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Am Palmsonntag beginnt die Zeit der Konfirmationen in Sachsen
25. März 2026
4.000 Jugendliche sagen Ja zum christlichen Glauben
DRESDEN – In den nächsten Wochen werden in den Kirchgemeinden der sächsischen Landeskirche wieder rund 4.000 Jugendliche im Alter von 14 Jahren konfirmiert oder getauft. In der Konfirmation, die in einem feierlichen Gottesdienst stattfindet, bekräftigen die Jugendlichen ihren Glauben und erhalten einen persönlichen Segen.
In Sachsen beginnt die Konfirmationszeit am Palmsonntag (29. März) und endet mit dem Pfingstfest. Vor allem in den ländlichen Kirchgemeinden, insbesondere im Erzgebirge und im Vogtland, wird der Palmsonntag als traditioneller Konfirmationstag gefeiert. Die Konfirmation stellt für Jugendliche aus christlichen Familien einen besonderen Moment im Leben dar, den sie gemeinsam mit der Gemeinde und ihren Familien feiern.
Die Konfirmation als Abschluss der Konfirmandenzeit
Die Konfirmation bildet den Abschluss der meist zweijährigen Konfirmandenzeit, in der die Teilnehmenden den christlichen Glauben und das Leben in der Kirchgemeinde kennenlernen. In Gemeinschaft gehen sie den Fragen nach, was im Leben trägt und Orientierung gibt, welche Rolle Gott in ihrem Leben spielen kann und was die Kirche damit zu tun hat. Dabei ist die Ausgestaltung der Konfirmandenzeit ganz verschieden.
Vielfalt der Modelle als Stärke der Konfirmandenarbeit
„Die Konfirmandenarbeit ist bunt und ausdifferenziert“, sagt Kristin Preuß, die im Landesjugendpfarramt in Dresden für die Konfirmandenarbeit zuständig ist. 64 % der Konfirmandengruppen in den Kirchgemeinden kommen regelmäßig zu wöchentlichen oder 14‑täglichen Treffen (meist 45, 60 oder 90 Minuten) zusammen, erläutert Kristin Preuß. Dahinter stehe die Überzeugung, dass häufige Begegnungen Beziehung, Verlässlichkeit und Anschlussfähigkeit fördern. Bei einem reichlichen Drittel (36 %) der Konfi-Gruppen würden andere Formate genutzt, so beispielsweise monatliche Treffen, Konfisamstage oder andere Modelle. Teilweise würden regelmäßige Treffen mit regionalen Konfisamstagen oder projektorientierten Formaten kombiniert, teils auch mit mehrstündigen Treffen (zwei bis über vier Stunden). „Diese Vielfalt zeigt ein hohes Innovationspotenzial – Gemeinden suchen aktiv nach Formen, die zu ihren Konfis, ihren Ressourcen und ihren Räumen passen“, so Preuß.
Konfirmanden-Freizeiten als Höhepunkte
Ein besonderer Höhepunkt in der Konfirmandenzeit sind die Konfirmandenfreizeiten. Für ein Wochenende oder gar acht bis zehn Tage sind die Konfirmanden miteinander unterwegs. Beliebt sind Zeltlager, Kirchentage oder eine Fahrt ins Ausland. Diese Freizeiten sind nachhaltige Erfahrungen, sie ermöglichen intensive Auseinandersetzungen mit dem Glauben und stärken die Gemeinschaft der Teilnehmenden.
So findet vom 7. - 10. Mai 2026 wieder das Landeskonficamp im Erzgebirge statt. Über 200 Konfirmandinnen und Konfirmanden, Ehrenamtliche und Hauptberufliche aus verschiedenen Kirchgemeinden aus ganz Sachsen werden sich dann gemeinsam auf den Weg nach Schneeberg machen.
Ehrenamtliche Mitarbeit im Konfirmandenunterricht deutlich gestiegen
In den Kirchgemeinden tragen die Pfarrerinnen und Pfarrer die Verantwortung für die Konfirmandenarbeit. Sie wird jedoch meist von einem Team mit weiteren haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden durchgeführt.
Laut Kristin Preuß ist die Mitarbeit Ehrenamtlicher in der Konfirmandenarbeit deutlich gestiegen: von etwa der Hälfte auf rund 61 % der Gruppen. „Besonders vor dem Hintergrund vieler ländlicher Bereiche ist das ein starkes Signal: Konfiarbeit ist ein Arbeitsbereich, in dem Ehrenamtliche gewonnen, qualifiziert und gebunden werden. Hier liegt ein hohes Potential das noch zu oft liegen gelassen wird“, konstatiert Preuß.
