Aufarbeitung
Kinder, Jugendliche und Erwachsene haben ein Recht auf Schutz vor allen Formen sexualisierter Gewalt. Die Landeskirche Sachsens verurteilt nicht nur jede Form sexualisierter Gewalt, sondern stellt sich aktiv ihrer Verantwortung als Arbeitgeberin und Trägerin kirchlicher Einrichtungen. Diesem Anliegen gelten die verbindlichen Maßnahmen der Prävention, Intervention und Aufarbeitung sexualisierter Gewalt.
Bereich
Theologische Aufarbeitung geistlicher Gewalt geht weiter
Die sächsische Landeskirche beschäftigt sich weiter mit theologischer Aufarbeitung von geistlicher Gewalt. Dafür wurde eine neue Arbeitsgruppe unter der Leitung von OLKR Dr. Thilo Daniel eingesetzt.
Der Arbeitsgemeinschaft »Geistlicher Missbrauch« im Landeskirchenamt gehören an:
OLKR Dr. Thilo Daniel (Dezernent im Landeskirchenamt für Theologische Grundsatzfragen, Gemeindeentwicklung, Ökumene und Weltmission)
Celina Hertel (Vorsitzende der Landesjugendkammer der Evangelischen Jugend in Sachsen)
Dr. Peggy Renger-Berka (Bildungsreferentin für Gemeindepädagogik und Kindertagesstätten)
Prof. Dr. Ina Schönberger (Evangelische Hochschule Dresden, Leitung Campus Moritzburg)
Karl Matthias Uhlig (Mitglied der Betroffenenvertretung, Mitglied der URAK)
Christoph Wohlgemuth (Mitglied der Betroffenenvertretung)
Sarah Zehme (Vorsteherin des Evangelisch-Lutherischen Diakonenhauses Moritzburg e.V.)
Georg Zimmermann (Landesjugendpfarrer)
Es wird beabsichtigt, im Laufe der Arbeit weitere von geistlichem Missbrauch betroffene Personen einzubeziehen.
Die Arbeitsgruppe hat sich mit dem Abschlussbericht der Arbeitsgruppe »Theologische Aufarbeitung des Handelns von Kurt Ströer« beschäftigt.
Es gab Austausch zu Erfahrungen und Dimensionen von geistlichem Missbrauch.
Aktuelle Strukturen der Gemeindepädagogik und Jugendarbeit sowie Strukturen der dienst- und fachaufsichtlichen Tätigkeiten und die damit verbundenen Herausforderungen wurden vorgestellt.
Es hat eine Auseinandersetzung mit dem »Kommentar des Landesjugendkonvents zum Verhaltenskodex der EVLKS« stattgefunden.
Am 20. Mai 2026 wird es einen Austausch zwischen der Leitung der AG »Geistlicher Missbrauch« mit der URAK geben.
Auf der Herbsttagung der Landessynode 2026 werden Zwischenergebnisse vorgestellt.
Die Arbeitsgruppe »Geistlicher Missbrauch« wurde eingesetzt auf der Grundlage des Beschlusses der Landessynode vom 11. April 2025 (Drucksache Nr. 253). In dieser wird das Landeskirchenamt beauftragte, im Anschluss an die VL 59 die theologische Aufarbeitung von geistlicher Gewalt fortzuführen sowie Maßnahmen zur Prävention von geistlicher und spiritueller Gewalt sowie religiösem Machtmissbrauch zu erarbeiten.
URAK Sachsen: Aufarbeitungskommission hat Arbeit aufgenommen
Die Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommission (URAK) im Verbund Sachsen ist seit April vollzählig und hat inzwischen ihre Arbeit aufgenommen. Die Kommission besteht aus sieben Personen. Neben zwei Betroffenen von sexualisierter Gewalt gehören drei unabhängige Experten bzw. Expertinnen dazu, die vom Freistaat Sachsen benannt wurden sowie eine Vertreterin der Ev.-Luth. Landeskirche Sachsen und einem Vertreter der Diakonie. Es sind Karl Matthias Uhlich, Betroffenenvertreter, Frank Hadlich-Theml, Betroffenenvertreter, Prof. Dr. Heide Glaesmer, Psychologin und Traumaforscherin, Dr. Verena Böll, Historikerin und Religionswissenschaftlerin, Prof. Dr. Frank Asbrock, Professor für Sozialpsychologie, Antonia Ellke, Juristin, und Dietrich Bauer, Theologe.
