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Trauergottesdienst für Landesbischof i. R. Jochen Bohl


10. August 2026

DRESDEN – Mit einem Trauergottesdienst in der Dresdner Kreuzkirche haben neben der Familie, Freunden und Weggefährten auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Kirche, Politik und Gesellschaft Abschied vom früheren sächsischen Landesbischof Jochen Bohl genommen. Er war am 29. Juli in Radebeul im Alter von 76 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. 

Die Predigt hielt der frühere sächsische Oberlandeskirchenrat Martin Lerchner, ein enger Weggefährte Jochen Bohls zum Bibelvers „Von allen Seiten umgibst Du mich und hältst Deine Hand über mir“ (Psalm 139,5). Er betonte, dass Jochen Bohl in seinem dienstlichen Leben große Verantwortung übernommen habe und entscheidende Ereignisse mitgestaltet und geprägt habe, so wie den Wiederaufbau der Frauenkirche oder den Dresdner Kirchentag. Auch im Ruhestand habe er häufig Gottesdienste gehalten, sich in der Zehntgemeinschaft mit anderen Pfarrer/innen im Ruhestand in Gemeinden eingesetzt und sich insbesondere für den Taubblindendienst in Radeberg engagiert. Trotz seiner schlimmen Krankheit habe er bis zum Schluss dankbar auf sein Leben geblickt, so Martin Lerchner. Er schloss seine Predigt mit den Worten "In Trauer und Dankbarkeit nehmen wir nun Abschied von Jochen Bohl.". 

In dem Trauergottesdienst in der vollen Kreuzkirche würdigte Landesbischof Tobias Bilz das Wirken des Verstorbenen: "Jochen Bohl hat etwas gewollt und hatte die Kraft dazu. Er hat sich nicht beirren lassen und das getan, was er als richtig erkannt hatte. Auf diese Weise ist er auch mit Widerständen umgegangen." Mit dem Begriff „Liebe üben“ verbinde sich Bohls Engagement für die Diakonie, in der er eine entscheidende Aufgabe der Kirche sah. Er habe Diakonie und Kirche rausgeführt aus der Nische, in der sie in der DDR-Zeit waren. Auch in seinen letzten Jahren habe er noch dafür geworben, dass Kirche einen kraftvollen Beitrag zum Zusammenhalt der Gesellschaft leisten könne und müsse. „Die Kirche muss zu den Menschen gehen und ihnen das Wort sagen, was nur sie sagen kann – das Evangelium von Jesus Christus“, so zitiert Landesbischof Bilz aus einem Vortrag Jochen Bohls. In der Leitung der Landeskirche habe er sich als starke Leitungsperson erwiesen. „Innere Überzeugungen waren ihm wichtiger als äußere Umstände“, würdigt Tobias Bilz den Verstorbenen. 

Im Trauergottesdienst wirkten unter anderem auch der Vizepräsident des Kirchenamtes der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Stephan Schaede, der Leitende Bischof der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), der hannoversche Landesbischof Ralf Meister, die Vorständin des Diakonischen Werkes der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens, Kathleen Westphal und Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) mit. 

Die Beisetzung fand anschließend im Familienkreis in Radebeul statt. 

Jochen Bohl Landesbsichof Trauergottesdienst Kreuzkirche 2026 Dr, Jochen Bohl Landesbsichof Trauergottesdienst Kreuzkirche 2026 Dresden
Martin Lerchner predigt von der Kanzel
Oberlandeskirchenrat in Ruhe Martin Lerchner hielt die Predigt
Trauergottesdienst für Landesbischof i.R. Jochen Bohl: Fürbitten hielten Landesbischof Tobias Bilz (2.v.l.), Pfarrer und Vizepräsident der 29. Landessynode Dr. Christoph Herbst (l.), Bischof em. Joachim Reinelt (Bistum Dresden Meißen, 3.v.r.), Conrad Clemens (Staatsminister für Kultur, 2.v.r.) und Pfarrerin Ulrike Fourestier (Taubblindendienst der EKD, r.).

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