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Für alle. Mit Herz und Verstand


27. März 2024

Wahl-Initiative der Kirchen betont Menschenwürde, Nächstenliebe & Zusammenhalt

DRESDEN – Zum Wahljahr 2024 macht eine breite, ökumenisch getragene Initiative die Stimme der Kirchen hör- und sichtbar. Auf Plakaten, Bannern, Postkarten und Ansteckern, mit einer Homepage und Social-Media-Aktionen rufen die christlichen Kirchen in Sachsen die Bevölkerung dazu auf, den Wert der Demokratie durch aktive Teilnahme an den Wahlen zu stärken.

Unter dem Slogan „Für alle. Mit Herz und Verstand“ rücken sie dabei die Werte „Menschenwürde“, „Nächstenliebe“ und „Zusammenhalt“ als zentrale Leitlinien jeder individuellen Wahlentscheidung in den Blickpunkt. Landesbischof Tobias Bilz von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens und Bischof Heinrich Timmerevers vom katholischen Bistum Dresden-Meißen stellten die ökumenische Initiative – die auch vom Bistum Görlitz mitgetragen wird – am 27. März im Rahmen einer Pressekonferenz in Dresden vor.

In 9 von 16 Bundesländern finden in diesem Jahr Kommunalwahlen statt, zumeist am 9. Juni, so auch in Sachsen. In ganz Deutschland steht an diesem Termin außerdem die Europawahl im Kalender. Ein besonderes Augenmerk liegt zudem auf den Landtagswahlen der ostdeutschen Bundesländer. In Sachsen und Thüringen wird am 1. September gewählt, in Brandenburg drei Wochen später.

Zu den Gründen für die Entstehung der Initiative erklärt der evangelische Landesbischof Tobias Bilz: „Mit dieser Initiative möchten wir uns als Kirchen positionieren, weil wir wahrnehmen, wie sich in unserem Land Haltungen, Werte und Grundeinstellungen, die mit dem christlichen Glauben und dem Grundgesetz nicht vereinbar sind, verstärken. Die Angriffe auf unsere Demokratie und die Versuche der Spaltung unserer Gesellschaft können uns als Christen nicht egal sein. Mit Sorge nehmen wir wahr, dass eine Partei, die man als rechtsextrem bezeichnen muss, in Sachsen politisch in die Verantwortung kommen könnte. Daher möchten wir uns als Kirchen zusammen mit der Zivilgesellschaft für die freiheitlich-demokratische Grundordnung engagieren.“

Sein katholischer Amtsbruder Heinrich Timmerevers ergänzt: „Wir möchten dafür werben, mit Besonnenheit, aber auch mit einem soliden Wertegerüst in dieses Wahljahr zu gehen. Wir haben das Glück, in einem Land zu leben, in dem freie und demokratische Wahlen stattfinden. Viele Menschen hier in Sachsen haben diese Freiheit errungen. Zur Freiheit gehört aber auch Verantwortung. Wenn wir unsere Wahlentscheidung treffen, sollten wir nicht nur uns selbst verpflichtet sein, sondern auch die Folgen für die Gemeinschaft im Blick haben. Als christliche Kirchen erinnern wir daran, dass unsere Gesellschaft einen Geist braucht, der das zum Ausdruck und zur Entfaltung bringt, was uns als Menschen ausmacht. Menschenwürde, Nächstenliebe, Zusammenhalt kennen keine Ausnahme.“

Das Anliegen der Kirchen zum Wahljahr möchte dabei explizit keine Wahlempfehlungen aussprechen. Die farbliche Gestaltung der Kampagne soll bewusst keine Assoziationen zu einzelnen Parteien aufkommen lassen. Mit einem Logo, das ein Wahlkreuz und den Slogan „Für alle. Mit Herz und Verstand“ zeigt, sei es vielmehr Ziel, das demokratische Recht zur freien Wahl zu fördern und extremistischen Positionen entgegenzuwirken.

Aus dem Raum der Kirchen haben sich der Initiative bereits über ein Dutzend Unterstützer angeschlossen, angefangen von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Sachsen über die kirchlichen Wohlfahrtsverbände Caritas und Diakonie bis hin zu Akademien, Bildungshäusern und Jugendbereichen.

Banner mit dem Motiv der Aktion werden ab sofort an zahlreichen kirchlichen Einrichtungen in Sachsen angebracht. Unter anderem sind sie bereits an der Evangelischen Kreuzkirche und dem Kreuzgymnasium in Dresden zu sehen.

Mehr Informationen:

www.fuer-alle.info

Vorstellung der Initiative "FÜR ALLE"
Motiv der Initiative
Im Gespräch mit Journalistinnen und Journalisten in der Landespressekonferenz
Von links: Christoph Seele, Landesbischof Tobias Bilz, Bischof Heinrich Timmerevers, Dr. Daniela Pscheida-Überreiter

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