Migration und Integration

Aussiedler

Seit der friedlichen Revolution 1989 sind über 2,5 Millionen Aussiedlerinnen und Aussiedler, vorwiegend aus der ehemaligen Sowjetunion, nach Deutschland gekommen. Über 43 % von ihnen sind evangelisch. Ihnen bei der Integration zu helfen, war und ist eine Herausforderung für die Kirchgemeinden und für die Landeskirche.

Angebote für Aussiedler

Besonders Kirchgemeinden mit einem hohen Aussiedleranteil haben diese Herausforderung als Chance begriffen und die neuen Gemeindeglieder zur Teilnahme am Gemeindeleben und zur Mitgestaltung eingeladen.

Aussiedlertreffen, Sprachkurse, Exkursionen gehören ebenso zu den Angeboten wie die Gestaltung von Gottesdiensten mit russischsprachigen Bausteinen. In etlichen Kirchgemeinden sind Aussiedlerinnen und Aussiedler auch im Kirchenvorstand vertreten.

Außerdem gibt es landesweite Angebote wie Advents- und Osterwochen, Akademietagungen, Werkstatttage und ein jährliches Informationstreffen für haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter. 

Die Landeskirche fördert Projekte der Aussiedlerarbeit in Kirchgemeinden. Förderanträge werden im Landeskirchenamt bearbeitet.


Friedemann Oehme
Oberkirchenrat
Referent für Ökumenische Beziehungen


Lukasstraße 6
01069 Dresden

Telefon: 0351 4692-212
E-Mail:

Begegnungstag für Aussiedler 2021

Aussiedlergottesdienste 2021

Pandemiebedingt kann der für den 28. August 2021 in Dippoldiswalde geplante Begegnungstag für Aussiedlerinnen und Aussiedler nicht stattfinden. Als Alternative laden die Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens und die Evangelische Kirche in Mitteldeutschland sehr herzlich zu regionalen Gottesdiensten ein:

  • Dresden: Heilandskirche, 28. August 2021, 14:00 Uhr, OLKR Dr. Thilo Daniel
  • Leipzig: Nikolaikirche, 28. August 2021, 14:00 Uhr, OKR Friedemann Oehme
  • Chemnitz: Dietrich-Bonhoeffer-Gemeindezentrum, 29. August 2021, 14:30 Uhr, Pfarrer Jan Schober
  • Magdeburg: Wallonerkirche, 29. August 2021, 10:00 Uhr, Pfarrerin Cordula Haase

In diesen Gottesdiensten gedenken wir der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion vor 80 Jahren. Dazu schreiben Landesbischof Tobias Bilz und Landesbischof Friedrich Kramer:

 

Liebe Aussiedlerinnen und Aussiedler,

in diesem Jahr gedenken Sie der Deportation der Deutschen in der Sowjetunion vor 80 Jahren. Nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion ordnete Stalin diese Deportation an. Damit begann eine Geschichte unsäglichen Leides, die Sie bzw. Ihre Eltern und Großeltern durchleben mussten. Das Datum 28. August 1941 markiert diese traumatische Erfahrung eines gnadenlosen und unbarmherzigen Umgangs.

Unsere Gedanken und Gebete begleiten Sie besonders an diesem Tag. Gottesdienste zum Gedenken an die Ereignisse vor 80 Jahren und ihre Folgen geben Raum zur Trauer und zur Klage. Gleichzeitig erinnern sie daran, dass für viele Menschen damals und heute der Glaube eine wichtige Kraftquelle war und ist, Leiden zu bewältigen und zu überleben. 

Wir grüßen Sie heute mit der Jahreslosung 2021: „Jesus Christus spricht: Seid barmherzig, wie auch euer Vater barmherzig ist“, Lukas 6,36. Ja, viele von Ihnen würden sagen: „Gottes Barmherzigkeit hat mich getragen bis heute.“ Mit Ihnen staunen wir, wie der Glaube an den lebendigen Gott Ihnen bis heute Halt und Orientierung und Trost ist. Wir bitten Gott, dass beim Gedenken an die Ereignisse vor 80 Jahren, die untrennbar mit Ihrer Geschichte verwoben sind, Gottes Barmherzigkeit dennoch immer hindurchklingt, gerade in schweren Zeiten. Wir wünschen Ihnen Gottvertrauen und Zuversicht für Ihren Alltag.

Friedrich Kramer

Landesbischof der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland (Foto: Anne Hornemann)

Tobias Bilz

Landesbischof der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsens (Foto: © EVLKS/Kestel)

Der nächste Aussiedlertag ist für den 21. Mai 2022 geplant und wird in Dippoldiswalde stattfinden. Dazu laden wir Sie schon jetzt herzlich ein.

Laden Sie Ihre Mitmenschen zu den Gedenkgottesdiensten für Aussiedler ein:


Begegnungstag für Aussiedler

Die Landeskirche lädt einmal im Jahr Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, die im Gebiet des Freistaates Sachsens leben, zu einem Begegnungstag ein. Darüber hinaus sind auch Gäste aus dem Bereich der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland außerhalb Sachsens herzlich willkommen.

Ziel dieses Tages ist es

  • alle Aussiedler WILLKOMMEN zu heißen                  
  • BEGEGNUNG zu ermöglichen                                           
  • zum Gemeindeleben EINLADEN
  • durch KOMMUNIKATION kulturelle Brücken zu schlagen                                   

Programm

  • zweisprachiger Gottesdienst
  • Kindergottesdienst
  • Gebetsversammlung
  • Forum mit Politikern und Fachleuten
  • Kulturprogramm
  • Programm für Kinder und Familien

Begegnungstage für Aussiedler im Rückblick:

1996 Großenhain, Heimat finden

1997 Waldheim, Miteinander Leben

1998 Oberfrohna, Gott sei Lob und Dank

1999 Bautzen, Gott erwartet uns

2000 Freiberg, Fürchtet euch nicht!

2001 Radebeul, Unterwegs – mit Gott?

2002 Wegen des Hochwassers konnte in diesem Jahr kein Aussiedlertag stattfinden.

2003 Großenhain, Endlich zu Hause

2004 Auerbach, Wege zueinander

2005 Riesa, Gottes schöne Welt

2006 Pirna, Vertraut den neuen Wegen

2007 Löbau, Zusammen wachsen

2008 Kamenz, Hoffnung verbindet

2009 Borna, Heimat in Bewegung

2010 Zwickau, Wurzeln und Flügel

2011 Dresden, "...da wird auch dein Herz sein" (Im Rahmen des 33. Deutschen Evangelischen Kirchentags)

2012 Coswig, Aufstehn – aufeinander zugehn

2013 Torgau, Gepflanzt wie ein Baum

2014 Glauchau, Lebendige Brücken

2015 Schneeberg, Vielfalt entdecken

2016 Bautzen, Miteinander - Füreinander

2017 Leipzig, Angekommen - Angenommen

2018 Plauen, Heilende Quellen

2019 Chemnitz, Suche Frieden

2020 Wegen Corona abgesagt

Bildergalerie: Begegnungstag 2017

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