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Mutmaßlicher Brandstifter der Kirche wurde ermittelt


14. August 2023

Großröhrsdorf feierte zweiten Gottesdienst ohne Kirche

GROSSRÖHRSDORF – Nach einem bewegenden Gottesdienst am gestrigen Sonntag im Pfarrhof der Kirchgemeinde Großröhrsdorf erläuterten am Montag, 14. August 2023, an der Brandruine u.a. der amtierende Leiter der PD Görlitz, der Innenstaatsekretär und der ermittelnde Staatsanwalt ihre Erkenntnisse, die zum verheerenden Brand der Großröhrsdorfer Stadtkirche führten. Nach der Spurensicherung, der Brandursachenermittlung und den Zeugenbefragungen kam ein 40-jähriger Mann in den Fokus der Ermittlungen, der auch die Tat gestanden haben soll. Somit sei von Brandstiftung auszugehen, die bis auf die Grundmauern die Stadtkirche in der Nacht zum 4. August in Schutt und Asche legte.

Ortspfarrer Stefan Schwarzenberg sagte nach Bekanntwerden der Brandstiftung, dass die Kirchgemeinde diese Erkenntnis erst einmal verarbeiten müsse. Er bekräftigte zudem seinen tiefen Dank an die Feuerwehr, die Polizei, das THW und an alle ehrenamtlichen Helfer in der Kirchgemeinde, die in den ersten Tagen nach dem Brand mit großem Einsatz gesichert, ermittelt und geholfen haben. Insbesondere hob er die „riesige Summe“ der Spenden von 155.000 Euro hervor, die innerhalb einer Woche eingingen. Schwarzenberg dankte im Namen der Kirchgemeinde für das Geld, das zweckentsprechend verwendet werde.

Schon jetzt habe die Gemeinde Ausgaben und Aufwendungen. Vieles würden ehrenamtliche Mitarbeiter auffangen. „Wir wollen unser Gemeindeleben fortsetzen, so gut es geht, und dazu einladen“, sagt der Pfarrer. Die Kirchgemeinde sei weiterhin auf Spenden angewiesen, die für zahlreiche Ausgaben im Zusammenhang mit dem Brand und dem Wiederaufbau benötigt werden. Wie der Wiederaufbau aussehen werde, sei noch nicht klar und wird vor Ort in einem gemeinsamen Prozess zu entwickeln sein, sagt der Kirchenvorstandsvorsitzende Jens Großmann. Derzeit bildeten sich mehrere Teams und Ausschüsse für Dokumentation, Bau und Gemeindeaufbau.

„Es tut uns gut, dass viele Menschen da sind, durch die wir Zuspruch und Beistand erfahren“, so Großmann. Das ermutige die Gemeinde. Zur Brandursache sagte er, dass trotz der Erleichterung über die Kenntnis der Ursache, der unwiederbringliche Verlust bleibe. Das werfe gleichermaßen die Frage auf – „Warum?“ Die Gemeinde wünsche sich, dass es eine gemeinsame Kirche für die Stadt werde.

„Manchmal merkt man erst, wie wertvoll etwas ist, wenn man es verloren hat“, sagte Superintendent Tilmann Popp (Bautzen) in seiner gestrigen Predigt im Gottesdienst. „Achte darauf, was dir gegeben und geschenkt ist“, fügte er hinzu.

Nach aller Aufgeregtheit und der erfahrenen Hilfe, müsse jetzt auch die Trauer zugelassen werden. Es brauche einen Moment der Trauer, wohl wissend, welch schwere Aufgabe auf die Gemeinde zukommen werde. Am Ende werde aber stehen: „Wir waren es, die die Kirche wieder aufgebaut haben und Gott hat uns die Kraft dazu gegeben“, so der Superintendent. Als Zeichen eines Neuanfangs hatte er zum Gottesdienst ein neues Liturgiebuch mitgebracht, da das alte verbrannte. Vieles habe sich mit dem Verlust geändert, aber eines bleibe gleich – die Gemeinschaft der Gottesdienstgemeinde, sagte er vor den Besuchern im Pfarrhof. Die Kollekten zum Abschluss an den Zugängen zum Pfarrhof wurden für die eigene Gemeinde und für die Christlich-Jüdische Zusammenarbeit sowie andere kirchliche Arbeitsgemeinschaften und Werke gesammelt.

SPENDEN über Kirchgemeinde

Pressetermin vor der Mauer zum Kirchareal der Brandruine

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