaus mehr Menschen. Der Startschuss für diese moderne Öffentlichkeitsarbeit fiel auf direkte Anregung der Friedhofsaufsicht der sächsischen Landeskirche. Zunächst mit professioneller Begleitung einer Agentur gestartet, greifen die Mitarbeitenden mittlerweile oft selbst zum Smartphone, um den Friedhof als Ort der Stille und Natur erfahrbar zu machen. Besonders auf Facebook, das tendenziell von einer Altersgruppe genutzt wird, die sich bewusster mit der eigenen Endlichkeit auseinandersetzt, stoßen die Beiträge auf große Resonanz.

Den Tod aus der Tabuzone holen 

Über das Sterben und den Verlust eines geliebten Menschen zu sprechen, fällt oft schwer. Die digitale Präsenz der Friedhofsverwaltung, die neben dem Friedhof Planitz acht weitere Anlagen mit insgesamt 7.000 Grabstätten betreut, bietet hier einen niedrigschwelligen Zugang. Um Berührungsängste abzubauen, teilt das Team ganz unterschiedliche Einblicke in den Friedhofsalltag:

  • Praktische Lebenshilfe: Tipps zur sachgerechten Grabpflege und Erklärungen zu aktuellen Bestattungsformen.
  • Sensible Trauerbegleitung: Konkrete Hilfestellungen für den Umgang mit Hinterbliebenen. Ein Video mit dem Titel „Wie drücke ich mein Beileid aus?“ traf einen besonderen Nerv und verzeichnete auf Facebook bereits über 40.000 Aufrufe.
  • Besondere Einblicke: Authentische Clips über besondere Orte, wie die Öffnung der historischen Junghans-Gruft oder der friedliche Ausblick vom Turm der Lukaskirche in der Silvesternacht.

Hoffnung teilen, Würde wahren 

Für Burkhard Viertel ist die Social-Media-Arbeit tief im christlichen Glauben verwurzelt. Die christliche Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod mache es oft leichter, offen über das Sterben zu sprechen. Bei aller Nahbarkeit gibt es für das Team jedoch klare Grenzen: Die Würde des Ortes steht immer an erster Stelle. Humorvolle Pannen-Videos oder unpassende musikalische Begleitungen bei Trauerfeiern sind tabu. Ziel ist es, ein würdevolles, tröstendes Angebot genau dort zu machen, wo die Menschen heute einen großen Teil ihrer Zeit verbringen.

Burkhard Viertel (l.) auf der Tagung in Speyer
Präsentation in Speyer: Die drei reichweitenstärksten Beiträge des Friedhofs Zwickau-Planitz in den Sozialen Medien
Präsentation in Speyer: Erfahrungen in den Sozialen Medien

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