In den Kirchenbezirken sind die Jugendpfarrerinnen und Jugendpfarrer für die Konfi-Arbeit verantwortlich und geben Impulse für die fachliche Weiterentwicklung der kirchgemeindlichen Angebote.
Die landeskirchliche „Arbeitsstelle Konfirmandinnen und Konfirmanden“ unterstützt die Arbeit mit Konfirmandinnen in der sächsischen Landeskirche. Sie bietet Fortbildungen und Impulstage für die Mitarbeitenden an, koordiniert Großveranstaltungen wie das Landeskonficamp sowie überregionale Aktionen wie „5000 Brote - Konfis backen Brot für die Welt“ oder „Wanapanda – Konfis pflanzen Bäume“.
Konfirmationen und Konfirmandenvorstellungsgottesdienste am Palmsonntag
Vor allem im Vogtland und im Erzgebirge werden am Palmsonntag (29. März) traditionell Konfirmationsgottesdienste gefeiert. So beginnt um 9:30 Uhr ein Festgottesdienst mit Konfirmation in der St.-Bartholomäus-Kirche im vogtländischen Treuen. Um 10:00 Uhr finden Konfirmationsgottesdienste in der Peter-Paul-Kirche in Reichenbach und in der Bergkirche in Pobershau bei Marienberg statt. In Pockau beginnt der festliche Konfirmationsgottesdienst mit Posaunenchor um 13:30 Uhr. In Ostsachsen werden Konfirmationsgottesdienste um 9:30 Uhr in Steinigtwolmsdorf (mit Chor und Posaunenchor) und um 13:00 Uhr in Bischheim gefeiert.
Viele Kirchgemeinden in Sachsen nutzen den Palmsonntag inzwischen zur Vorstellung der Konfirmandinnen und Konfirmanden. So beginnen um 9:30 Uhr Konfirmandenvorstellungsgottesdienste in der St. Laurentiuskirche Auerbach, in der St. Nicolaikirche Wilsdruff und in Fördergersdorf. Eine halbe Stunde länger ausschlafen dürfen die Konfirmandinnen und Konfirmanden, deren Vorstellungsgottesdienste um 10:00 Uhr beginnen wie beispielsweise in der St. Jodokuskirche Chemnitz-Glösa, in der St. Marien-Kirche Burkau, der Trinitatiskirche Anger-Crottendorf, der Matthäuskirche Dresden-Friedrichstadt, der Lutherkirche Radebeul, der Jakobikirche Freiberg oder der St.-Lorenz-Kirche Stolpen. "Stellt euch vor!" heißt es um 10:30 Uhr in der St. Jakobuskirche Pesterwitz, wo die Konfis den Gottesdienst am Sonntag Palmarum gestalten. Zeitgleich stellen sich auch in der Peter-Pauls-Kirche Coswig sowie in Langenhennersdorf, Berbisdorf und Leppersdorf Konfirmandinnen und Konfirmanden ihrer Gemeinde im Gottesdienst vor.
Der Palmsonntag wird aber auch zur Feier der Jubelkonfirmation genutzt, so beispielsweise in Alberoda, Dobra, Michelwitz oder Ruppertsgrün.
Eine Übersicht über aller Gottesdienste am Sonntag Palmarum ist im EVLKS-Kalender zu finden. Eine Übersicht aller Konfirmationsgottesdienste ab dem Palmsonntag bis Pfingsten finden Sie hier.
Konfirmationszeit von Palmsonntag bis Pfingsten
Palmsonntag oder Palmarum, der letzte Sonntag vor dem Osterfest, war in früheren Zeiten der traditionelle Konfirmationstag. Nach Beendigung der Volksschule begann mit der Konfirmation damals das Erwachsenenleben. Mit der Konfirmation war man auch vollwertiges Gemeindeglied und durfte das Abendmahl empfangen. Die Konfirmation am Palmsonntag bot den Konfirmanden daher auch die Möglichkeit, zum Ende der Passionszeit zum ersten Mal am Heiligen Abendmahl teilzunehmen. Heute wählen viele Kirchgemeinden auch die Sonntage nach Ostern bis zum Pfingstfest als Konfirmationstermine.
Näheres zum Lebensfest: Konfirmation.