Die Kommission trifft sich regelmäßig und arbeitet sich derzeit inhaltlich ein, um im nächsten Schritt Themen konkret zu bearbeiten. Die URAK hat die Aufgabe, sexualisierten Missbrauch in Kirche und Diakonie unabhängig und transparent aufzuarbeiten.
Informationen über die URAK sowie Kontaktmöglichkeiten sind auf der URAK-Website zu finden.
URAK Sachsen: Betroffenenvertretung gebildet
Im Rahmen eines Workshops haben Betroffene, die sexualisierte Gewalt im landeskirchlichen oder diakonischen Kontext in Sachsen erlitten haben, am 5. April 2025 in Meißen eine Betroffenenvertretung gewählt und aus dieser ihre Delegierten für die Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommission (URAK) in Sachsen bestimmt. Die Betroffenenvertretung wird die Arbeit der URAK Sachsen begleiten. Der Start der Kommission wird derzeit vorbereitet.
URAK-Geschäftsstelle beginnt mit Arbeit
Am 1. Januar 2025 hat die Geschäftsstelle der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission (URAK) in Sachsen ihre Arbeit aufgenommen. Die Geschäftsstelle koordiniert die Arbeit der URAK. Derzeit laufen die Vorbereitungen zum Start der URAK. Voraussichtlich im April 2025 soll Aufarbeitungskommission ihre Arbeit in Sachsen beginnen.
Einladung zum 2. Betroffenenworkshop am 5. April 2025
Landeskirche und Diakonie Sachsen laden zu einem 2. Betroffenenworkshop am 5. April 2025 ein, wo über den aktuellen Stand der Arbeit der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission in Sachsen und die Mitwirkung Betroffener informiert wird sowie eine Betroffenenvertretung gewählt werden soll. Aus dieser Betroffenenvertretung werden dann die URAK-Vertreter benannt. Es wird bereits am Tag zuvor sowie am Folgetag Möglichkeiten zum Austausch und zur Vernetzung geben. Betroffene, die Fragen dazu haben oder an Aufarbeitung interessiert sind, können sich bis 21. März 2025 in der Geschäftsstelle der URAK melden: mandy.weigel@evlks.de.
Einrichtung einer Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission in Sachsen
Nach der gemeinsamen Erklärung der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs (UBSKM) und der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) sowie der Diakonie Deutschland über eine unabhängige Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie wird auch in Sachsen eine Unabhängige Regionale Aufarbeitungskommission gebildet. Ihre Aufgabe wird es sein, eine unabhängige und professionelle Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in Landeskirche und Diakonie zu gewährleisten und über deren Ablauf und Ergebnisse Transparenz herzustellen. Betroffene werden dabei verbindlich und institutionalisiert beteiligt.
Die Kommission wird neben Betroffenen auch aus unabhängigen Experten sowie Vertretern von Kirche und Diakonie bestehen. Die Verantwortung zur Einrichtung der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission in Sachsen liegt nach der Vereinbarung bei den landeskirchlichen und diakonischen Leitungsorganen. Bundesweit entstehen insgesamt neun Verbünde.
