Den Glauben leben

Andacht und Besinnung

In der Hektik des Lebens tut es gut, einmal zur Ruhe zu kommen. Die Besinnung auf Gott und sein Wort ist für viele Menschen eine wichtige Quelle der Kraft. Die lutherische Landeskirche bietet Einrichtungen und Angebote, mit deren Hilfe Menschen zur Andacht und Besinnung finden können.

Andacht

Der Begriff „Andacht“ bezeichnet einen Zustand der besonderen Aufmerksamkeit und geistigen Konzentration. Aber auch eine geistliche Form in der christlichen Kirche heißt so. Sie hat keine feste Struktur wie der Gottesdienst, sondern wird freier gestaltet. Viele Menschen schätzen die Andacht, weil sie eine Begleiterin des Alltags sein kann, die ihnen aber zugleich eine Auszeit vom Alltag bringt – eine halbe Stunde „Andacht“.

Andachten finden oft in den Gemeinden statt: zu besonderen Anlässen wie der Advents- oder Passionszeit oder zu regelmäßigen und unregelmäßigen Zeiten in der Woche. Neben Kirchen und Gemeindesälen sind auch Schulen, Krankenhäuser, Jugend- oder Seniorenheime Orte, wo Andachten gefeiert werden. Und selbst Rundfunk und Internet bieten Impulse für eine „private“ Andacht.


Eine Andacht – viele Möglichkeiten

Die Gestaltung einer evangelischen Andacht ist nicht auf Pfarrer beschränkt. Jedes Mitglied der Kirche darf eine Andacht vorbereiten und mit den Besuchern feiern. Zentrum der Andacht sind Gebete und Lieder. Dazu kann der Andachtsleiter eigene Gedanken zu einem Thema, einer Bibelstelle oder eine Meditation über ein Bild oder einen Gegenstand vortragen.

Es gibt viele Möglichkeiten, eine Andacht zu gestalten. Orte werden mit Kerzenbeleuchtung zu stimmungsvollen Räumen der Stille; Lieder, z.B. aus der Taizégemeinde, bringen Abwechslung ins Repertoire; passende Gedanken zu Krankheit und Sorge spenden Trost. So können Andachten helfen, gestärkt in den Alltag zurückzukehren.

Besinnung

Zur Ruhe kommen, Stille und Besinnung erfahren: Eine gelöste, aber gleichzeitig wache Haltung der ganzen Person spricht nicht nur das rationale Denken, sondern auch den Körper, die Sinne und das Gemüt an.

Die christlichen Formen schaffen die Voraussetzung für die Beschäftigung mit den christlichen Themen. Im Gottesdienst geben sich die Menschen dem festgelegten, vertrauten Ablauf hin. Im regelmäßigen, auswendig gelernten oder freien Gebet sprechen sie mit Gott über ihre Freuden und Sorgen. 

Christliche Meditationsübungen vertiefen das Gebet. Sie eröffnen neue Zugänge zur biblischen Botschaft, fördern Selbsterkenntnis und Selbsterfahrung und helfen zu Klärungen auf dem eigenen Weg als Christ.


Stille Tage

Wer im Alltag versucht, innerlich still zu werden, wird merken, dass es nicht so leicht ist, die Unruhe los zu werden. Stille Tage (oder auch Einkehrtage) können den Weg erleichtern.

In einer geschützten Umgebung abseits des Alltags werden meist zunächst Wahrnehmungsübungen angeboten, die helfen können, sich innerlich zu sammeln und aufmerksam zu werden.

Anschließend wird über ein Schriftwort oder ein Bild meditiert. Zeiten zur persönlichen Betrachtung ermöglichen es, das eigene Leben in die Besinnung einzubeziehen.

Es besteht die Möglichkeit, aber nicht der Zwang zum Austausch in der Gruppe.


Retraiten

Retraiten oder Kurzexerzitien ermöglichen eine noch tiefere Einkehr. Sie erstrecken sich in der Regel über vier Tage und werden im Schweigen verbracht.

Der Tag ist strukturiert durch die Tagzeitgebete und die Feier des Hl. Abendmahls. Zweimal täglich werden biblische Impulse gegeben, die der persönlichen Betrachtung dienen.

Es geht dabei nicht um ein intellektuelles Nachdenken über Schriftworte, sondern darum, dass das eigene Leben im Licht des Wortes Gottes angeschaut werden kann. Das Angebot von Einzelgesprächen mit dem Begleiter / der Begleiterin kann dies unterstützen.


Exerzitien

Exerzitien gehen zurück auf Ignatius von Loyola, den Gründer der Jesuiten. Seit einiger Zeit werden sie auch im evangelischen Raum angeboten.

Die üblichste Form von Einzelexerzitien dauert etwa 10 Tage. Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer geht ihren / seinen ganz persönlichen Weg. Gemeinsam sind nur die Mahlzeiten und die tägliche Abendmahlsfeier.

Im Mittelpunkt steht das Gespräch des Einzelnen mit Gott, unterstützt durch biblische Betrachtungen. Die täglichen Einzelgespräche mit der Begleiterin / dem Begleiter können dies unterstützen, indem entscheidende Lebenssituationen gemeinsam angeschaut werden.

Da dies gegenseitiges Vertrauen voraussetzt, ist ein Vorgespräch unbedingt erforderlich.


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