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Gedenken um den 13. Februar in Dresden


08. Februar 2025

Bekenntnis zur eigenen Verantwortung und für ein friedliches Miteinander

DRESDEN - Um den Gedenktag des 13. Februars herum wird in Dresden in diesem Jahr unter dem Motto „Gemeinsam wachsam“ an die Zerstörung großer Teile Dresdens, der Bombenopfer sowie an Nazi-Terror und Gewaltherrschaft zum 80. Mal erinnert. Auch die großen Innenstadtkirchen sind wieder zentrale Punkte der Gedenkveranstaltungen mit Konzerten, Andachten, Gottesdiensten und verschiedenen Gesprächsformaten.

Friedensgebete und Konzert

Schon das Wochenende zuvor steht unter den Vorzeichen des Andenkens an die damalige Zerstörung der Elbe-Stadt.

Die Worte „FATHER FORGIVE“ bilden den Kern des Versöhnungsgebetes von Coventry, das jeweils an den Freitagen, 7. Februar und 14. Februar, um 12:00 Uhr in der Dresdner Kreuzkirche stattfindet. Zum Gebet für Frieden und Versöhnung kommen die Menschen unter dem Nagelkreuz von Coventry zusammen, welches für Versöhnung und Frieden steht. Am Sonntag, 9. Februar, wird um 17:00 Uhr die weithin bekannte Trauermotette „Wie liegt die Stadt so wüst“ vom ehemaligen Kreuzkantor Rudolf Mauersberger im „Requiem A“- Gedenkkonzert des Dresdner Kreuzchores erklingen.

Sven Helbigs neues Werk „Requiem A“ eröffnet vielfältige Assoziationen, lässt die genaue Art und Gestalt des Stücks zunächst bewusst offen. Als Uraufführung für den Dresdner Kreuzchor komponiert, versteht sich das Requiem als Memento Mori und zugleich als Mahnung zur Verständigung: Denn nicht im Erinnern liegt die Grundlage für unser heutiges Handeln, sondern erst das Verstehen und Begreifen der Vergangenheit macht die aktive Gestaltung der Zukunft möglich. Mehr Informationen auf der Webseite der Ev.-Luth. Kirchgemeinde Johannes-Kreuz-Lukas Dresden.

Stilles Gedenken und Erinnern

Am Dresdner Gedenktag, 13. Februar, selbst lädt die Frauenkirche mittags 12:00 Uhr zu Friedenswort und Orgelklang mit dem Versöhnungsgebet aus Coventry ein. Zwischen 16:00 und 22:00 Uhr ermöglicht die Gesellschaft zur Förderung der Frauenkirche Dresden e.V. wieder ein Stilles Gedenken auf dem Neumarkt. Kerzen können aufgestellt werden und es ist Raum für Gespräche und Begegnungen, aber auch für schweigendes Erinnern.

Der diesjährige Dresdner Gedenkweg beginnt um 18:15 Uhr an der Gedenkstele am Hasenberg zur Erinnerung an die Zerstörung der alten Synagoge und an die Ermordung der Juden zur Zeit des Nationalsozialismus. Er führt zunächst zur Skulptur des Großen Trauernden Mannes, dann zum Kuppelfragment der Frauenkirche auf ihrer Nordseite, bevor es zur Südostseite des Altmarktes geht. Dort befindet sich das Gedenk- und Mahnmal für die Opfer der Luftangriffe auf Dresden vom 13./14. Februar 1945. Nach dem Halt an der Kreuzkirche am Denk- und Mahnmal »Schwerter zu Pflugscharen – Steine des Anstoßes« führt der Weg weiter zum ‚DenkRaum‘ am Ort der ehemaligen Sophienkirche und dann abschließend wieder zurück zur Frauenkirche.

Im DenkRaum Sophienkirche beginnen zuvor ab 18:30 Uhr in regelmäßigen Abständen Versöhnungsgebete mit Oberlandeskirchenrates i.R. Dr. Christoph Münchow. Verbunden ist dies mit kleinen musikalischen Beiträgen und dem Verlesen des "Dresdner Wort der Religionen". Wenn der Dresdner Gedenkweg um circa 19:30 Uhr am DenkRaum Station macht, wird neben authentischen Redebeiträgen von Harald Bretschneider, Prof. Gerhard Glaser und Ulrike Birkner-Kettenacker die Nagelkreuzandacht von Coventry verlesen.