Der Weg von der Unterzeichnung der Gemeinsamen Erklärung am 13. Dezember 2023 bis zum Start der Kommission 2025 beinhaltet einen konkreten Ablauf, den alle Landeskirchen und diakonischen Verbände einzuhalten haben, um Transparenz und Vergleichbarkeit zu gewährleisten. Er umfasst ein Treffen, das dem Kennenlernen und Austausch dient – dieses „Forum für Betroffene“ fand in Sachsen am 9. März 2024 statt. Als zweiter Schritt folgte ein „Workshop“ mit dem Ziel, eine Betroffenenvertretung zu wählen – dieser fand in Sachsen am 23. November 2024 statt. Da jedoch keine Betroffenenvertretung gewählt werden konnte, gibt es einen 2. Workshop am 5. April 2025. Aus der gewählten Betroffenenvertretung werden zwei Vertreter gewählt, die in der URAK-Kommission mitarbeiten werden. Dazu kommen drei unabhängigen Experten, die durch den Freistaat benannt werden sowie insgesamt zwei Vertreter von Kirche und Diakonie. Stehen dann diese sieben Personen fest, werden sie als Mitglieder der URAK berufen.
1. Betroffenenworkshop am 23. November 2024
Landeskirche und Diakonie Sachsen haben am 23. November 2024 nach Dresden eingeladen, um im Rahmen eines Workshops über weitere Schritte der strukturierten Betroffenenbeteiligung laut EKD-Vereinbarung zu informieren. Der Workshop diente dem weiteren Kennenlernen und gegenseitigem Austausch. Zwei bereits benannte URAK-Mitglieder stellten sich vor. Da es zu keiner Gründung einer Betroffenenvertretung kam, wurde ein zweiter Workshop-Termin vereinbart.
Aufruf zu Betroffenenforum am 9. März 2024
Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Sachsens wendet sich zusammen mit der Diakonie Sachsen an alle Betroffenen, welche sexualisierte Gewalt im landeskirchlichen oder diakonischen Kontext erlitten haben. Anlass ist die geplante Einrichtung einer Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungs-kommission in Sachsen.
In diesem Zusammenhang laden Landeskirche und Diakonie Sachsen zu einem Betroffenenforum am 9. März 2024 in Meißen ein, wo über die Arbeit der Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommission und die dort vorgesehene Mitwirkung Betroffener informiert werden soll. Mit Dr. Gregor Mennicken konnte eine externe Fachperson gefunden werden, welche die Veranstaltung, die von 10:30 Uhr bis ca. 16:00 Uhr im Tagungshaus Klosterhof Meißen stattfinden wird, organisieren und leiten wird.
Im Forum für Betroffene werden die Landeskirche und der Landesverband der Diakonie zum Umgang mit sexualisierter Gewalt (Aufarbeitung, Unterstützung, Anerkennung, Prävention und Intervention) informieren. Gleichzeitig wird Betroffenen ein betroffenensensibler Raum für gegenseitige Vernetzung sowie Diskussion mit Verantwortlichen der Landeskirche und des Landesverbandes der Diakonie angeboten. Außerdem wird es umfassende Informationen zur den Unabhängigen Regionalen Aufarbeitungskommissionen, deren Arbeit und Struktur und zu den Aufgaben der Kommissionsmitglieder geben.
ForuM-Forschung zur Aufarbeitung von sexualisierter Gewalt und anderen Missbrauchsformen in der evangelischen Kirche und Diakonie in Deutschland
Der Forschungsverbund unabhängig und interdisziplinär agierender Wissenschaftler verschiedener Universitäten und anderer Forschungseinrichtungen hat im Auftrag der EKD sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche und Diakonie untersucht. Beteiligte Institutionen sind die Hochschule Hannover, die Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, die Bergische Universität Wuppertal, die Freie Universität Berlin, das Institut für Praxisforschung und Projektberatung München, das Universitätskrankenhaus Hamburg-Eppendorf, das Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim sowie die Universität Heidelberg. Das Forschungsprojekt umfasste ein Metaprojekt sowie mehrere Teilprojekte. Ein Verbundbeirat begleitete das Forschungsprojekt. Er bestand aus externen Wissenschaftler/innen, Betroffenen von sexualisierter Gewalt und kirchlichen Beauftragten.
