Kirchenjahr

Die christlichen Feiertage

Das christliche Kirchenjahr beginnt und endet nicht an Neujahr und Silvester, sondern beginnt mit dem Advent und endet am Ewigkeitssonntag. Der Kreislauf des Kirchenjahrs entspricht den Jahreszeiten, dem Leben Jesu und dem eigenen Leben der Christen.

Sonntag als Feiertag

Im Grunde ist für Christen jeder Sonntag ein Feiertag. In den wöchentlichen Gottesdiensten versammelt sich die Gemeinde und durchschreitet dabei immer wieder den Zyklus des Kirchenjahres.

Jeder Sonntag hat einen Namen

In der Ordnung des Kirchenjahres hat jeder Sonntag seinen eigenen Namen. In der sogenannten Perikopenordnung der Kirche sind jedem Sonntag – als Motto und Inhalt – eine Bibellesung und ein Predigttext zugewiesen.

Darüber hinaus gibt es besondere Höhepunkte. Feste, die in der Gemeinde und in den Familien mit Liedern und Bräuchen gefeiert werden. Vor den Festen gibt es Zeiten der Vorbereitung, der Besinnung und des Wartens.

Sich dem hinzugeben, ist für viele Christen ein freudiges Erlebnis.

Farben des Kirchenjahrs

In vielen Kirchen schmücken Altar und Kanzel besondere Tücher. Man nennt sie Paramente. Sie tragen verschiedene Farben je nach Festen im Kirchenjahr.

Weiß bedeutet Freude an Christus:
Christfest, Erscheinungsfest, Osterfest, Himmelfahrt, Totensonntag (Ewigkeitssonntag)

Violett bedeutet Vorbereitung, Buße:
Adventszeit, Passionszeit, Buß- und Bettag

Rot bedeutet Heiliger Geist, Kirche:
Pfingstfest, Dreieinigkeitsfest, Kirchweihfest, Reformationsfest, aber auch Konfirmation und andere Feste

Grün bedeutet Wachsen und Reifen:
Epiphaniaszeit, Trinitatiszeit, Erntedankfest

Feiertage des Kirchenjahrs

Die Feste des Kirchenjahres sind allen Christen gemeinsam. Sie erinnern in ihrem Inhalt und ihrer Abfolge an die Stationen des Lebens Jesu. Die Wirkung der großen Feste wie Weihnachten und Ostern reicht weit in die Gesellschaft hinein, weil sie als gesetzliche Feiertage arbeitsfrei sind.

Adventszeit und Weihnachten

Dem Leben Jesu entsprechend, beginnt das Kirchenjahr mit der Erinnerung an Jesu Geburt. Dieser geht die Adventszeit voraus, die Nachricht an Maria, dass sie den Sohn Gottes empfangen werde. Wie Maria sich im Verlaufe ihrer Schwangerschaft auf die Geburt vorbereitete, sind auch die vier Wochen vor dem Weihnachtsfest für die Christen eine Zeit der Besinnung, bevor an Weihnachten die Geburt Jesu gefeiert wird.

Der 6. Januar ist als das Fest der Heiligen Drei Könige bekannt, doch es ist auch das Fest der Erscheinung des Herrn (Epiphanias), dem eine mehrwöchige Epiphaniaszeit folgt.

Passionszeit, Ostern und Christi Himmelfahrt

Anders als Weihnachten ist das Osterfest nicht auf einen bestimmten Tag festgelegt, sondern fällt stets auf den ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond des Frühlingsbeginns auf der nördlichen Halbkugel. Die Zeit vorher und nachher ist symbolisch: 40 Tage vor Ostern – so lange, wie Jesus gefastet hat – beginnt die Passionszeit, eine Fastenzeit, die das Leiden Jesu vorwegnimmt.

An Karfreitag erinnern sich Christen an das bestürzende Ereignis: Jesus wird der Ketzerei angeklagt und stirbt den qualvollen Tod am Kreuz. Doch nach drei Tagen folgt seine Auferstehung, die an Ostern gefeiert wird.

40 Tage nach Ostern gedenkt man Christi Himmelfahrt: Jesus kehrt wieder zurück zu seinem Vater.

Pfingsten: Beginn des Christentums

Am 50. Tag nach Ostern feiern die Christen Pfingsten. Die Jünger Jesu werden vom Heiligen Geist beseelt und geben die Botschaft weiter. Das ist der eigentliche Beginn des Christentums und der Kirche.

Trinitatiszeit bis zum Ewigkeitssonntag

Der darauffolgende Sonntag ehrt die Dreifaltigkeit (Trinitatis): den Vater (Gott), den Sohn (Jesus) und den Heiligen Geist. Die Zeit nach Trinitatis mündet in den Ewigkeitssonntag. Die Christen gedenken der Verstorbenen, die nach ihrem Verständnis im Tod den ewigen Frieden erfahren. Dies ist der Abschluss des Kirchenjahres.


Regionale und evangelische Feste

Neben den Hauptfesten werden regional oder konfessionell bedingt auch weitere Feste gefeiert. Gerade in der Zeit nach Trinitatis finden z.B. vielerorts Kirchweih oder Erntedankfeste statt.

Ein besonderer Tag für die evangelische Kirche ist der Reformationstag am 31. Oktober, der an ihre Kirchenreform (Thesenanschlag Martin Luthers an der Wittenberger Schlosskirche) erinnert.

Die römisch-katholischen Christen kennen neben ihrer ausgeprägten Marienverehrung auch zahlreiche Heiligen- und Apostelfeste. Weil die Reformatoren hingegen die biblische Botschaft stärker in den Mittelpunkt rücken wollten, schaffte man die Heiligenverehrung ab. Deshalb spielen z. B. die Namenstage in der evangelischen Kirche nur eine geringe Rolle.


Bereich

Advent

Weihnachten und Erscheinungsfest

Passionszeit


Ostern

Christi Himmelfahrt

Pfingsten


Dreieinigkeitsfest

Erntedankfest

Reformationstag


Buß- und Bettag

Ewigkeitssonntag

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