Nachricht
Bereich
Statement von Landesbischof Bilz & Ökumenische Gedenkandacht
04. Mai 2026
»Mit großer Bestürzung habe ich von der Amokfahrt in Leipzig erfahren. Mein tiefes Mitgefühl gilt den Opfern, ihren Familien und allen, die durch dieses Ereignis aus ihrem Alltag gerissen wurden.
Solche Taten treffen uns ins Mark. Sie erschüttern unser Vertrauen in Sicherheit und lassen viele Menschen fragen: Wie frei können wir uns noch bewegen? Wie sicher sind unsere Städte? Wir können und dürfen diese Fragen nicht kleinreden. Angst ist eine reale Erfahrung. Aber wir sind ihr nicht ausgeliefert. Als Gesellschaft stehen wir zusammen – und wir sehen: In Momenten größten Leids wächst oft eine besondere Kraft der Solidarität. Menschen helfen einander, Fremde werden zu Nächsten.
Jesus sagt: „In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33) Diese Worte sind kein billiger Trost. Sie erinnern uns daran, dass Angst nicht das letzte Wort behalten muss. Gerade jetzt kommt es darauf an, dass wir als Gemeinschaft zusammenstehen – wachsam, aber nicht von Misstrauen bestimmt; traurig, aber nicht ohne Hoffnung.
Ich bete für die Verletzten, für die Trauernden und für alle Einsatzkräfte. Gott schenke Trost, Halt und die Kraft, das Leben dennoch zu bejahen.«
Tobias Bilz
Ökumenischen Gedenkandacht in der Leipziger Nikolaikirche
Angesichts der Amokfahrt in der Leipziger Fußgängerzone am gestrigen Montag laden die christlichen Gemeinden der Stadt heute, Dienstag, den 5. Mai, zu einer ökumenischen Gedenkandacht ein. Die Veranstaltung findet um 17:00 Uhr in der Nikolaikirche statt und ist für alle Menschen offen.
Im Zentrum der Zusammenkunft steht das Bedürfnis, dem kollektiven Erschrecken gemeinsam zu begegnen. Es geht darum, den Betroffenen tiefe Solidarität und Mitgefühl zu zeigen. Gleichzeitig soll Raum für Ratlosigkeit, aber auch für Trost und Hoffnung entstehen. In Momenten, in denen Worte nicht mehr ausreichen, um das Unbegreifliche zu fassen, kann das Zusammenkommen, das Schweigen und das Gebet eine große Kraft entfalten.
Geleitet wird die Andacht von Superintendent Sebastian Feydt und Propst Ralph Kochinka. An der Gestaltung wirken der sächsische Landesbischof Tobias Bilz und der Bischof des Bistums Dresden-Meißen Heinrich Timmerevers mit.
Weitere Mitwirkende sind Polizeipfarrerin Dr. Barbara Zeitler und Dr. Kerstin Menzel sowie der Thomanerchor, der die Andacht musikalisch begleiten wird. Die Gedenkandacht wird im MDR Fernsehen live übertragen.
Die Kirchen St. Nikolai und St. Thomas in der Leipziger Innenstadt sind heute ab 9:00 Uhr geöffnet, für Trauer, Gebet, Gespräch und um eine Kerze zu entzünden.