Ende 2020 nahm der Forschungsverbund ForuM mit einer breit angelegten unabhängigen Studie zum Thema sexualisierte Gewalt in der evangelischen Kirche seine Arbeit auf. Fälle sexualisierter Gewalt in der Ev.-Luth. Landeskirche flossen an verschiedenen Stellen in die Arbeit des Forschungsverbundes ForuM ein und wurden eingehend analysiert. Im Rahmen mehrerer Teilprojekte wurde das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und versucht, aus den Erkenntnissen der Vergangenheit über systemische und organisationale Faktoren in der evangelischen Kirche, die gegebenenfalls sexualisierte Gewalt ermöglichten oder auch verhinderten, sowie über den innerkirchlichen Umgang mit entsprechenden Fällen Schlüsse für die zukünftige Präventionsarbeit zu ziehen. Dabei wurden insbesondere die Perspektiven Betroffener explizit einbezogen. Am 25. Januar 2024 wurden die Ergebnisse veröffentlicht:
Ergebnisse der ForuM-Studie:
Zur Webseite der EKD - Aufarbeitungsstudie ForuM
Pressemitteilungen der EVLKS zur ForuM-Studie:
Zur Veröffentlichung der ForuM-Studie
Gemeinsame Erklärung zur Aufarbeitungsstudie ForuM
Aufarbeitung zu den Übergriffen in der Kirchgemeinde Pobershau
Die Aufarbeitungskommission Pobershau bearbeitet Vorfälle sexualisierter Gewalt in Pobershau in den 1990er Jahren, die 2019 erstmals öffentlich bekannt wurden. Das Feststellen des Ausmaßes der Vorfälle, die Klärung der Verantwortlichkeiten, die Aufdeckung begünstigender Strukturen, das Aufzeigen der Folgen sexualisierter Gewalt für die Betroffenen sowie die Aufstellung von Empfehlungen gehören zu den Aufträgen der Unabhängigen Aufarbeitungskommission Pobershau.
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Vorstellung des Abschlussberichts zu Fällen sexualisierter Gewalt
Der Abschlussbericht der Unabhängigen Aufarbeitungskommission Pobershau (UAKP) wurde im Rahmen einer öffentlichen Veranstaltung der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens (EVLKS) am Dienstag, 27. Juni 2023, 19 Uhr in der Silberscheune Pobershau vorgestellt. Unter der Moderation von Martina de Maizière waren Mitglieder der UAKP, des Kirchenvorstands der Kirchgemeinde Kühnhaide-Pobershau, des Kirchenbezirks Marienberg und Landesbischof Tobias Bilz beteiligt und es bestand die Möglichkeit für Fragen und Austausch.
Die UAKP wurde Anfang 2022 von der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens, dem Kirchenbezirk Marienberg und der Kirchgemeinde Kühnhaide Pobershau beauftragt. Sie bearbeitet Vorfälle sexualisierter Gewalt in Pobershau in den 1990er Jahren, die 2019 erstmals öffentlich bekannt wurden. Das Feststellen des Ausmaßes der Vorfälle, die Klärung der Verantwortlichkeiten, die Aufdeckung begünstigender Strukturen, das Aufzeigen der Folgen sexualisierter Gewalt für die Betroffenen sowie die Aufstellung von Empfehlungen gehören zu den Aufträgen der UAKP.
Aufarbeitung der Taten von Kurt Ströer
Die Aufarbeitung der Taten von Kurt Stöer erfolgen durch die Arbeit des Forschungsverbundes ForuM (siehe oben). Darüber hinaus hat die Landeskirche eine Arbeitsgruppe berufen zur:
Theologischen Aufarbeitung des Handelns von Kurt Ströer
Hinsichtlich der theologischen Aufarbeitung des Handelns von Kurt Ströer, die auch auf Anregung verschiedener Betroffener geplant wird, wurde eine Arbeitsgruppe gegründet.
Dieser gehören folgende Personen an:
- Prof. Dr. Roland Biewald (TU Dresden, Philosophische Fakultät, lnstitut für Evangelische Theologie),
- Prof. Dr. Veronika- Albrecht-Birkner (Universität Siegen, Philosophische Fakultät, Theologisches Seminar)
- Prof. Dr. Peter Zimmerling (Universität Leipzig, Theologische Fakultät)
Ziele für die Arbeitsgruppe Aufarbeitung
- Differenzierte Einsichten gewinnen hinsichtlich der Frage, ob die Missbrauchsfälle durch die Frömmigkeit Kurt Ströers und die spezifische Ausbildung, die er genossen hat ursächlich ausgelöst worden sind oder ob es psychologisch zu bewertende Ursachen in der Persönlichkeit gewesen sind, die den Missbrauch verursacht haben. Gegebenenfalls müsste die Expertise einer Psychologin/eines Psychologen eingeholt werden.