Andachten, Ökumenischer Friedensgottesdienst sowie Erzähl- und Gedenkabend

In der Erinnerung der Bürgerinnen und Bürger des Dresdner Nordens wird im Gemeindehaus Dresden-Klotzsche am 13. Februar ab 19:30 Uhr zum Erzähl- und Gedenkabend eingeladen. Fragen wie: „Welche persönlichen Erinnerungen haben Menschen noch an den 13. Februar 1945 und die folgenden Tage? Was geschah in diesen Tagen in Klotzsche? Welche Erinnerungen und Erzählungen wurden innerhalb von Familien von Generation zu Generation weitergegeben? Wie wirkt der 13. Februar vielleicht sogar bis heute nach?“.
Für alle, die zuvor bereits in der Innenstadt an der Menschenkette teilgenommen haben (und auch für alle anderen), steht ab 19:00 Uhr ein kleiner Imbiss mit heißer Suppe und Tee sowie Brot und Aufstrich bereit.

In der Weinbergkirche Dresden-Trachenberge wird am 13. Februar ab 21:30 Uhr eine Friedensandacht zur Erinnerung an den Bombenangriff vor 80 Jahren veranstaltet.

Zum traditionellen Ökumenischen Friedensgottesdienst lädt in diesem Jahr die katholische Kathedrale (Hofkirche) von 20:30 bis 21:40 Uhr unter dem Titel "Vom Frieden erzählen" ein. Zu Wort kommen Stimmen aus der Stadtgesellschaft – darunter Dompfarrer Norbert Büchner –, die sich in vielfältiger Art und Weise dafür einsetzen, dass Frieden werden kann und bleibt: in der Kirchgemeinde, im Sport, in der Nachbarschaft. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, mitzufeiern und mitzubeten. Im Anschluss an den Gottesdienst stimmen die Glocken der Dresdner Kirchen zum Gedenkgeläut an den Beginn der Bombennacht an.

Nach dem stadtweiten Geläut um 21:45 Uhr öffnet die Frauenkirche ab 22:00 Uhr ihre Türen zur „Nacht der Stimmen“, einem Wort und Klang verbindenden Angebot. Sie wird gestaltet vom Lyriker und Essayisten Durs Grünbein, dem Dean of Coventry, The Very Reverend John Witcombe und Frauenkirchenpfarrer Markus Engelhardt. Der Chor der Frauenkirche unter Leitung von Frauenkirchenkantor Matthias Grünert sowie Frauenkirchenorganist Niklas Jahn rahmen den Abend musikalisch.
Die „Nacht der Stimmen“ versteht sich dabei als Fortschreibung der traditionellen „Nacht der Stille“ (bis 2023), die es seit mehr als zwei Jahrzehnten in der Frauenkirche gibt.

Am 16. Februar findet um 11:00 Uhr in der Frauenkirche anlässlich der Nagelkreuzverleihung mit der Aufnahme in die Internationale Nagelkreuzgemeinschaft vor 20 Jahren ein Gottesdienst statt. Sichtbares Zeichen ist seitdem das Nagelkreuz, das auf dem Altartisch der Frauenkirche steht. In dem festlichen Gottesdienst wird Dean John Witcombe aus Coventry predigen.

Es folgt am 21. Februar um 19:00 Uhr eine besondere szenische Lesung mit den bekannten TV-Schauspielern Bernhard Bettermann und Regula Grauwiller in der Unterkirche der Frauenkirche aus dem bewegenden Briefwechsel zwischen Helmuth James Graf von Moltke und seiner Frau Freya. Im ‚Donnerstagsforum‘ am 27. Februar sind um 19:30 Uhr Berichte von Zeitzeugen über die Zerstörung Dresdens erleben. Zudem geht es an diesem Abend um die Geschichte und den Wiederaufbau der Frauenkirche.

Begleitprogramm zum 13. Februar 2025 in Dresden

Stilles Gedenken an der Dresdner Frauenkirche
Dresdner Gedenkweg zwischen neuer Synagoge und dem Platz der zerstörten Synagoge
Menschenkette mit Stadtblick

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