- Theologische Fragen klären bezüglich der Dämonologie, der Beichte (insbesondere der Kinderbeichte) und der Absolution unter Handauflegung (Körperkontakt). Diese Sachverhalte sind einerseits im zeitgeschichtlichen Kontext, in dem Kurt Ströer wirkte und andererseits spezifisch bezogen auf seine Person, Frömmigkeit und Berufsausübung zu betrachten. Der zeitgeschichtlich-politische Kontext des kirchlichen Dienstes in der DDR der 1970er und 1980er Jahre ist generell angemessen zu berücksichtigen.
- Im Kontext der in dieser Zeit in der sächsischen Landeskirche vorfindlichen Frömmigkeitsrichtungen und -bewegungen ist danach zu fragen, ob die spezifische Frömmigkeit Kurt Ströers, die Taten begünstigt oder gar ermöglicht hat.
- Das Verhältnis von Seelsorge und Machtausübung thematisieren. Dafür gibt es eine sehr gute Grundlage in dem Aufsatz von Markus Schmidt (Missbrauch zwischen Frömmigkeit, Macht und Kommunikation). In diesem Zusammenhang ist auch danach zu fragen, ob Kurt Ströer sektenähnliche Strukturen in seinem Dienst aufgebaut und/oder genutzt hat.
- Die Frage erwägen, ob Homosexualität und ein damit in Verbindung gesetztes Bewusstsein gravierender eigener Sündhaftigkeit eine Rolle im Dienst Kurt Ströers gespielt haben. Zu berücksichtigen ist dabei der Umgang mit sexueller Diversität im damaligen gesellschaftlichen und kirchlichen Kontext.
- Nach Ursachen in der Dienst- und Fachaufsicht gegenüber Kurt Ströer fragen: Welche Voraussetzungen haben dazu beigetragen, die Fälle nicht zu verhindern? Gab es verstärkende Faktoren?
- Nach etwaigen begünstigenden Faktoren in der Ausbildung Kurt Ströers suchen. Das soll in Kommunikation mit der Moritzburger Aufarbeitungsgruppe (Prof. Knittel) geschehen. Im Anschluss daran ist zu prüfen, welche Veränderungen in den Ausbildungskonzeptionen für verschiedene kirchliche Dienste im Haupt- und Ehrenamt (insbesondere Verkündigungsdienste in Pfarramt, Gemeindepädagogik und Kirchenmusik) zwischen der der Zeit der Missbrauchsfälle und heute vorgenommen wurden, um heutigen Anforderungen an Professionalisierung und Prävention gerecht zu werden.
- Aufzeigen von Notwendigkeiten und Möglichkeiten der Missbrauchsprävention mit Bezug auf bereits erarbeitete Handreichungen in der Landeskirche.
Die in Briefen, Veröffentlichungen und Gesprächen gestellten Fragen Betroffener sollen in die Arbeit einbezogen werden.
Bereich
Anregungen zur Bewältigung von Missbrauchserfahrungen (EKD)
Bei (Verdachts-) Fällen sexualisierter Gewalt sind neben den Opfern, die direkt von Gewalt betroffen sind, auch Zerwürfnisse im Team, in der Kirchgemeinde, in Familien zu beobachten.
Diese Arbeitshilfe soll dabei unterstützen, einen Vorfall sexualisierter Gewalt zu bewältigen. Sie zeigt auf, welche Prozesse für Kirchengemeinden und Einrichtungen empfehlenswert sind, um die Geschehnisse aufzuarbeiten und als Institution wieder zu „gesunden“.
- Unsagbares Sagbar machen (Broschüre)